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Über die Zeitrechnung der Muslime

Ausgabe 321

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Wir befinden uns im zweiten der besonderen Monate (Scha’ban). Diese spezielle Phase eines jeden islamischen Jahres findet mit Ramadan Höhepunkt und Abschluss.

Unser Kalender wird häufig als Hidschri-Kalender bezeichnet. Benannt ist er nach der Auswanderung des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, von Mekka nach Medina im Jahre 622. In Medina etablierten Muslime die erste islamische Gemeinschaft. Er markiert diesen Anlass durch Beginn der islamischen Zeitrechnung mit der prophetischen Auswanderung.

Er folgt den Bewegungen des Mondes, was es zu einem Mondkalender macht. Das bedeutet, dass die Platzierung jedes Monats von Jahr zu Jahr (im Vergleich zum Sonnenjahr) variiert. Anders als die gregorianische Zeitrechnung hat unser Jahr nur 354-355 Tage. Dieses Kalendarium besteht aus 12 Monaten. Jeder ist entweder 29 oder 30 Tage lang. Festgestellt wird das durch die Mondsichtung. Ist die neue Mondsichel am 29. Tag erkennbar, beginnt in Folge ein neuer Monat. Wenn nicht, dann startet er nach dem 30. Tag. Die Zeitabschnitte beschreiben entweder verschiedene Jahreszeiten oder wichtige Ereignisse aus der früharabischen Vergangenheit.

1. Muharram: der erste Monat des Kalenders. Er bedeutet ungefähr „verboten“. In ihm war den Arabern das Kämpfen untersagt. In ihm liegt der ‘Aschura-Tag (der 10.), der zu einem der bedeutendsten Feier- und Gedenktage gehört. Mit ihm wird an die Zeit erinnert, als Allah Musa und sein Volk, die Bani Isra’il vor der Verfolgung durch Pharao und seine Armee bewahrte.

2. Safar: Das bedeutet „leer“. Er wurde so genannt, weil die vorislamischen Araber diesen dazu nutzten, um ihre Häuser auf der Suche nach Nahrung zu verlassen.

3. Rabi Al-Awwal: Der Name bedeutet „Frühling“ und Al-Awwal „der erste“ – also zusammen, der erste Frühling.

4. Rabi Ath-Thani: Das heißt „der zweite Frühling“. Wird gelegentlich auch als Rabi Al-Akhar (oder „der letzte Frühling“) genannt, weil er sich auf das Ende der Jahreszeit bezieht.

5. Dschumada Al-Awwal: Das Wort lässt sich mit „trocken“ oder „ausgedürrt“ übersetzen. In dieser Zeit der vorislamischen Araber war das Land sehr trocken. Entweder wegen intensiver Hitze oder weil die Quellen wegen tiefer Temperaturen einfroren.

6. Dschumada Ath-Thani: Die gleiche Bedeutung wie beim vorherigen Monat, aber er markierte das Ende der Trockenheit im Lande. Wurde daher auch als „Dschumada Al-Akhira“ (Ende der Trockenheit) bezeichnet.

7. Radschab: Dieser Zeitabschnitt leitet sich aus dem Wort für „Respekt“ ab. Wenn der Prophet, Heil und Segen auf ihm, seinen Mond sah, sprach er dieses Bittgebet: „O Allah, mache die Monate Radschab und Scha’ban gesegnet für uns. Und erlaube es uns, den Ramadan zu erreichen.“

8. Scha’ban: Der Name lässt sich mit „verstreut“ übertragen. Er markierte die Zeit, wenn die arabischen Stämme sich verteilten, um Wasser und neue Weidegebiete zu finden.

9. Ramadan: Ein Wort, dessen Wurzel auch „Brennen“ bedeutet wegen der sengenden Hitze, die den Monat früher auszeichnete.

10. Schawwal: Meint so viel wie „tragen“ oder „anheben“. In dieser Zeit waren die Kamelstuten trächtig und gaben folglich weniger Milch.

11. Dhu’l-Qada: Diese Bezeichnung heißt sprichwörtlich „der des Sitzens/des Vertrags“, weil in diesem Monat alle Kämpfe eingestellt wurden.

12. Dhu’l-Hidscha: Das ist der Monat der Pilgerfahrt, denn in ihm wird sie durchgeführt.

Die heiligen Monate: Es gibt vier Abschnitte im Hidschri-Kalender, die als die „heiligen Monate“ bekannt sind – Muharram, Radschab, Dhu’l-Qada und Dhu’l-Hidscha. Sie werden deshalb so bezeichnet, weil Allah das Kämpfen in ihnen verboten hat: „Gewiss, die Anzahl der Monate bei Allah ist zwölf, im Buch Allahs (festgelegt) am Tag, da Er die Himmel und die Erde schuf. Davon sind vier geschützt. Das ist die richtige Religion.“ (At-Tauba, Sure 9, 36)