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Neuer Importeur für Datteln will den Markt aufmischen

Ausgabe 323

Foto: M. Ebel

(iz). Es gibt kaum eine physische Sache, welche den Ramadan mehr symbolisiert als die Dattel. Das Wort leitet sich vom griechischen Daktulus ab. In jedem Fastenmonat verkaufen sowohl deutsche Supermärkte als auch – natürlich – die vielen türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäfte diese Frucht in verschiedenen Variationen.

Datteln bestehen aus 70-80 Prozent Kohlehydraten, 2-4 Prozent Proteinen und 1 Prozent Fett. Der Rest sind Wasser und Spurenelemente. Die Früchte enthalten drei Sorten Zucker (Fruktose, Glukose und Saccharose). Der hohe Zucker- und geringe Wasseranteil lässt sie relativ haltbar sein. Ihre Proteine bestehen aus essenziellen Aminosäuren, die der Körper selbst nicht synthetisieren kann. Es finden in ihr sich auch Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Natrium sowie die Vitamine C und B1 und andere.

Kurzum sind Datteln ein Superfood, das sogar gegessen werden kann, wenn sie nicht reif sind. Daher ist es keine Überraschung, dass sie seit tausenden Jahren im Nahen Osten und anderswo ein Grundnahrungsmittel sind. Man geht davon aus, dass die Muslime die Frucht in Spanien einführten.

Auch wenn viele Muslime die Frucht vor allem oder nur im Ramadan zu sich nehmen, ist sie jenseits davon ebenso Genuss. Mit und aus ihr lässt sich bei Kochen und Backen eine Menge machen. Allerdings ist – jenseits des Fachhandels – das Angebot für deutsche KundInnen leider eher beschränkt.

Zumeist werden bei uns nur Varianten der Sorte „Deglet Nour“ aus Nordafrika oder der Türkei angeboten; nicht selten auch noch mit Sirup versetzt. Häufig die einzige Alternative sind Früchte der Sorte „Medjool“, die aus Israel importiert werden. 

Hier will seit wenigen Jahren die Firma Mekka Dattel GmbH Abhilfe leisten. Das Unternehmen der Gründer Schaikh Khalaf Abd al-Aziz und Mario Ebel hat beinahe Alleinstellungsmerkmal auf dem deutschen Markt: Denn es importiert seine Produkte ausschließlich aus Anbaugebieten um Mekka und Medina. Die beiden lernten sich 2018 während einer Geschäftsreise von Ebel auf der arabischen Halbinsel kennen. „Die Spiritualität und Handwerkskunst, die Mario beim Besuch der kleinen Palmengärten im Mekka und Medina erlebt, beeindrucken ihn nachhaltig“, heißt es in einer Darstellung des Unternehmens.

Das Start-up bot für den Ramadan drei spezielle Mischungen aus, deren Bestandteile aus dem durchgehenden Jahressegment aus sieben Sorten:

Sukkari sollen einen weichen bis knusprigen Biss und eine vollmundige Süße haben sowie kräftige Noten von Karamell und leichte von Honig. 

Mabroom wird in Medina angebaut. Wird gerne zu Festen und feierlichen Anlässen verzehrt.

Die weltweit beliebteste Art ist Medjool (oder „königliche Dattel“). Im Gegensatz zum deutschen Handel hat Mekka-Datteln sie aus Saudi Arabien im Angebot.

Safawi wächst in Medina. Sie gehört zu den geschmackvollsten und intensivsten Dattelsorten. Im Gegensatz zu anderen Typen wächst sie ausschließlich in Arabien.

Die Type Segai wird in Mekka von der Herrscherfamilie angebaut. Auf der Hadsch erhalten Besucher zur Begrüßung dieser Früchte. Aus diesem Grund ist sie begrenzt verfügbar. Sie ist süß und fest.

Khudri (weich und balanciert süß) gehört zu den klassischen Dattelsorten im arabischen Raum und wird auch „Snack-Dattel“ genannt. Sie wird in Medina angebaut und Ende September geerntet.

Die letzte Dattelsorte ist die Ajwa-Dattel. Sie wird in Medina geernet und hat „eine sanfte Süße und einen festen Biss“.

Nach eigenen Angaben handelt es sich bei den verkauften Früchten, die sämtlich (mit Ausnahme der Variante Sukkari) in und um Mekka und Medina angebaut werden, um „Naturprodukte“. Man kenne die Produzenten persönlich und besucht sie regelmäßig. Ein direkter Bezug solle für Transparenz bei Produktion und Lieferkette sorgen. Darüber hinaus werden für ihren Einsatz weder Pestizide, noch Fungizide eingesetzt. (sw)

Link: https://www.mekka-dates.com/