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01.07.2012 Internationale Kommunikation: Muslime aus aller Welt starten Online-Netzwerk für Muslime. Bericht von Ann-Kathrin Wetter

„Durchaus relevante Nutzerzahlen“

München (KNA). Pünktlich zu Beginn des Fastenmonats Ramadan am 20. Juli wollen muslimische Geschäftsleute eine mögliche Marktlücke füllen. Ihre Idee heißt „Salamworld“ - ein Online-Netzwerk von Muslimen für Muslime. Eine Plattform für Kommunikation und Shopping - ganz halal, also nach islamischem Recht erlaubt. Tabu sind Gewalt, Tabakwerbung oder zu viel nackte Haut. Vor womöglich obszönen Inhalten werden die Nutzer durch automatische Filter abgeschirmt. Zielgruppe sind die rund 750 Millionen Muslime unter 25 Jahren weltweit - insbesondere jene in muslimischen Ländern, verkünden die Macher vor dem Start der Plattform.
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Für soziale Online-Plattformen gilt der sogenannte Netzwerk-Effekt: Ihr Nutzen für die Mitglieder wird größer, je mehr Leute angemeldet sind. Bei neuen Netzwerken sind die Mitgliederzahlen naturgemäß erst einmal gering, der Anreiz sich anzumelden auch. Deshalb ist der Zutritt zum Markt für neue Netzwerke schwierig, oft scheitert er. Auch Salamworld ist nur dann eine Alternative zu Facebook, wenn Nutzer einen klaren Vorteil erkennen können.

Salamworld bietet deshalb nicht nur Halal-Filter. Auch zahlreiche andere Funktionen des neuen Netzwerks gibt es bei Facebook bisher nicht. Bei Salamworld können die Nutzer islamische Bücher downloaden, Predigten posten oder einen Fernkurs für islamische Theologie belegen.

„Wenn das Netzwerk es schafft, nah an den Nutzern und ihren Bedürfnissen zu bleiben, könnte es durchaus relevante Nutzerzahlen erreichen“, prognostiziert Daniel Leiner vom Institut für Kommunikationswissenschaft in München. Sicher sei: „Salamworld wird ein Nischenprodukt.“ Wenn jedoch die Nutzerzahlen stark anstiegen, würde Facebook entsprechende Funktionen nachreichen, meint Leiner.

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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
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