Ernste Lage, mutiges Volk

Ausgabe 254

Foto: Maurice Flesier | Lizenz: CC BY-SA 4.0

(iz). Keine Frage, die Lage in der Türkei war ernst und es ist schon arrogant, den mutigen Einsatz der türkischen Bevölkerung gegen den drohenden Militärcoup gering zu schätzen. Auffällig sind auch Anspielungen auf – in der rationalen Politik verpönte – Verschwörungstheorien und das Assoziationsspiel rund um die islamische Terminologie, die im Alltag von Muslimen eben eine große Rolle spielt.
Hochkonjunktur hat die geistige Form „Wir sind so demokratisch, weil sie so undemokratisch sind“. Die westlichen Demokratien vergessen dabei geflissentlich, dass die Finanzkrise, der Kampf gegen den Terror generell und der technologische Fortschritt auch bei uns altgewohnte Vorstellungen um die demokratische Wirklichkeit längst in Frage stellen. Nebenbei erwähnt nimmt die Idee eines türkischen Präsidialsystems – zumindest bisher – Frankreich und die USA zum Vorbild.
Fakt ist, Erdogan wurde nicht nur persönlich angegriffen, sondern auch ein ganzes Land in seiner Existenz bedroht. Ja, die berechtige Sorge um rechtsstaatliche Standards in der Türkei und die Abläufe im Ausnahmezustand können anur blinde Parteigänger nicht teilen. Es geht hier um das allzeit problematische Verhältnis von Politik und Recht. Auffallend ist aber gleichzeitig die Einseitigkeit, diese Bedenken und Ängste nur auf die (für Muslime paradoxe) Möglichkeit einer „islamischen“ Diktatur zu lenken.
Praktisch unreflektiert bleibt der geistige Hintergrund der Putschisten. Wie kann es sein, dass in der NATO, dem Bündnis der Demokratien, radikale Kräfte über Jahrzehnte ignoriert wurden? Natürlich hat auch der Säkularismus eine in sich wohnende Möglichkeit des Terrors, der Diktatur und der Unfreiheit. In dieser Hinsicht muss man türkische Muslime wirklich nicht belehren.
Als Muslime gilt es gerade jetzt, unsere Unterscheidungskraft zu schulen. Hierzu gehören fundierte Kenntnisse über unsere Geschichte und unsere Terminologie. Fähnchenschwenken reicht hier nicht. Eine ultimative Gefahr droht zum Beispiel, wenn anerkannte Rechtsschulen des Islam ihren eigenen Grund verlieren sollten, eines Tages der Macht das Wort reden, schlimmstenfalls in den Alltag von de facto Diktaturen eingebettet werden.
Durum ciddi, insanlar yürekli
Türkiye’de geçen günlerde cereyan eden olaylar şüphesiz ciddi idi, ve Türkiye toplumunun darbe tehdidine karşı cesur duruş ve direnişini küçümsemek olsa olsa kibir alametidir. Dikkat çeken şeylerden birisi şu: rasyonel siyaset sahasında hiç itibarı olmayan komplo teorilerine imalar, ve Müslümanların günlük yaşamlarında önemli anlamlar taşıyan İslami kavramlar etrafında kurulan çağrışım teraneleri.
untitled“Bizim ne kadar demokrat olduğumuzun delili, onların olmamalarıdır” şeklinde bir zihinsel tutum moda oluvermiştir. Ancak Batı demokrasilerinde unutulan şudur ki, finans krizi, teröre karşı savaş ve genel manada teknolojik gelişme bizim buralarda demokrasi gerçekliğinin ne olduğu hakkındaki geleneksel anlayışları epeydir tehdit etmektedir. Burada şunu da ifade edelim: Türkiye’de gerçekleştirilmek istenen Başkanlık Sistemi, Fransa ve ABD’yi örnek almaktadır.
Gerçek şu ki, yapılan bütün bu saldırılar Erdoğan’ın şahsını değil, bütün bir devlet yapısını hedef aldı. Türkiye’de hukuk devleti standartları hakkında haklı kaygıları ancak gözü perdelenmiş partizan tipi particiler göz ardı edebilirler. Olayın aslı ise, prensipte zaten devamlı süregiden ve her zaman sorunlu olan siyaset ve hukuk ilişkisidir. Ancak bu bağlamdaki kaygıları ve korkuları sadece ve sadece – Müslümanlar için paradoks bir düşünce olan – “islami diktatörlük” olasılığına odaklamak ve bunu tek tehlike olarak sunma çabaları göze batmaktadır.
Darbecilerin fikri yapıları da yeterince sorgulanmıyor. Nasıl olur da Demokrasiler İttifakı olan NATO’nun bir üye ülkesinde böylesine radikal güçler onlarca sene boyunca farkedilememiştir? Gerçek şu ki, yapılan bütün bu saldırılar Erdoğan’ın şahsını değil, bütün bir devlet yapısını hedef aldı. Sekülerizm de doğal olarak kendine has bir terör, diktatörlük ve özgürlük eksikliğini içinde barındırmaktadır. Bu bağlamda Türkiye Müslümanlarının derse ihtiyaçları yoktur.
Müslümanlar olarak özellikle şimdilerde furkan ve basiretimizi geliştirmeliyiz. Bunun bir parçası, İslam tarihimiz ve kendimize has ıstılahımız hakkında derin bilgi sahipleri olabilmemizdir. Sadece meydanlar coşkusu bunun yerini tutamaz. Bu bağlamda Ehl-i Sünnet Mezhepleri’nin usul ve esaslarının muhafaza edilip güclendirilmesi elzemdir; ve – örnegini görebildigimiz gibi – bunlarin yok edilip mezheplerin sadece kaba gücün sözcüleri haline getirilmeleri veya daha da kötüsü kurulu ve süregiden bir diktatörlük içinde günlük hayatın bir parçası haline dönüştürülmelerinden ibret almak gerekir.

