Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 376: von Hunger bis Muslimen in Texas

Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 376 reichen dieses Mal von Aufrufen der UN zu Hunger und Kampfrobotern, über die Lage im Nahen Osten bis nach Spanien.

29.09.2026 .Redaktion 8 Min. Lesezeit
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UN drängt auf Handeln gegen den Hunger

NEW YORK (IZ). UN-Generalsekretär António Guterres hat den Sicherheitsrat zu raschem Handeln gegen kriegsbedingten Hunger aufgefordert. 2025 litten nach UN-Angaben mindestens 266 Mio. Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit; 147 Mio. davon in Konfliktgebieten. Bei einer Debatte verwies er auf Resolution 2417, die Aushungern als Kriegsmethode und die Blockade humanitärer Hilfe verurteilt. Der Rat müsse reagieren, bevor Hungerkrisen festgestellt würden, sagte er. 2025 wurden erstmals in diesem Jahrhundert zugleich Hungersnöte in Gaza und Sudan bestätigt.

UN fordert Regeln für neue Kampfroboter

NEW YORK (IZ). UN-Generalsekretär Antonio Guterres und IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric verlangen unverzügliche Gespräche über ein völkerrechtlich bindendes Abkommen zu autonomen Waffensystemen. Verboten werden sollen Systeme, deren Gewalteinsatz nicht vorhersehbar ist, sowie Waffen, die Personen selbstständig auswählen und angreifen. Die Entscheidung über Leben und Tod müsse beim Menschen bleiben, erklärten beide. Die Überprüfungskonferenz der UN-Waffenkonvention im November in Genf biete die Chance, Verhandlungen einzuleiten.

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Dollar verliert langsam Anteil an Reserven

NEW YORK (IZ). Der US-Dollar bleibt die wichtigste Reserve- und Handelswährung, verliert aber langfristig Anteile. Nach Daten des Internationalen Währungsfonds lag sein Anteil an den weltweiten Devisenreserven im ersten Quartal 2026 bei 57,13 %; im Jahr 2000 waren es rund 70 %. Der Euro kam zuletzt auf gut 20 %, der chinesische Renminbi auf etwa zwei %. An den Devisenmärkten ist der Dollar weiter an ca. 90 % aller Geschäfte beteiligt. Der Ökonom Barry Eichengreen erwartet daher keinen raschen Ersatz, sondern einen schrittweisen Übergang zu einem System mehrerer Reservewährungen.

Erstmals: Türk erhält eine zweite Amtszeit

NEW YORK (IZ). Die UN-Generalversammlung hat Menschenrechtskommissar Volker Türk für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Für den Österreicher stimmten 144 Staaten, zehn votierten dagegen, 13 enthielten sich. Die neue Amtszeit läuft bis zum 11. Oktober 2030. Gegen die Verlängerung stimmten unter anderem die USA, Russland und Israel. Zuvor scheiterte ein US-Antrag, die Abstimmung zu verschieben. Russlands Vorschlag für eine Verlängerung nur bis Jahresende fand keine Mehrheit. Türk ist der erste UN-Menschenrechtskommissar mit zwei vollen Amtszeiten.

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Afghanische Kinder leiden massiven Hunger

KABUL (IZ). KABUL (IZ). In Afghanistan sind nach UNICEF-Angaben 3,7 Mio. Kinder akut mangelernährt. Rund eine Mio. leidet an schwerer, lebensbedrohlicher Unterernährung. Besonders betroffen sind Kleinkinder. 83% der schweren Fälle entfallen auf Unterzweijährige. Die Zahl der wegen Komplikationen behandelten Kinder stieg binnen eines Jahres von 6.000 auf 8.000. Dank gekürzter internationaler Hilfen mussten seit Jahresbeginn mehr als 100 Behandlungszentren schließen. UNICEF fehlen für sein Ernährungsprogramm 78 % der benötigten 180 Mio. Dollar. Ohne zusätzliche Mittel droht die Vergrößerung der Versorgungslücke . Für viele Kinder entscheidet der Zugang zu therapeutischer Nahrung und Behandlung unmittelbar über Leben und Tod.

Ägypten und Türkei bauen Kooperation aus

KAIRO (IZ). Ägyptische und türkische Rüstungsunternehmen haben in Sarajevo eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Beteiligt sind die Staatsbetriebe Heliopolis Chemical Industries und Helwan Engineering Industries sowie der türkische Staatskonzern MKE. Das Abkommen wurde am Rande der ersten Rüstungsmesse „Balkan Shield“ geschlossen. Vorgesehen sind industrielle Partnerschaften, Technologietransfer und der Austausch technischer Erfahrungen.

