Muslimische ­Zivilgesellschaft
(iz). Die Präsenz des Islam in Deutschland hat in den letzten Jahren auch zu neuen Organisationsformen geführt. Aus dem politischen Islam sind die Verbände hervorgegangen, die sich heute als Interessenvertretung der Muslime verstehen. mehr ...
Hauptbild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Sonntag, 31. August 2014
 
Registrieren   Passwort vergessen
 

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
Deutsch-irakischer Autor: Brutalität der IS hat viele Wurzeln
Überbevölkerung und Perspektivlosigkeit mehr
Kultur
Foto-Essay: Pioniere der 1960er
„Wurzeln des ­britischen ­Islam“ mehr
Bildung
Jugendproteste und -revolten scheinen zur ­europäischen Kultur zu gehören, Muslime holen nun auf. Ein Essay von Wolf D. Ahmed Aries
Von Sturm und Drang mehr
Berlin
SPD billigt Waffenlieferungen
Merkel schließt Kampftruppen aus mehr
Interview
Iman Andrea Reimann vom Deutschsprachigen Muslimkreis Berlin über die muslimische Realität vor Ort und die wichtige Rolle der Frauen
„Berlin gilt als kreativ und rau“ mehr
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> Berlin >> Bekommen die Kirchen zu viel Geld? Von Khalil Breuer

19.04.2011 Bekommen die Kirchen zu viel Geld? Von Khalil Breuer


Grundsatzdebatte über Staat und Religion

(iz) Da Geld auch bekanntlich Macht repräsentiert, dürften sich die Kirchen in Deutschland wegen mangelnden Einfluß eigentlich nicht beklagen. Die Organisation "Humanistische Union" in Berlin veröffentlichte nun die Ergebnisse einer von ihr initiierten Untersuchung über die allgemeinen Staatsleistungen an die katholische und die evangelische Kirche. Beide Kirchen zusammen haben demnach seit dem zweiten Weltkrieg von den deutschen Ländern (mit Ausnahme von Hamburg und Bremen) Staatsleistungen in Höhe von rund 14 Milliarden Euro erhalten. Hierin unberücksichtigt sind Zuschüsse für Schulen, Kindergärten, Sozialarbeit oder Entwicklungshilfe. Auch die Ausgaben für Religionsunterricht, Militär- und Gefängnisseelsorger und Sanierung von kirchlichen Gebäuden sind darin nicht enthalten.
Werbung

Die Organisation beklagte zudem, dass die Daten nur schwer zu ermitteln waren und die Behörden zur Klärung dieser Fragen nicht zugearbeitet hätten.

Die erste Übersicht der Staatsleistungen zeigt auch erstaunliche Unterschiede zwischen den Bundesländern wie den beiden Kirchen. Während Bremen und Hamburg nichts, das Saarland jährlich nur 69 Cent und Nordrhein-Westfalen 1,18 Euro leisten, kommen Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt auf über 12 Euro je Einwohner und Jahr. In den neuen Bundesländern werde durchschnittlich erheblich mehr geleistet als in den alten Ländern. Insgesamt habe die evangelische Kirche deutlich mehr Geld (7,5 Mrd. Euro) erhalten als die katholische Kirche (6,4 Mrd. Euro). Die Zahlungen an die Kirchen werden historisch gerechtfertigt. Durch den Reichsdeputationshauptschluss (1803) erhielten deutsche Länder viele Kirchengüter, außerdem garantierten viele Fürsten Zahlungen an die kirchlichen Institutionen.

Was aber tun mit diesen "neuen" Zahlen? Unbestritten leisten die Kirchen in Deutschland auch wichtige soziale Dienstleistungen. Die Humanistische Union will die Trennung von Staat und Kirchen aber strikt durchsetzen und legte nun einen Gesetzentwurf für die ersatzlose Aussetzung der Staatsleistungen vor.

Dazu erklärt deren Vorstandsmitglied Johann-Albrecht Haupt: "Die Ablösung der Staatsleistungen wurde bisher stets mit Verweis darauf abgewehrt, dass der Staat nicht in der Lage sei, die bei einer Ablösung fälligen Entschädigungen zu zahlen. Diese Rechnungen lassen jedoch außer acht, wie viel die Länder seit 1919 an die Kirchen entrichtet haben. Die seit dem Inkrafttreten des Verfassungsgebotes zur Ablösung geleisteten Zahlungen betrachten wir als Ablöseleistungen."

Nachdem von kirchlicher Seite Entschädigungen von ca. 12 Milliarden Euro gefordert wurden, sei die Ablösung bereits überzahlt - zumal in der jetzt ermittelten Nettosumme von 14 Milliarden Euro (ohne Inflationsausgleich) weder die Zahlungen zwischen 1920 und 1946 noch die von der DDR entrichteten Staatsleistungen berücksichtig seien.

In Anbetracht der üppigen Finanzierung der Kirchen stehen muslimische Organisationen bescheiden da. Viele muslimische Verbände können sich noch nicht einmal eine effektive Öffentlichkeitsarbeit leisten.



SPD billigt Waffenlieferungen [25.08.2014]
SPD-Chef will Muslimen „Muslimen“ Unterstützung signalisieren [23.08.2014]
Gabriel und Mazyek besuchen Moschee nach Brand [21.08.2014]
Politiker für Waffenlieferungen zur Verteidigung der Kurden [17.08.2014]
Berliner Moschee-Brand: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet [15.08.2014]
Dafür zahl' ich
gefällt Ihnen die Arbeit der IZ? Dann freuen wir uns über Ihre finanzielle Unterstützung:
oder

per Überweisung
Werbung
Werbung
Werbung
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
Die dramatischen Ereignisse im Gazastreifen und in Palästina machten auch keinen Halt vor unserer neuen Printausgabe. In der Nummer 230 der Islamischen Zeitung beschäftigen wir uns auf mehreren Seiten mit Ursachen, Hintergründen, dem Völkerrecht und der Lage der Menschen in Gaza und in Palästina.
Wir konnten den emsigen bosnischen Imam Hafis Suleyman Bugari für ein Interview gewinnen, blicken in die Abgründe der IS-Herrschaft in Irak und Syrien, beschäftigen uns mit dem zeitlosen Werk von William Shakespeare, erinnern an die Rechte von Arbeitern im Islam und an die spirituelle Sehnsucht der Muslime.
Außerdem: Berufsaussichten für angehende muslimische Theologen, warum wir unsere Leben verschönern sollten, Rückblick auf bunten Ramadan in der Hauptstadt sowie vieles andere mehr.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
© Islamische Zeitung   Impressum   Haftungsausschluss   Sitemap