
Grand Magal: Im Senegal treffen sich in der Stadt einmal im Jahr und gedenken dem bekannten Schaikh Ahmadou Bamba.
(iz). Der Grand Magal von Touba ist das größte religiöse Fest und die wichtigste Wallfahrt der Mouride-Tariqa im Senegal. Das Wort „Magal“ bedeutet Lobpreisung in der Sprache Wolof. Der Event vereint spirituelle Traditionen und mit der lokalen Kultur.
Es findet jährlich am 18. Safar (dieses Jahr: am14. August), dem zweiten Monat des islamischen Kalenders, in der religiös wichtigen Stadt Touba statt. Unzählige Gläubige aus dem Senegal und den Nachbarländern kommen zusammen, um das Leben und die Lehren des Gründers, Schaikh Ahmadou Bamba, zu ehren.
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Jedes Jahr pilgern mehrere Millionen Menschen hierher, viele aus Senegal, Gambia und der weltweiten Diaspora. Hier besuchen sie die Große Moschee und das Mausoleum von Ahmadou Bamba.
Die Reise und die Festtage sind geprägt von Gebeten, Gemeinschaft, Essen, Gesang und dem Teilen – Hotels gibt es in Touba nicht, Fremde werden von Einheimischen aufgenommen und versorgt.
Das Fest erinnert an sein Exil durch die französischen Kolonialherren im Jahr 1895. Für die Mouriden symbolisiert dieses Ereignis Schaikh Ahmadou Bamba‘s spirituelle Stärke und Standhaftigkeit.
Er spielte eine wichtige Rolle im Kampf Senegals um die Befreiung des Landes und wurde in einigen westlichen Quellen wegen seiner Form des Widerstands gegen den Kolonialismus und seiner Opferbereitschaft mit Mahatma Gandhi verglichen.
Senegal, das 1960 seine Unabhängigkeit erlangte und ein säkularer Staat wurde, hat es geschafft, die auf dem Sufismus basierenden Orden als integralen Bestandteil des sozialen und politischen Lebens zu bewahren.
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Die Pilger besuchen die Große Moschee von Touba und sein Mausoleum von Ahmadou Bamba. Der Grand Magal ist sowohl religiöses Ritual als auch gesellschaftliches Ereignis. Er stärkt das Gemeinschaftsgefühl, fördert die Bindung an den Gründer und dient auch als Treffpunkt für Familien und spirituelle Führer.
Mit mehreren Millionen Teilnehmenden zählt er zu den größten religiösen Zusammenkünften weltweit. Neben spirituellen Aktivitäten werden soziale, kulturelle und wirtschaftliche Kontakte gepflegt. Touba ist während des Fests im Ausnahmezustand – die Stadt ist überfüllt und eine spezielle ökonomische Dynamik entsteht, da viele Waren auf Märkten angeboten werden.
Das Ereignis verwandelt die Stadt Touba für einige Tage in eine Millionenmetropole, mit einigen Herausforderungen für Wasser- und Müllversorgung.
Rund um die Moschee erwächst ein riesiger Markt, der von Nahrungsmitteln bis zu Fußballtrikots alles bietet und enorme wirtschaftliche Impulse für die Region setzt. Lokale Infrastruktur, Transport und Handel profitieren stark.
Gleichzeitig fördert das Fest den sozialen Zusammenhalt: Rivalitäten ruhen, und viele nutzen die Gelegenheit für Familienbesuche und Versöhnung.