2 Kommentare zu “Ernste Lage, mutiges Volk

  1. Es ist unbestritten, dass der Militärputsch in der Türke Unrecht ist und dass es ein Glück ist, dass das türkische Volk (und Militär!) ihn abwenden konnte. Allerdings ist es trotzdem befremdlich, dass bereits Listen mit Verdächtigen vorlagen, die nun sukzessive abgearbeitet werden und zu Verhaftungen führen. Noch befremdlicher ist, dass man dies nicht sagen darf und von türkischen Muslimen sofort als Feind der Türkei betrachtet wird. Ich selbst bin z.B. in solch eine Falle getappt. Ein türkischer Kollege wollte von mir wissen, was ich zur Lage in der Türkei sage. Ich dachte, dass er tatsachlich meine Meinung hören wollte (egal, wie falsch die aus seiner Sicht sein mag). Also habe ich selbstverständlich den Putsch verurteilt, aber eben auch die massive Verhaftungswelle in der Türkei, weil die auf mich als Außenstehendem so wirkt, als sollten in einem Rundumschlag alle Kritiker mundtot gemacht werden. Dabei habe ich aber auch betont, dass ich nicht wirklich ein Experte für türkische Innenpolitik bin und dass die türkische Regierung eben auch agieren kann, wie sie es für angemessen hält. Hängen geblieben ist offenbar aber nur, dass ich den türkischen Präsidenten kritisiert oder gar beleidigt habe. Seitdem verweigern mir sämtliche türkischen Kollegen den Gruß. Warum fragt mich jemand nach meiner Meinung, wenn er sie eigentlich gar nicht wissen will? Ich habe ihm meine Meinung nicht aufgezwungen. Nicht nur das, ich habe auch mehrfach betont, dass ich zu wenig weiß, um die Lage wirklich beurteilen zu können. Jedenfalls enttäuscht mich die Reaktion meiner türkischen Kollegen sehr und ich bin nicht der Meinung, dass dies ein fairer Umgang miteinander ist.

    1. Hallo Marcus,
      es tut mir leid, dass du so eine Erfahrung machen musstest. Ich würde einen differenzierten Meinungsaustausch in diesen Tagen so sehr begrüßen. Ich habe auch so eine ähnliche Situation erlebt. Meine Kollegen haben mich gefragt, was ich von dem Theater-Putsch halte. Als ich meine Meinung sagen wollte, wurde ich mundtot gemacht und verbal attackiert, dass ich ein Erdogan Anhänger bin.
      Ich denke, egal ob deutsche oder türkische Community, wir werden mit Meinungen, Informationen und den Mainstream-Medien im Augenblick überflutet.
      Deswegen sollten wir eigentlich um so mehr einen kühlen Kopf bewahren und auch wieder anfangen uns gegenseitig endlich zu hören.
      Jeder sollte sich wenn er seine Meinung vertritt auch einen geringen Anteil für einen Irrtum lassen. Denn es ist nie alles schwarz oder weiß. Es gibt immer grautöne. Glaube mir ich mache mir auch Sorgen um die Türkei, aber das andauernde Türkei-Bashing in den Medien gibt mir auch zur Denken.
      Bitte lass dich nicht entmutigen. Wir müssen Fragen stellen und natürlich auch einen gewissen Maß an Skepsis bewahren. Liebe grüße

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