Freundeskreise statt Echokammern

Wir brauchen Freunde: Im Islam wird der Weg zu Gott nicht allein gegangen, sondern im Kreis von Gefährten.

03.03.2026 Abu Bakr Rieger 9 Min. Lesezeit
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Foto: Fotolia

(iz). Erleben wir die Wiederentdeckung der Freundschaft? Das wäre – wie wir sehen werden – kein Zufall. Freundeskreise sind eine leise, aber hartnäckige Gegenbewegung gegen eine Welt, in der Gemeinschaft zur Ausnahme und Einsamkeit zur Normalerfahrung geworden ist.

Man feiert „Friends“ auf Serienbildern und in Social-Media-Feeds, während gleichzeitig immer mehr Menschen spüren, dass das, was sie in der Welt der sozialen Medien Freundschaft nennen, nicht trägt.

Früher waren Orte – Dörfer, Stadtviertel, Nachbarschaften – nicht nur geografische Koordinaten, sondern Verdichtungen von inneren, äußeren und sozialen Impulsen: Man lebte, arbeitete, glaubte, feierte an denselben Schauplätzen, in einem gemeinsamen Rhythmus.

Moschee und Markplatz waren die zentralen Orte der Relationsbeziehungen in der islamischen Welt. Heute zerfallen diese Dimensionen. Wohnen, Arbeit, Freizeit, digitale Welt: Jede Sphäre folgt ihrer eigenen Logik, ihrem eigenen Takt. Gemeinschaft wird selten, weil kaum ein Raum uns noch zusammen in unserer Ganzheit anspricht.

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