Islamische Zeitung
StartseiteWirtschaft&RechtKulturBildungBerlinInterviewKleinanzeigenProbeexemplarAbo
Pegida, was nun?
„Die Stimmung, die in Dresden nun zu Tage tritt, wurde in zahlreichen Redaktionsstuben mit deutscher Gründlichkeit vorbereitet – mit dunklen Titeln und kühnen Assoziationsketten. mehr ...
Bild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Sonntag, 21. Dezember 2014
 
Registrieren   Passwort vergessen
 

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
Polens Verfassungsgericht hebt des betäubungslosen Schlachtens für Juden und Muslime auf
Einschränkung von Minderheitenrechten mehr
Kultur
Bücher: Dr. Ineke van der Valk schreibt über die „Islamfeindlichkeit in den Niederlanden“
Auch für deutsche LeserInnen interessant mehr
Bildung
Überlegungen von Murat Demiryürek
Was macht Salafiten attraktiv? mehr
Berlin
Streit um Pegida liefert der AfD riskantes Wahlkampfthema. Hintergründe von Anne-Béatrice Clasmann
Lucke fährt riskanten Kurs mehr
Interview
Tillich: „Müssen deutlich machen, dass Sachsen weltoffen ist“. Interview von Jörg Schurig und Martin Fischer
Keine Insel mehr
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> >> Kommentar: Für das Establishment ist es wichtig, dass der gesellschaftliche Zorn sich gegen Ausländer, Muslime und Hartz IV-Empfänger richtet. Von Khalil Breuer

25.08.2010 Kommentar: Für das Establishment ist es wichtig, dass der gesellschaftliche Zorn sich gegen Ausländer, Muslime und Hartz IV-Empfänger richtet. Von Khalil Breuer

Das Sarrazin-Projekt

Hauptbild
(iz). In der Öffentlichkeit wirkt Thilo Sarrazin eher wie ein müder Banker und nicht etwa wie ein neuer, dynamischer Volkstribun. Wäre der gute Mann allein, müsste man sich sicher keine weiteren Gedanken machen. Leider und genau genommen geht es aber gar nicht um ihn, sondern vielmehr um die Kräfte, die den ergrauten Herrn kraftvoll in den Vordergrund schieben.
Werbung

In denkwürdigem Einklang haben „Bild“ und „Spiegel“ das dürftige „Werk“ des Freizeitphilosophen in ihr Herz geschlossen. Sein neues Büchlein erscheint zudem prominent in der Deutschen Verlagsanstalt, die zum Einflussbereich des Bertelsmann Konzerns gehört. Es ist genau diese vereinte Medienmacht hinter Sarrazin, die uns wirklich nach­denklich stimmen sollte.

Man kann getrost davon ausgehen, dass es bei diesem Projekt nicht nur um die ­Rettung des deutschen Vaterlandes geht, sondern in erster Linie auch um die Rettung der ­Interessen der Vermögenden im Lande. Diese Interessen sind wie man weiß durchaus bedroht. So dürfen auf keinen Fall, besonders in den Zeiten sich nun ankündigender sozialer Entbehrungen, die Stützen der Gesellschaft selbst in das Visier des Volkszornes geraten.

Hier gilt es also frühzeitig gesellschaftliche Projektionsflächen zum Aggressionsabbau zu schaffen. Mehr als alle Parteien, kann die versammelte Medienmacht ungehemmt bestehende Stimmungen und Unsicherheiten in ihrem Sinne lenken, verstärken und ausnutzen. Diese Strategie muss man sogar mit der jederzeit denkbaren Möglichkeit der einer Schöpfung einer neuen, pseudo-konservativen Partei zusammendenken.

Diese neue Strömung könnte dann, wie man in den Niederlanden sieht, Massen obrigkeitshöriger Konsumenten mit islamophober Grundeinstellung sammeln. In Deutschland wartet seit Jahren die mächtigste und unheimlichste politische Gruppe, die Nichtwähler, auf ihre politische Mobilisierung. Für das Establishment ist es wichtig, dass der Zorn dieser wachsenden, potenziell politischen Kraft sich nicht etwa gegen Reiche, Banker und Finanzjongleure richtet, sondern lieber doch gegen Ausländer, Muslime und Hartz IV-Empfänger.

Das Sarrazin-Projekt versucht im Kern nichts Anderes, als das globale Freund-Feind Projekt gegen die neuen „Barbaren“ in die deutsche Innenpolitik zu projizieren. Neue Feindbilder und neue Ängste sollen dabei einen gesellschaftlichen Konsens ermöglichen. Das Motto des „weißen Mannes“ ist so verführerisch wie einfach: Wir sind zivilisiert, weil sie so barbarisch sind. Die unterschwellige Verknüpfung des Barbarischen mit dem Islam ist ein willkommener Nebeneffekt, verknüpft es doch den Islam mit den dunkelsten Problemen des Landes, nicht etwa mit alternativen Lösungsansätzen. Die Muslime durch das ­Ausschlachten von Einzelfällen zu diskreditieren und den Islam für Europa undenkbar zu machen, gehört sicherlich zu den wichtigen strategischen Zielen dieser Gesamtbewegung.


