Waffen gegen Rohstoffe – Vertreter der EU wollen mehr Druck auf Regionalmächte, die den Krieg im Sudan nicht befrieden. Die Lage der Menschen in dem Land werde immer schlimmer.
(KNA). Die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, hat Staaten kritisiert, die den Krieg im Sudan befeuerten. „Was wir erleben, ist das Ergebnis eines brutalen Kampfes um Ressourcen durch Akteure, die keinerlei Gnade für ziviles Leben zeigen“, so Lahbib am 10. Februar im Europäischen Parlament in Straßburg. Sie forderte nachhaltigen Druck auf die Regionalmächte.
Diese nutzten den Sudan als Boden für einen Stellvertreterkrieg, während sie öffentlich nach Frieden riefen, kritisierte die Politikerin. Namentlich nannte sie keine Staaten. Verbindungen der Bürgerkriegsparteien gibt es Beobachtern zufolge beispielsweise nach Ägypten, Libyen, Russland, in die Türkei und zu arabischen Staaten.

Fotos: SUNA/Sudan Transitional Authority (Collage IZ Medien)
Auch mehrere Abgeordnete bezeichneten den Konflikt im Sudan als Stellvertreterkrieg. „Waffen gegen Rohstoffe“ – so nannte die niederländische Christdemokratin Ingeborg Ter Laak das Vorgehen der Regionalmächte. Sie machte vor allem auf eine katastrophale Situation der Kinder im Sudan aufmerksam. Redner verschiedener Fraktionen forderten ein entschiedeneres Handeln von der EU-Kommission und den europäischen Staaten.
Lahbib betonte, die EU sei immer klar in ihren Forderungen gewesen nach einem Waffenstillstand und Rechenschaft für Täter. Sie sagte, die Krise im Sudan werde immer schlimmer, die humanitäre Lage sei „jenseits der Katastrophe“. Der Sudan sei außerdem einer der tödlichsten Orte für Helfer. „Wir rufen noch einmal alle Parteien auf, dass es einen sicheren Zugang für humanitäre Organisationen gibt.“
Die EU habe zwischen 2023 und 2025 fast 700 Millionen Euro für humanitäre Partner im Sudan und den Nachbarländern zur Verfügung gestellt. In den vergangenen drei Jahren habe die Kommission darüber hinaus 225 Millionen Euro für Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt, etwa für Nahrungsmittelsicherheit, Gesundheit und Bildung.
„Aber es gibt immer noch ungeheure Finanzierungslücken, und massive Konsequenzen ergeben sich daraus“, so die Kommissarin.
Im Sudan begann im April 2023 ein Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces um die Vormachtstellung im Land. Seitdem kamen mehr als 150.000 Menschen ums Leben.
Die UN-Organisation für Migration geht davon aus, dass seit Beginn der Kämpfe fast jeder dritte Einwohner des Sudans vertrieben wurde. Der anhaltende Krieg gilt als größte humanitäre Krise der Welt. Der Sudan ist reich an Rohstoffen wie Gold und Öl.
