Der Koran im „Divan“ (2)

Der West-östliche Divan ist die umfangreichste Gedichtsammlung Goethes, die zuerst 1819 und dann erweitert 1827 erschien.

23.05.2023 Serdar Aslan 9 Min. Lesezeit
Goethe Divan

Foto: <a href=https://www.flickr.com/photos/alexander_johmann/>Alexander Johrmann</a> | Lizenz: CC <a href=https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/>BY-SA 2.0</a>

„Am liebsten aber wünschte der Verfasser vorstehender Gedichte als ein Reisender angesehen zu werden, dem es zum Lob gereicht, wenn er sich der fremden Landesart mit Neigung bequemt, deren Sprachgebrauch sich anzueignen trachtet, Gesinnungen zu teilen, Sitten aufzunehmen versteht. (…) Damit aber alles, was der Reisende zurückbringt, den Seinigen schneller behage, übernimmt er die Rolle eines Handelsmanns, der seine Waren gefällig auslegt und sie auf mancherlei Weise angenehm zu machen sucht; ankündigende, beschreibende, ja lobpreisende Redensarten wird man ihm nicht verargen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Foto: H.-P. Haack, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der „Divan“ ist Goethes umfangreichste Gedichtsammlung

Der West-östliche Divan ist die umfangreichste Gedichtsammlung Goethes, die zuerst 1819 und dann erweitert 1827 erschien. Vor dem Verfassen des Divans fanden sich als ungewöhnlich zu bezeichnende Ereignisse zusammen, die mit dazu beitrugen, dass die Entstehung des Divans eingeleitet wurde. Das Koran-Blatt aus Spanien, was die 114. Sure enthielt, der islamische Gottesdienst in Weimar, dem Goethe beiwohnte und die Fülle der zu ihm gelangenden orientalischen Manuskripte aus Leipzig, darunter Kommentare zum Koran, die er intensiv studierte, waren als Eindrücke von nachhaltiger Wirkung, die ihn gar dazu brachten Arabisch lernen zu wollen.

„Durch sie fühlte sich Goethe in seinem Bestreben zur „Hegire“, zur ideellen Auswanderung ins Morgenland, ermutigt und bestärkt.“ Doch den entscheidenden Anstoß gab der persische Dichter Hafis, dessen Diwan (1812) er in der Übersetzung von Josef von Hammer geschenkt bekam.

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