Syed Muhammad Naquib al-Attas – Vorbild in unklaren Zeiten

Syed Muhammad Naquib al-Attas ist in der Nacht des 8. März 2026 im Monat Ramadan verstorben – mit ihm endet eine Epoche muslimischen Denkens.

7.04.2026 Sulaiman Wilms 5 Min. Lesezeit
attas

Foto: Muslim Mirror

(Kasurian/IZ). Er galt als einer der führenden zeitgenössischen Philosophen und Sufis der muslimischen Welt. Von Muhammad Bin Abdul Majid & Ali Kocaman

Für junge Menschen weltweit war der Malaya der Beweis, dass man zugleich modern und tief in Tradition verwurzelt denken kann. Seine Arbeiten zu Adab, Bildung und Weltanschauung sind Orientierungspunkte für jene, die heute angesichts von Säkularismus, Zynismus und Identitätskrisen nach einer klaren, würdevollen muslimischen Stimme suchen.

Syed Muhammad Naquib Al-Attas trat aus einer langen, verflochtenen Genealogie hervor, in der arabische, javanische und osmanische Linien ineinandergreifen. Er wuchs zugleich zwischen traditioneller Madrasa, kolonial-englischer Schulbildung und dem Kosmos malaiischer Manuskripte auf.

In dieser Doppelbelichtung formte sich früh eine intellektuelle Trias: die islamischen Wissenschaften, eine hohe metaphysische Reflexion über Gott, Welt und Mensch sowie die feingliedrige, poetische Welt der heimischen Literatur.

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