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Algerien bricht mit den Vereinten Emiraten

ALGIER (IZ). Algerien hat die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten abgebrochen. Das Außenministerium warf Abu Dhabi „provokative und feindselige“ Handlungen vor, nannte aber keinen konkreten Anlass. Der emiratische Botschafter erhielt 48 Stunden Zeit zur Ausreise. Zudem sperrte Algerien seinen Luftraum für in den VAE registrierte zivile und militärische Flugzeuge; Linienflüge nach Algier bleiben bis Ende 2026 ausgenommen.

Kopftuchverbot kostet Lehrerin ihren Job

BRÜSSEL (IZ). Die ostflämische Provinzverwaltung hat die Lehrerin Hadija Amajoud entlassen, weil sie im Unterricht ihr Kopftuch nicht ablegen wollte. Amajoud unterrichtete seit 2022 an einer Förderschule in Assenede und war unbefristet beschäftigt. Seit September 2024 verbietet eine Personalordnung sichtbare religiöse und weltanschauliche Zeichen für Lehrkräfte. Die Gewerkschaft ACOD kündigte Berufung an. Der Fall könnte als Präzedenzfall für die Debatte über Neutralität und Religionsfreiheit im belgischen Schulwesen gelten.

Zwölf Staaten planen Handelsbeschränkungen

BRÜSSEL (IZ). Zwölf Staaten wollen den Handel mit Waren aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland beschränken. Frankreich, Großbritannien, Kanada, Dänemark, Spanien, Finnland, Irland, Island, Norwegen, Polen, Portugal und Schweden erklärten, nationale oder europäische Maßnahmen vorzubereiten bzw. zu prüfen. London, Paris und Ottawa kündigten Importverbote an.

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Hijab: Kampagne gegen Le Pens Verbotspläne

PARIS (IZ). Nach neuen Verbotsplänen des Rassemblement National (RN) haben Frauen online Fotos und Videos mit Kopftuch veröffentlicht. Sie wollen damit muslimische Frauen unterstützen. RN-Politiker Jean-Philippe Tanguy hatte erklärt, das Tragen eines Kopftuchs im öffentlichen Raum solle bei einem Wahlsieg der Partei 2027 mit Geldstrafen geahndet werden.

Katz will eine Vertreibung der Menschen aus Gaza

TEL AVIV (IZ). Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat erklärt, seine Regierung halte an Plänen fest, Palästinenser aus dem Gazastreifen zwangsweise in Drittstaaten zu deportieren. Israel sei vorbereitet, Menschen „auf dem Seeweg, auf dem Luftweg, auf jedem erdenklichen Weg“ aus Gaza zu bringen, so Katz bei einer Ynet-Konferenz. Voraussetzung seien Zustimmung der USA und aufnahmebereite Staaten.

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Drei Staaten treiben Mekka-Pakt voran

RIAD (IZ). Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan wollen ihren im August geschlossenen Mekka-Verteidigungspakt institutionell ausbauen. Nach der ersten Sitzung des Strategischen Politischen und Verteidigungsausschusses in Istanbul soll ein ständiges Sekretariat in Saudi-Arabien entstehen; drei Jahre lang soll es ein Vertreter Pakistans leiten. Saudi-Arabiens Verteidigungsminister Khalid bin Salman kündigte an, die Mechanismen des Abkommens zu aktivieren. Der Pakt sieht vor, eine bewaffnete Attacke auf einen Mitgliedstaat als Angriff auf alle drei Staaten zu behandeln.

Entführungen in Nigeria nehmen deutlich zu

ABUJA (IZ). In Nigeria ist die Zahl der Entführungen binnen eines Jahres stark gestiegen. Nach einer Studie von SBM Intelligence wurden von Juli 2025 bis Juni 2026 insgesamt 7.825 Personen verschleppt, 66 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Mindestens 1.142 Menschen wurden getötet. Für Freilassungen zahlten Angehörige und Betroffene umgerechnet rund 5,8 Mio. US-Dollar Lösegeld. Besonders betroffen war der Nordwesten.

Das Verbot an den Schulen ist umstritten

WIEN (IZ). In Österreich gilt seit 1. September ein Kopftuchverbot an Schulen für Schülerinnen unter 14 Jahren. Nach Angaben von Integrationsministerin Bauer sind bisher rund 80 Fälle bekannt, in denen Eltern und Mädchen die Vorgabe ablehnen. Zunächst müssen Schulen Gespräche führen. Bei wiederholten Verstößen drohen den Erziehungsberechtigten Geldstrafen von 150-800 Euro. Die IGGÖ kritisiert das Gesetz als ausgrenzend und kündigte Verfassungsklage an. Der Verfassungsgerichtshof hatte ein früheres 2020 wegen Diskriminierung aufgehoben.

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B’Tselem sieht eine systematische Vertreibung

TEL AVIV (IZ). B’Tselem wirft Israel vor, palästinensisches Leben im besetzten Westjordanland systematisch zu zerstören. Die israelische Menschenrechtsorganisation nennt Militärgewalt, Siedlerangriffe, Abrisse, Bewegungsbeschränkungen und wirtschaftlichen Druck als miteinander verbundene Instrumente. Seit Oktober 2023 habe sich die Lage deutlich verschärft. Nach UN-Angaben wurden bis Juli 2026 mehr als 41.500 Menschen vertrieben. Betroffen sind auch zehntausende Frauen und Mädchen. Israel weist Vorwürfe systematischer Vertreibung zurück.

