Auch zum Ende dieses Ramadans werden sich die Muslime versammeln, um sein Ende zu begehen

Ausgabe 217

(zi). „Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist, der soll ihn fasten. Wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten). Allah will für euch Erleichterung; Er will für euch nicht Erschwernis, – damit ihr die Anzahl vollendet und Allah als den Größten preist, dafür, dass Er euch rechtgeleitet hat, auf dass ihr dankbar sein möget.“ (Al-Baqara, 185) Auch zum Ende dieses Ramadans werden sich die Muslime versammeln, um den ‘Id Al-Fitr [Fest, das das Ende des Ramadan markiert]zu begehen. Wir erfreuen uns an der erfolgreichen Vollendung eines der höchsten Akte des Gehorsams gegenüber unserem Herrn, dem Fasten im Monat Ramadan. Und dafür müssen wir aufrichtig dankbar sein, denn die Wahrheit ist, dass es kein größeres Geschenk als den Islam gibt und auch keine gewichtigere Gabe als die Stärke und Fähigkeit, das zu erfüllen, was unser Herr befohlen hat.

Denn nur, wenn wir dies tun, verstehen wir wirklich die Bedeutung des Menschseins. Jetzt können wir die Beziehung erneut zu unserer natürlichen Form knüpfen. Allah sagt: „So richte dein Gesicht fest auf den Din hin, als reiner natürlicher Gläubiger, – (gemäß) der natürlichen Anlage Allahs, in der Er die Menschen erschaffen hat.“ (Ar-Rum, 30)

Unsere Fitra ist und war immer die Anbetung des Einen, Der uns hier auf dieser Erde platziert hat. Zu diesem Zweck hat Allah uns erschaffen und Er sagt im Qur’an: „Ich habe die Dschinn und Menschen nur erschaffen, damit sie Mich anbeten.“ (Ad-Darijat, 56)

Und Allah sagt im Qur’an: „Sprich: ‘Über die Huld Allahs und über Seine Barmherzigkeit, ja darüber sollen sie froh sein. Das ist besser als das, was sie zusammentragen.’“ (Yunus, 58)

Und wenn das Gefühl der Befriedigung und Erfüllung, der jede Pore unseres Wesens nach der Vollendung des Fastens nicht Belohnung genug wäre, bereitet Allah am Tag des ‘Id eine gewaltige Belohnung für alle, die im Ramadan fasten: Seine Vergebung für alle unse­re schwerwiegenden Überschreitungen. Der Prophet sagte: „Am Tag des ‘Id Al-Fitr kommen die Engel auf die Erde herab. Sie ­stehen am Ende der verschiedenen Straßen und Gassen und rufen in einer Stimme, die die gesam­te Schöpfung außer den Dschinn und Menschen hören kann: ‘Oh Gemeinschaft Muhammads, gehe zu einem großzügigen Herrn, Der eine reichhaltige Belohnung gibt und schwerwiegende falsche Handlungen vergibt.’ Dann, wenn die Leute zu ihrer Musalla [dem traditionell offenen Gelände, auf dem die Feiertagsgebete eigentlich verrichtet werden sollen] gehen, sagt Allah zu den Engeln: ‘Meine Engel, was ist die Bezahlung des Lohnarbeiters, der sein Werk vollendet?’ Sie antworten: ‘Unser Gott und unser Meister werden ihn in vollstem Umfang bezahlen.’ Daraufhin sagt Allah: ‘Ich bezeuge, dass Ich ihre Belohnung für das Fasten und Beten zu meiner Zufriedenheit mit ihnen und Meiner Vergebung gemacht habe.’“ Die Muslime sind trotz aller Differenzen und persönlichen Eigenarten gesegnet. Sie sind ein Volk, Brüder. Allah sagt: „Gewiss, diese ist eure Gemeinschaft, eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr; so dient Mir!“ (Al-Anbija, 92) und „die Gläubigen sind Brüder.“ (Al-Hudschurat, 10)

Die Muslime müssen diese Brüderlichkeit, jenen Gemeinschaftssinn und die gegenseitige Liebe für den Tag des ‘Id und den Rest des Jahres bewahren. Gibt es Freunde, die entfremdet wurden, dann sollte man sie besu­chen. Sollte es ein Familienmitglied geben, dem man böse ist, dann braucht es Vergebung und das erneute Knüpfen der Familien­bande. Und alle sollten sich mit einem Lächeln und freundlichen Worten begegnen. ‘Abdallah ibn ‘Umar sagte: „Birr (Güte) ist eine einfache Sache – ein lächelndes Gesicht und die Begrüßung der Leute mit freundlichen Worten.“

Also, erfreuen wir uns an den Segnungen Allahs, die Er uns gibt – unser Essen und Trinken, unsere Kleidung, unsere wohlriechenden Düfte und die Gesellschaft geliebter Menschen. Man sollte sie aus Dankbarkeit mit dem Herrn der Welten offen zeigen. „Und was die Gunst deines Herrn angeht, so erzähle (davon).“ (Ad-Duha, 11) An diesem Tag sollte man die beste Kleidung tragen, die besten Speisen essen und das beste Parfüm auftragen. Der ‘Id ist ein Tag der Freude.

Allah sagt: „Derjenige, der sich reinigt, den Namen seines Herrn gedenkt und betet, wird Erfolg haben.“ (Al-’Ala, 14-15) Diese Verse wurden von vielen Qur’ankommentatoren [Mufassirin] als Verweis auf die Zakat Al-Fitr und die Einrichtung des ‘Id-Gebets verstanden. Daher ist die Zahlung dieser Abgabe untrennbar mit dem Feiertag zum Ende des Ramadans verbunden. Sie ist eine Verpflichtung für jeden Muslim – unabhängig von Alter, Geschlecht, Wohlstand oder sozialem Rang. Es sei denn, er ist vollkommen mittellos.

Dafür gibt es einen sehr guten Grund, denn kein Muslim soll an diesem Tag Hunger ­leiden oder sich der Peinlichkeit unterziehen, für sein Essen betteln zu müssen. Indem wir die Zakat Al-Fitr zahlen, erhält jeder von uns die Belohnung der Speisung eines Armen und die Verbreitung von Glück und Freude. „Wenn du nun fertig bist, dann strenge dich an, und mache deinen Herrn zu deinem Ziel.“ (Asch-Scharh, 7-8)

Anstatt sich in den Nachwirkungen des Ramadans zu sonnen, sollten wir vermeiden, die gute Arbeit in diesem Monat zu verschwenden. Unser Herr erklärt uns am Ende dieser Sura, „wenn du nun fertig bist, dann strenge dich an“. Wir verlassen den Ramadan mit einem „vollen Tank“, den wir nutzen sollten, um weiterhin unseren Herrn zu unserem Ziel zu machen. (sw/shb)