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Regierungsbeauftragter Klein sieht „gefährliche Allianz“ von Antisemitismus und Rassismus

Rassismus
Foto: Freepik.com

Köln (KNA). Laut dem Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, bilden Antisemitismus und Rassismus oftmals eine gefährliche Allianz. „Rassismus und Antisemitismus sind beides weitverbreitete Einstellungen und Denkmuster in der deutschen Bevölkerung, die häufig korrelieren“, sagte Klein am 18. März vor Journalisten in Köln. Das hätten auch die Anschläge von Halle und Hanau gezeigt. „Deshalb ist es wichtig, dass wir mit vereinten Kräften gegen diese Menschenverachtung vorgehen.“

Klein äußerte sich anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die noch bis zum 27. März laufen. Die bundesweiten religiösen Feiern im Rahmen der Aktion finden von Freitag bis Montag in Köln statt. Klein nahm zum Auftakt an einem muslimischen Freitagsgebet teil. In den kommenden Tagen gibt es weitere Feiern unter Beteiligung von Christen, Juden, Aleviten, Bahai, Hindus, Buddhisten, Jesiden und Sikhs.

Klein warnte davor, den Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Islamfeindlichkeit gegeneinander auszuspielen. Derzeit finde eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Verbrechen der Kolonialzeit statt, die sich auf dieses Spannungsfeld verengen lasse. Es gehe dabei im Kern darum, die Beispiellosigkeit der Verbrechen an den Juden im Nationalsozialismus in Frage zu stellen. „Die Schoah anzuerkennen, bedeutet nicht, andere Gewalttaten wie rassistische Völkermorde zu relativieren“, sagte der Antisemitismusbeauftragte.

Der Vorstand der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, Jürgen Micksch, betonte, dass Rassismus und Gewalt mit religiösen Werten nicht zu vereinbaren seien. Jährlich gebe es etwa 2.000 antisemitische Vorfälle in Deutschland und rund 2.000 gemeldete islamfeindliche Vorfälle. Zahlreiche weitere Angriffe gegen Geflüchtete zeigten: „Um ein Umdenken in der Gesellschaft zu bewirken, braucht es Ausdauer und Geduld.“

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden jährlich rund um den „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ am 21. März statt. In Deutschland liegt die Koordination bei der Stiftung für die Internationalen Wochen in Darmstadt.