Bericht über den Abschluss der ersten bundesweiten Seminarreihe „Islampädagogische Arbeit mit Kindern“ in Frankfurt.
(iz). Ende Dezember fand im Saalbau Titus-Forum in Frankfurt das erste bundesweite Fortbildungsseminar zur islampädagogischen Arbeit mit Kindern seinen feierlichen Abschluss. Nach einem Jahr intensiver Arbeit war dies ein wichtiger Moment, um ein Projekt abzuschließen, das in dieser Form bislang einmalig ist. Von Karima Elmazdoula
Die Seminarreihe wurde im Namen der Islamischen Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe (IASE e.V.) unter der Leitung von Karima Elmazdoula umgesetzt sowie gemeinsam mit Dr. Ali Özgür Özdil konzipiert und entwickelt. Das Format stellt den ersten professionellen Weiterbildungskurs in Deutschland dar, der sich systematisch mit islampädagogischer Arbeit mit Kindern befasst.
Sie erstreckte sich über ein Jahr und vereinte über 40 pädagogisch Tätige aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern aus ganz Deutschland und Österreich. Ziel war es, eine fachlich fundierte, zeitgemäße (religions-)pädagogische Qualifizierung anzubieten, die dort ansetzt, wo klassische Ausbildungen häufig zu kurz greifen.

Fotos: Autorin
Viele pädagogisch Tätige arbeiten mit muslimischen Kindern, ohne in ihrer Ausbildung vertieft mit religionspädagogischen Fragen, professioneller Haltung oder islamischen Erziehungsgrundlagen in Berührung gekommen zu sein.
In 13 Modulen wurden unter anderem Fragen nach einer kindgerechten islampädagogischen Erziehung, des Verhältnisses von eigener religiöser Identität und gleichzeitig pädagogischer Professionalität sowie Fragen nach Grenzen und Verantwortung pädagogischen Handelns behandelt.
Inhaltlich spannte die Bildungsreihe einen breiten Bogen: von Bindung und Beziehung als Grundlage pädagogischer Arbeit über Didaktik und Methodik, den professionellen Umgang mit Eltern und interkulturelle Pädagogik bis hin zu konkreten religionspädagogischen Themen.
Mit diesem ersten Durchgang wurde ein grundlegender Baustein für die Weiterentwicklung islampädagogischer Arbeit gelegt. Die Absolventinnen und Absolventen dieser Weiterbildung sind Pionierinnen und Pioniere dieses Ansatzes und bilden den Ausgangspunkt für nachfolgende Generationen.
Sie wurden gezielt dazu befähigt, ihr Wissen in Teams, Einrichtungen und Fachkontexten weiterzugeben, als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu wirken und sind entsprechend zertifiziert.
Dr. Ali Özgür Özdil hat die Seminarreihe als Referent fachlich getragen. Seine Expertise und seine dialogische, zugewandte Vermittlung haben maßgeblich dazu beigetragen, dass komplexe Inhalte verständlich und praxisnah bearbeitet werden konnten.
Der große Zuspruch zur Seminarreihe bestätigt den hohen Bedarf an qualifizierten Fortbildungsangeboten in diesem Bereich. Der demografische Wandel und die gesellschaftlichen Veränderungen machen deutlich, wie wichtig es ist Qualität und Professionalisierung in der Bildung von Kleinkindern nachhaltig zu sichern. Entsprechend groß ist das Interesse an weiteren Formaten.
Die Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe (IASE e.V.) plant, die Inhalte des Seminars in Form eines praxisorientierten Fachbuches zu ergänzen und herauszubringen. Ein Meilenstein für die Professionalisierung in der islampädagogischen Arbeit.
Die Teilnehmenden der Seminarreihe zur islampädagogischen Arbeit mit Kindern blickten mit großer Zufriedenheit auf die Fortbildung zurück. Immer wieder fiel das Wort „Gewinn“ – gerade für Quereinsteiger, die sich in diesem Feld neu orientierten und Sicherheit im Umgang mit religiösen Themen suchten.
Das Seminar wurde als „toll“ und „sehr wertvoll“ beschrieben; viele betonten, wie sehr sie es ans Herz gelegt bekamen und dass sie es jeder Person empfahlen, die in irgendeinem Kontext mit Kindern arbeitete.
Besonders hervorgehoben wurde die Atmosphäre: Die Leichtigkeit, mit der Inhalte vermittelt wurden, die vielen Beispiele aus der Praxis und der Austausch in der Gruppe trugen dazu bei, dass neue Perspektiven entstehen konnten.

Fotos: Autorin
Die Teilnehmenden schätzten es, nicht nur frontal beschult worden zu sein, sondern von den Erfahrungen der anderen zu profitieren und gemeinsam an konkreten Situationen aus dem pädagogischen Alltag zu arbeiten. So wurde deutlich, wie wichtig Vernetzung war – über Professionen, Regionen und Einrichtungen hinweg.
Inhaltlich überzeugte der Kurs vor allem durch seine Verbindung von islamischen Werten und kindgerechter Pädagogik. Die Teilnehmenden betonten, dass islamische Inhalte sensibel, bewusst und zugleich verständlich vermittelt wurden.
Statt sich in abstrakten Theorien oder rein wissenschaftlichen Artikeln zu verlieren, gelang es dem Referenten Dr. Ali Özgür Özdil, einen nachvollziehbaren Bezug zur islamischen Theologie herzustellen und diesen auf alltägliche Situationen mit Kindern zu übertragen. Viele beschrieben die Fortbildung als „Wissensauffrischung mit Sensibilitätserweckung“, die bekannte Themen neu beleuchtete und eine längst fällige „Erfrischung“ bot.
Großes Lob erhielt der Referent selbst: Dr. Özdil wurde als professionell, humorvoll und didaktisch versiert geschildert. Seine Art, Kontroversen geschickt aufzugreifen und konstruktiv zu bearbeiten, hinterließ bei vielen einen bleibenden Eindruck.
Die Methodik der Kommunikation mit verschiedenen Adressatengruppen und der Umgang mit islampädagogischen Themen wurden als besonders prägnant und förderlich beschrieben. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten, dass sie den Islam gewissermaßen „mit Kinderaugen“ neu betrachten konnten und sich zugleich selbst reflektierten.
Auch Organisation und Rahmenbedingungen der Seminarreihe erfuhren viel Anerkennung. Die Module seien gut strukturiert, abwechslungsreich und kurzweilig gewesen, das Team wurde als flexibel und hilfsbereit geschildert. Dass selbst Details wie ein gelungener Abschluss mit gemeinsamem Essen positiv erwähnt wurden, zeigte, wie sehr sich die Teilnehmenden wertgeschätzt fühlten.
Am Ende blieb ein deutliches Fazit: Diese Fortbildung stärkte Haltung, fachliche Kompetenz und persönliche Sicherheit im Umgang mit religiösen Themen – und machte Lust auf mehr Vertiefung und Fortsetzung.