Vorname Nachname aus Ort schrieb am 01.09.2010
Wieso soll der Spiegel "im Einklang mit diesem Werk" sein? Ich habe den Artikel in der letzten Ausgabe gelesen und es waren ausschließlich Sarrazin-Kritische Kommentare! Ich hab mich gleich gefreut darüber! Aber als Muslime sollten wir bei der Berichterstattung schon auch bei der Wahrheit bleiben. Oder habe ich irgendwas übersehen?
Vorname Nachname aus Ort schrieb am 31.08.2010
Mal wieder gibt es keine inhaltliche Auseinandersetzung mit seinen Kernthesen, sondern nu Ablenken vom Thema.
Mehmet Yörük aus Dortmund schrieb am 29.08.2010
Den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Massen sollen vom eigentlichen Problem und Geschehen abgelenkt werden. Indessen wird Deutschland aber von einigen wenigen Eliten misswirtschaftet. Es geht allein um ihr Wohl(ergehen). Die breite Bevölkerung soll beschäftigt werden, durch Zuckerbrot und Peitsche.
Kurt Nickel aus Goch schrieb am 27.08.2010
Ob es nun reiner Eigennutz ist, um die Umsätze seiner Niederschrift anzukurbeln oder seine innige Einstellung und politische Überzeugung, mag nur er selbst beantworten können. Nur nehmen die Methoden hierzu inakzeptable Formen an.

Sicherlich ist in unserem Land so Einiges im Argen, besonders bezüglich der Integrationspolitik. Und man sollte zu Recht darauf hinweisen. Doch wenn die Kriminalitätsquote einer Volksgruppe hier in Deutschland wesentlich höher ist, als in ihrem Herkunftsland, dann liegt das sicherlich nicht an den Menschen, sondern eher an die Gesellschaft, die sie integriert. Gewisse Unstimmigkeiten in der Integrationspolitik berechtigen noch lange nicht die Diffamierung ganzer Völkergruppen.

Deutschland sollte sich entscheiden, ob es sich als ein offenes, multikulturelles Land präsentieren möchte oder nicht. Dann müsste man sich entgegen des Globalisierungsprozesses schlicht wieder einmauern. Zumindest in Teilbereichen, wie es schon einmal war. Ansonsten muss man akzeptieren, dass andere Kulturen auch andere Sitten und Gewohnheiten haben. Was natürlich nicht heißen soll, dass die Gesetze anderen Kulturen angepasst werden müssten. Dass hier Jeder, der zu uns kommt, sich unseren Regeln anpassen muss, steht außer Frage. Doch Rücksicht und Toleranz sollte man erwarten können.

In allen Phasen wirtschaftlicher Aufschwünge haben immerzu ausländische Mitbürger anderer Kulturen teilgenommen! Der Wohlstand und das soziale Netz ist auch ihnen zu verdanken!

Dass die Religion des Islam von Sarrazin in engen Bezug zum Terrorismus gestellt wird, ist für mich schon fast eine strafbare Handlung. Terrorismus ist nicht Kultur,- sondern Zeit,- und Situationsgebunden. Ich denke, dass gerade wir Deutschen einst die schlimmsten Terroristen auf dieser Welt waren. Gemessen an die Millionen Toten und den Grausamkeiten noch ein Vielfaches schlimmer als die Barbaren.

Insofern ist der Terror stets eine Abweichung der jeweiligen Epoche gewesen. Der heutige Terrorismus ist für mich auf die schlechte Politik der westlichen Welt zurückzuführen, die nach dem zweiten Weltkrieg begangen wurde. Und bestimmt nicht auf die Religion des Islam!!

Der Terror in der heutigen Form besteht erst seit wenigen Jahrzehnten, der Islam jedoch seit Jahrtausenden. Ich bin zwar selbst kein Moslem, doch so viel Augenmaß und Kenntnisse habe ich von der Religion, dass Sarrazin hier nur einzig Hetze betreibt, gefährliche Rechte Hetze!

Die SPD sollte darüber nachdenken, ob Sarrazin für die Partei noch tragbar ist. Sigmar Gabriel hatte ja schon durchblicken lassen, dass er sich schwer tut, ihn noch zu akzeptieren.

Dieser Mann sollte selbst mal darüber nachdenken, ob er denn nicht der falschen Partei angehört. Vor 70 Jahren hätte er sicherlich so richtig Karriere gemacht.


Dafür zahl' ich
gefällt Ihnen die Arbeit der IZ? Dann freuen wir uns über Ihre finanzielle Unterstützung:
oder

per Überweisung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Amazon
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
Unsere Ausgabe im Dezember ist voll gepackt mit interessanten Themen. Für die Abonnenten ist sie ab sofort im Briefkasten. In den Handel kommt sie in den nächsten beiden Tage. Noch kein Abonnent? Gar kein Problem, wir schicken sie nach! Abonniere sie noch jetzt und unterstütze dein unabhängiges Medium http://islamische-zeitung.de/?cat=abo
Wir sprechen mit dem Unternehmensberater Dr. Murat Ünal von Funds@Work, denken über den politischen Islam nach, reflektieren über das Leben in der Großstadt, hören eine muslimische Stimme aus Großbritannien und diskutieren die innermuslimische Debatte.
Außerdem: Interview mit dem angehenden Rabbiner Armin Langer von Salaam-Shalom, der deutschen Muslimin Rotraue Djamila Alkonavi sowie dem österreichischen Polizisten Yusuf Bernd Wolff. Tarek Bärliner schreibt über Schlaflosigkeit sowie eine Seite Buchrezensionen.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
© Islamische Zeitung    Impressum    Haftungsausschluss    AGB