UN fordert Stopp riskanter Waffenlieferungen

GENF (IZ). UN-Menschenrechtskommissar Türk hat Staaten aufgefordert, Waffenlieferungen an Israel einzustellen, falls diese zur Verletzung internationalen Rechts genutzt werden könnten. Unternehmen müssten Geschäftsbeziehungen beenden, die illegale Siedlungen unterstützten. Die Annexion des besetzten Westjordanlands schreite weiter voran.

Brandanschlag auf Moschee nahe Nablus

NABLUS (IZ). Israelische Siedler haben nach palästinensischen Angaben versucht, eine Moschee im Ort Bazariya nordwestlich von Nablus in Brand zu setzen. Sie sollen zunächst versucht haben, in die Nur-al-Din-Zengi-Moschee einzudringen. Die Täter flohen vor dem Eintreffen der Sicherheitskräfte. Israels Polizei leitete laut israelischen Medien Ermittlungen ein.

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Huthi-Drohne nahe Mekka abgefangen

RIAD (IZ). Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben eine von der jemenitischen Huthi-Miliz gestartete Drohne südlich von Mekka abgefangen. Sie sei zerstört worden, bevor sie in den gesperrten Luftraum über der heiligen Stadt eingedrungen sei, teilte die von Riad geführte Militärkoalition mit. Die Huthi weisen zurück, Mekka ins Visier genommen zu haben. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit und die Islamische Weltliga verurteilten den Vorfall.

Rechte instrumentalisiert die Ceuta-Krise

MADRID (IZ). Nach dem massenhaften Grenzübertritt nach Ceuta wächst in Spanien der politische Druck auf Ministerpräsident Pedro Sánchez. Ende Juli gelangten laut Schätzungen bis zu 80.000 Menschen, vor allem aus Marokko, in die spanische Exklave in Nordafrika. Die meisten kehrten später zurück. Konservative und die rechte Vox werfen der Regierung Kontrollversagen vor und fordern raschere Rückführungen. Zugleich registrierte die staatliche Beobachtungsstelle OBERAXE in den 48 Stunden nach dem Ereignis 9.590 Hassbotschaften gegen Migranten in sozialen Netzwerken.

Fondsprobleme erschüttern die Börse

ISTANBUL (IZ). Die Istanbuler Börse ist nach Liquiditätsproblemen mehrerer Fonds gefallen. Der BIST-100-Index verlor am 16. September zeitweise 7,7 % und schloss 5,5 % niedriger. Tera Portföy konnte Auszahlungsforderungen bei zwei Fonds mit zusammen umgerechnet 7,5 Mrd. Dollar nicht erfüllen. Zuvor hatte auch Pusula Portföy Zahlungsprobleme gemeldet. Die Finanzaufsicht will Fonds von sieben Gesellschaften abwickeln.

Zivilgesellschaft gerät zunehmend unter Druck

TUNIS (IZ). Tunesiens Regierung geht nach Angaben von HRW seit 2024 systematisch gegen NGOs vor. Der Bericht nennt Festnahmen, Straf- und Finanzermittlungen, Kontensperren sowie Suspendierungen von Vereinen. Mindestens 47 Beschäftigte oder Mitglieder von Organisationen seien verfolgt, mindestens 14 verurteilt worden. Betroffen sind Menschenrechts- und Antirassismusgruppen sowie Wahlbeobachter.

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Maryam Moschee im texanischen Houston. (Foto: hassanstudio.com | Maryam Mosque)

Texas verschärft seinen Druck auf Muslime

DALLAS (IZ). In Texas geraten muslimische Einrichtungen und Religionsausübung zunehmend unter staatlichen Druck. Gouverneur Abbott ließ den Bürgerrechtsverband CAIR als „ausländische Terrororganisation“ einstufen. Texanische CAIR-Verbände klagten dagegen. Generalstaatsanwalt Paxton untersucht zudem ein Schlichtungsgremium wegen des Verdachts, als Gericht aufzutreten. Menschenrechts- und Religionsrechtsexperten sehen darin eine Gleichsetzung islamischer Praxis mit politischer Bedrohung.

Iran-Krieg belastet US-Waffenreserven

WASHINGTON (IZ). Der Krieg gegen Iran hat nach Berichten des „Wall Street Journal“ die US-Bestände an Präzisionswaffen und Abfangraketen stark verringert. Verlegungen von Luftabwehrsystemen aus Europa und Asien in den Nahen Osten hätten Lücken geschaffen und Planungen des Europakommandos beeinflusst. US-Vertreter fürchten laut Bericht zudem Einschränkungen für Taiwan.

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