Verkehrte Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt: immer weniger Lehrlinge, immer mehr Studienanfänger

Berlin. (KNA) Immer mehr Jugendliche in Deutschland entscheiden sich nach dem Schulabschluss für ein Studium und nicht für eine Lehre. Dies geht aus dem „Berufsbildungsbericht 2015“ hervor, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedete. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes habe die Studienanfängerquote im vergangenen Jahr mit 57,3 Prozent einen neuen Rekord erreicht. 2013 seien es noch 53,1 Prozent gewesen.

Laut Bericht soll die Attraktivität der beruflichen Bildung erhöht werden. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung müsse in den Köpfen ankommen, erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Das duale System biete anspruchsvolle Ausbildungsberufe und interessante Perspektiven, so die Ministerin.

Mit 522.232 lag die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr laut Regierungsbericht um 1,4 Prozent niedriger als 2013. Zugleich sei die Zahl der gemeldeten unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen um 10 Prozent gestiegen auf 37.101 und habe damit „im langjährigen Vergleich einen neuen Höchststand“ erreicht.

Unterdessen beklagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), dass Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit überdurchschnittlich häufig ohne Berufsabschluss blieben. Auch die Ausbildungsplatzsuche sei deutlich schwieriger. Hier bestehe großer Handlungsbedarf. So habe im Jahr 2013 die Ausbildungsanfängerquote dieser Gruppe mit 32,1 Prozent deutlich unter der der jungen Auszubildenden mit deutschen Pass (57 Prozent) gelegen.

Junge Menschen türkischer oder arabischer Herkunft würden aufgrund ihres Namens seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Dabei sollten Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels schon aus ihrem ureigenen Interesse konsequenter allen Jugendlichen eine Chance geben. „Wir können es uns nicht leisten, so vielen Menschen keine Teilhabe zu ermöglichen“, so Özoguz.

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