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Menschenrechtler verurteilen Hinrichtungen in Mali

Foto: ssu.gov.ua/VOA

Bamako (KNA). Human Rights Watch (HRW) wertet die Hinrichtung von rund 300 Männern in Mali als eine „schlimmsten Gräueltaten“ in der zehnjährigen Krise des Landes. Rund um die Stadt Moura im Zentrum des Landes hatten malische Streitkräfte und russische Söldner Ende März mehrere hundert Männer wegen angeblicher Mitgliedschaft in Terrorgruppen festgenommen und in Schnellverfahren hingerichtet.

Die Militärregierung von Oberst Assimi Goita hatte am Wochenende von 203 Getöteten und 51 Verhaftungen gesprochen. Das Gebiet werde „systematisch gereinigt“. Moura, nahe der historischen Stadt Djenne gelegen, sei jahrelang unter der Kontrolle der islamistischen Gruppierung „Katiba Macina“ gewesen.

Diese stammt aus Zentralmali und rekrutiert vor allem Mitglieder aus dem Volk der Peul. Augenzeugen berichten, dass islamistische Gruppierungen in besetzten Gebieten eigene Strukturen einführten, etwa ein eigenes Steuersystem sowie das islamische Recht, die Scharia.

„Misshandlungen durch bewaffnete islamistische Gruppen rechtfertigen keineswegs ein vorsätzliches Abschlachten von Menschen in Gewahrsam durch das Militär“, erklärte die Sahel-Direktorin bei Human Rights Watch, Corinne Dufka, am 5. April.

Malis Regierung sei für diese „Gräueltaten“ verantwortlich. Neben malischen Soldaten sollen diese von russischen Söldnern der Wagner-Gruppe ausgeführt worden sein. Durch ein Abkommen sollen derzeit bis zu 1.000 Söldner im Land sein. International war das scharf verurteilt worden.