Iran und die USA verbindet seit 47 Jahren ein zerrüttetes Verhältnis – Vertrauen scheint hier wie Glas: einmal zerbrochen, bleibt nichts wie zuvor.
(The Conversation). Der Ton der Beziehungen lässt dies deutlich erkennen. Im Jahr 2020 bezeichnete der oberste Führer des Iran Präsident Donald Trump als einen „Clown“, der nur vorgibt, das persische Volk zu unterstützen, ihm aber letztlich einen „giftigen Dolch“ in den Rücken stößt. Von Mehrzad Boroujerdi
Und in einer US-amerikanischen Version dieser Feindseligkeit sagte Trumps Sonderbeauftragter Steve Witkoff am 23. Februar 2026 über die Haltung des Präsidenten gegenüber dem Iran: „Ich möchte das Wort ‘frustriert’ nicht verwenden, denn er weiß, dass er zahlreiche Alternativen hat, aber er fragt sich, warum sie nicht … Ich möchte das Wort ‘kapituliert’ nicht verwenden, aber warum sie nicht kapituliert haben.“
Der Krieg, der am 28. Februar 2026 begann, folgt einem bekannten, allerdings gefährlichen Muster. Tiefes, historisches Misstrauen, unvereinbare strategische Interessen, innenpolitische Zwänge auf beiden Seiten, Missverständnisse und Fehlwahrnehmungen, Nullsummen-Denken und wiederholte diplomatische Überreaktionen trieben die Beziehungen zwischen dem Teheran und Washington schrittweise in einen offenen Konflikt.
Als der Iran sich weigerte, seinen Forderungen nachzugeben, beschrieb er die Führer in unverblümten Worten: „Das sind kranke Menschen. Sie sind psychisch krank. Kranke Menschen. Sie sind wütend. Sie sind verrückt. Sie sind krank.“

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Um ein tieferes Verständnis für den Iran zu erlangen, hätten die politischen Entscheidungsträger in Washington auf die Erkenntnisse von John W. Limbert zurückgreifen können.
Er war angesehener Diplomat mit vier Jahrzehnten Erfahrung in iranischen Angelegenheiten. 2008 skizzierte er im Rahmen einer Studie des U.S. Institute of Peace über den iranischen Verhandlungsstil 15 Grundsätze für Amerikaner, die erfolgreiche Verhandlungen mit diesen Gesprächspartnern anstreben.
Zu seinen wichtigsten Beobachtungen gehörte, dass jede Seite dazu neigt, vom anderen das Schlimmste anzunehmen und ihren Gegner als „unendlich hinterhältig, feindselig und doppelzüngig“ zu betrachten. Es gibt kaum Anzeichen dafür, dass diese hart erarbeitete Erkenntnis in die jüngste Rhetorik eingeflossen ist.
Und liebgewonnene Darstellungen lassen unbequeme Fakten geflissentlich außer Acht. Es war Trump, der die USA in seiner ersten Amtszeit aus dem Atomabkommen von 2015 zurückzog.
Es waren auch die USA, die in den erneuten Unterhandlungen 2025 und 2026 zweimal iranische Ziele bombardierten, während die Gespräche noch liefen.
Auch waren die Verhandlungen nie rein bilateral. Am Verhandlungstisch stand immer ein unbesetzter Stuhl, der metaphorisch für einen unsichtbaren Teilnehmer reserviert war: Israel.
Meiner Ansicht nach nutzte Premierminister Netanjahu geschickt seinen Einfluss und diplomatischen Druck, um den Prozess öffentlich und hinter den Kulissen zu gestalten.
Wenn es um den Iran ging, verstieß Trump oft gegen ein Grundprinzip der Diplomatie: Den Iran zu Zugeständnissen aufzufordern, ohne dafür eine Gegenleistung zu bieten.

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Unterdessen verschob Netanjahu wiederholt die Zielvorgaben – er behauptete, der Iran stehe kurz vor dem Erwerb einer Atomwaffe, forderte den Abbau seiner nuklearen Infrastruktur und sprach sich schließlich für einen Regimewechsel aus.
Die Verantwortung für das Scheitern kann jedoch nicht allein Washington und Jerusalem zugeschrieben werden. Die iranische Führung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Konflikt mit den USA so unlösbar geworden ist.
Ein repressives und wirtschaftlich angeschlagenes Regime stützte sich stark auf performative antiamerikanische Politik, um seine innenpolitische Legitimität zu sichern. Teheran begegnete der Unnachgiebigkeit der USA und Israels mit eigener Unbeugsamkeit und einer strategischen Überziehung.
Wie geht es weiter? Sollte es im Iran nicht zu einem Regimewechsel kommen, werden sich beide Seiten wahrscheinlich wieder an den Verhandlungstisch begeben, sobald sich der Nebel des Krieges gelichtet hat.
Die Feindseligkeiten werden nicht verschwinden, und diplomatische Höflichkeiten könnten seltener werden. Doch Diplomatie braucht kaum Vertrauen; sie erfordert Interessen. (The Conversation)
* Übersetzt und veröffentlicht im Rahmen einer CCL-Lizenz.