Zeit des Weltgeistes: Georg Schmidts schreibt über die entscheidende Periode der Weimarer Klassik
(iz). „Sattelzeit“ nannte der Historiker Reinhart Koselleck die hundert Jahre zwischen 1750 und 1850 und dachte diese Epoche sinnbildlich als Bergsattel der Zeit zwischen Früher Neuzeit und Moderne. Den Kernbereich innerhalb dieser Zeit bildet der Deutsche Idealismus. Er ist datiert von etwa 1770 bis 1830, sein geographisches Zentrum lag in Weimar und Jena. In Weimar […]
10.08.2022 Konstantin Sakkas 6 Min. Lesezeit
Blick auf das Bett, in dem der Dichter Friedrich von Schiller verstarb. (Foto: Konstantin Sakkas)
(iz). „Sattelzeit“ nannte der Historiker Reinhart Koselleck die hundert Jahre zwischen 1750 und 1850 und dachte diese Epoche sinnbildlich als Bergsattel der Zeit zwischen Früher Neuzeit und Moderne. Den Kernbereich innerhalb dieser Zeit bildet der Deutsche Idealismus. Er ist datiert von etwa 1770 bis 1830, sein geographisches Zentrum lag in Weimar und Jena. In Weimar wirkten Goethe, Herder und Wieland; in Jena lehrten Schiller sowie zeitweise Fichte, Schelling und Hegel.
Georg Schmidt, ein routinierter und renommierter Frühe-Neuzeit-Historiker, der bis 2017 just in Jena lehrte, lässt den Deutschen Idealismus und die Weimarer Klassik im Jahr 1772 beginnen, mit der Berufung Christoph Martin Wielands zum Erzieher des damals noch minderjährigen Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar durch dessen Mutter Anna Amalia, die der Legende nach Weimar zum Musenhof gemacht habe. So erscheint Schmidts Buch also zum 250. Jubiläum der Weimarer Klassik.
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