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Kurzmeldungen Inland (Nr. 368): von Radikalisierung bis zu Blutspenden

Ausgabe 368

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Foto: DRK / Dransch

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 368) reichen vom Aktionstag für Vielfalt über Gefahren durch IS-Anhänger bis zu einem Aufruf für Blutspenden.

Regierung lehnt Bau von 19 Siedlungen ab

BERLIN (IZ). Belgien, Kanada, Deutschland und zwölf weitere Staaten verurteilen in einer gemeinsamen Erklärung die Genehmigung von 19 neuen israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland durch das israelische Sicherheitskabinett als Verstoß gegen internationales Recht. Die Regierungen warnen vor wachsender Instabilität und einer Gefährdung des Gaza-Gesamtplans sowie der Perspektiven für eine Zwei-Staaten-Lösung. Israel wird aufgefordert, die Entscheidung im Einklang mit UN-Resolution 2334 zurückzunehmen.

Foto: Pixabay | Lizenz: CC0 Public Domain

Bündnis für mehr Vielfalt an Aktionstag

BERLIN (KNA/IZ). Mit Theaterworkshops, Spaziergängen und Debatten ein Zeichen gegen Spaltung und für Toleranz setzen. Das möchte ein breites Bündnis. Mit dabei sind auch die Kirchen, Muslime und der Zentralrat der Juden. Die „Initiative kulturelle Integration“ hat zum landesweiten Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ am 21. Mai aufgerufen. Zum Auftakt stellte das Netzwerk aus 28 Organisationen am 16. Januar in Berlin erste Veranstaltungen vor, die im Laufe des Jahres bundesweit stattfinden. Der Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sagte, alle Menschen seien eingeladen, sich aktiv für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark zu machen.

GdP sieht Gefahren durch IS-Anhänger

BERLIN (KNA/IZ). Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Kopelke hat vor einer möglichen unkontrollierten Rückkehr deutscher IS-Kämpfer aus Syrien gewarnt. Die aktuelle Lage sei gefährlich. „Einige der seit Jahren mit ihresgleichen in Syrien einsitzenden Islamisten könnten auf Rache sinnen“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ am 21. Januar. Bei Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten im Norden soll es zu Ausbrüchen dieser Extremisten gekommen sein. Über die Zahl gibt es widersprüchliche Angaben.

kinder Bildungssystem

Foto: Anastasia Shuraeva, Pexels

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Warnungen von Bildungsungerechtigkeit

BONN (KNA). Verbände und Hilfswerke weisen auf die Bedeutung von Bildung und auf fehlende Bildungsgerechtigkeit hin. Laut einer Umfrage des Deutschen Beamtenbunds DBB zum Internationalen Tag der Bildung sehen 90 % Probleme in der Bildung als größte Gefahr für die Zukunft des Landes. Erst dahinter folgen die Zunahme gesellschaftlicher Spannungen (88 %), die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich (85 %), der Mangel an qualifizierten Fachkräften (78 %), zunehmender Rechtsextremismus und „islamistischer Terror“ (je 70 %) und der Klimawandel (62 %).

Die Schura bestimmt einen neuen Vorstand

BREMEN (IZ). Die Schura Bremen hat im Dezember ihre ordentliche Mitgliederversammlung mit 22 Moscheegemeinden abgehalten und einen neuen Vorstand gewählt. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit wachsendem antimuslimischem Rassismus, Reaktionen von Politik und Medien auf den Genozid an Palästinensern, Gebetsmöglichkeiten an Schulen, Jugendarbeit sowie die Ausweitung von Bestattungsflächen. Der Vorsitzende Murat Celik wurde im Amt bestätigt; seine Stellvertreter sind künftig Ömer-Faruk Coban, Halime A. und Yakup Akman. Generalsekretär bleibt Riyad Preukschas.

Foto: Falkschule, Hamm

Landesregierung hält an Islamunterricht fest

DÜSSELDORF (KNA). Die schwarz-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will den Islamischen Religionsunterricht an den Schulen weiter ausbauen. Eine von ihr beauftragte wissenschaftliche Untersuchung unterstreiche, dass der vor 14 Jahren in dem bevölkerungsreichsten Bundesland eingeführte Bekenntnisunterricht „ein wichtiger Bestandteil der Bildungsaufgabe und Ort der Orientierung für muslimische Schülerinnen und Schüler“ sei, sagte Schulministerin Dorothee Feller (CDU) am 21. Januar im Bildungsausschuss des Landtags. Gerade in einer Zeit, in der Social-Media-Inhalte polarisierten, aufhetzten oder falsch seien, gebe das Fach Orientierung.

Terror von Hanau fordert ein spätes Opfer

HANAU (IZ). Sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau ist der 70-jährige Ibrahim Akkuş an den Spätfolgen seiner Schussverletzungen gestorben, wie die Stadt Hanau mitteilte. Akkuş hatte den Angriff vom 19.02.2020 schwer verletzt überlebt und lebte seitdem mit massiven körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Mit seinem Tod steigt die Zahl der Todesopfer des rechtsterroristischen Anschlags auf zehn und rückt erneut das ungelöste Versagen von Sicherheitsbehörden sowie die unzureichende Aufarbeitung in den Fokus. Angehörige und Initiativen kritisieren weiterhin mangelnde Transparenz, fehlende Konsequenzen und unzureichende, langfristige Unterstützung für Betroffene.

Foto: LV Zentralrat NRW, Facebook

Der Zentralrat kündigt Reformen an

KÖLN (IZ). Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat einen umfassenden Reform‑ und Transparenzprozess angekündigt. Zudem solle eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe gegen die zum ZMD gehörende ATIB durchgeführt werden. Der Text vom 8. Januar betont damit seinen Willen zu innerer Erneuerung und Rechenschaft. Generalsekretär Aladdin Beiersdorf‑El Schallah erklärte, man wolle Strukturen „kritisch überprüfen und zukunftsfest machen“.

Engpass bei Blutkonserven: Muslime sollen spenden

KÖLN (IGMG). „Die Blutkonserven werden immer knapper, weil immer weniger Menschen spenden. Moscheen helfen und informieren – mehrsprachig, verbindend, wirksam“, erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass sind Appelle deutscher Kliniken und des Roten Kreuzes an die Menschen, mehr Blut zu spenden. „Blutkonserven sind eine stille Lebensversicherung der Gesellschaft, die nur funktioniert, wenn genügend Menschen mitmachen. Doch nur etwa drei Prozent der Bevölkerung spenden“, so Mete weiter.

staatsvertrag

Foto: DITIB.org

1 Jahr Staatsvertrag: Muslime beim Runden Tisch

MAINZ (IZ). Ein Jahr nach der Unterzeichnung der Verträge mit vier islamischen Verbänden lud Ministerpräsident Schweitzer die Mitglieder des Runden Tisches Islam in die Staatskanzlei ein. Der Runde Tisch Islam besteht seit 2012 und steht unter der Leitung des Beauftragten für Migration und Integration Vicente. Mit der Unterzeichnung der Verträge im Dezember 2024 setzte Rheinland-Pfalz ein bundesweit bedeutsames Zeichen. Als erstes Flächenland in Deutschland wurden die Beziehungen zu islamischen Religionsgemeinschaften umfassend vertraglich geregelt.

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