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Libanon. Massenflucht nach wochenlangen israelischen Angriffen

Libanon

Nach Beginn der völkerrechtswidrigen militärischen Attacken auf den Iran am 28. Februar weiteten sich die Israelichen Luftangriffe auf den Libanon aus. Mitarbeitende der Hilfsorganisation Islamic Relief im Land berichteten von Massenpanik und Vertreibung.

(IRD). Familien suchen Zuflucht in Schulen, um den tödlichen Bombardierungen und Zwangsevakuierungen zu entkommen. Angesichts der Eskalation im gesamten Nahen Osten wird befürchtet, dass bis zu einer Million Menschen im Libanon vertrieben werden könnten.

Das würde zu einer schweren humanitären Krise führen, lautete die Warnung von Islamic Relief Deutschland. Die Luftangriffe seien schlimmer als 2024, berichtete Landesdirektor Akram Sadeq am 3. März vor Ort.

Die Lage im Libanon hat sich seitdem dramatisch zugespitzt. Zeitgleich wurden bei Attacken auf Beirut (einschließlich der südlichen Vororte), das Bekaa-Tal, Tyros, Nabatieh und zahlreiche Dörfer im Süden mindestens mehrere Dutzend Menschen getötet und 149 weitere verletzt.

Hunderttausende Zivilisten haben seitdem keinen sicheren Ort, an den sie sich begeben können, da das israelische Militär die Bevölkerung aufgefordert hat, große Teile des Südlibanon zu verlassen. Tausende Familien sind dadurch gezwungen, nach Norden in Richtung Beirut zu fliehen, wo schwere Luftangriffe Menschen töten oder verletzen.

Die Straßen sind überfüllt mit Flüchtenden, die alles, was sie können, in Autos und Lastwagen gepackt haben. Einige Familien berichteten den Helfern von Islamic Relief, dass sie für eine Strecke von nur 48 Kilometer sechs oder sieben Stunden gebraucht hätten. Die Regierung hat Hunderte Schulen in Beirut,

im Libanongebirge und anderen Teilen des Nordens als Notunterkünfte für vertriebene Familiengruppen ausgewiesen. Teams von Islamic Relief vor Ort kündigten an, Hilfe in Form von Lebensmitteln, Wasser, Decken, Matratzen und Hygieneartikeln zu leisten.

Akram Sadeq, Landesdirektor der Hilfsorganisation im Libanon, erklärte, die Luftangriffe seien schlimmer als während des Krieges von 2024. Dieser hatte im ganzen Land massive Zerstörungen und zivile Opfer verursacht.

„Die Luftangriffe begannen mitten in der Nacht und weckten Familien, die nach einem Tag des Fastens im heiligen Monat Ramadan schliefen. Die heutigen Angriffe sind noch stärker und umfangreicher als die, die wir 2024 erlebt haben. 

Es wird erwartet, dass bis zu eine Million Menschen aus ihren Häusern fliehen werden, und der Zustrom von Menschen aus dem Süden des Libanon in den Norden ist massiv. Die Lage ist sehr angespannt. Die Menschen fliehen aus dem Süden wegen der israelischen Luftangriffe und der Evakuierungsbefehle, aber was sie noch mehr fürchten, ist die Möglichkeit einer Bodeninvasion.

Foto: Islamic Relief Deutschland

Die libanesische Regierung verfügt nicht über die Ressourcen, um eine derart massive Vertreibung alleine zu bewältigen. Islamic Relief arbeitet mit der Regierung und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass vertriebene Familien mit Lebensmitteln und Hilfsgütern versorgt werden.“

Wie die Organisation in ihrer Pressemitteilung erklärte, stünden auch Teams im Irak, Jordanien, Syrien und Jemen bereit, um Hilfe zu leisten. Als humanitäre Hilfsorganisation sei man zutiefst besorgt, dass eine weitere Destabilisierung Millionen von Zivilisten in der gesamten Region beeinträchtigen und vertreiben könnte.

Sie forderte alle Parteien auf, eine diplomatische Lösung anzustreben, ihre Verpflichtungen gemäß dem Kriegsvölkerrecht einzuhalten, das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Organisationen weiterhin sicher arbeiten können.

Islamic Relief ist als globales Hilfsnetzwerk seit 2006 im Libanon tätig und unterstützt in der aktuellen Krise Menschen in Not. Seine lokale Stelle hatte bisher vertriebenen Familien und lokalen Aufnahmegemeinschaften in Nabatieh, Tyros und Bekaa geholfen, die nun wieder flüchten müssen.

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Ein völkerrechtswidriger Krieg ohne klaren Ausgang

krieg iran

Die USA und Israel haben am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran begonnen, dessen Ausgang und Folgen noch nicht abzusehen sind.

(iz). Der ansonsten eher zurückhaltend auftretende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trat am 24. März anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Auswärtigen Amtes ungewohnt undiplomatisch auf.

Er bezeichnete den von den USA und Israel begonnenen Irankrieg als „Völkerrechtsbruch“. Dieser Krieg sei für ihn völkerrechtswidrig, daran gebe es wenig Zweifel. Darüber hinaus bezeichnete er ihn als „politisch verhängnisvollen Fehler“. Er sei vermeidbar und unnötig gewesen.

Foto: US-DoD/gemeinfrei

Die bisher als „präventiv“ und „begrenzt“ präsentierte Aggression gegen Teheran hat sich innerhalb eines Monats zu einem offenen Regionalkrieg entwickelt, der sich nach wie vor einer klaren Prämisse entzieht, jedoch einer fatalen Logik der Eskalation folgt.

Dazu passt, dass der US-Präsident seit Beginn der Angriffe am 28. Februar wiederholt von unterschiedlichen Absichten, der Dauer des Konflikts und einem Endszenario sprach.

Mal war der Krieg fast entschieden, in anderen Momenten sollte er noch mehrere Wochen anhalten. So widerrief er am Morgen des 23. März ein für diesen Tag angekündigtes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus.

Am 28. Februar 2026 begannen koordinierte Luft- und Raketenangriffe auf iranische Führungseinrichtungen, Kommandozentralen, die Luftabwehr sowie Nuklearanlagen. Bei den ersten Schlägen wurde Revolutionsführer Ali Khamenei getötet, viele Spitzenfunktionäre kamen ums Leben.

Die von Washington als „Epic Fury“ bezeichnete Operation begann, obwohl die indirekten Nuklearverhandlungen unter omanischer Vermittlung offiziell noch nicht gescheitert waren. Bereits am ersten Tag wurde dabei eine iranische Schule getroffen, bei der nach dortigen Angaben bis zu 180 Schülerinnen ums Leben kamen.

In den ersten Stunden antwortete der Iran mit massiven Salven auf Israel, US-Basen in der Region sowie auf Ziele in Nachbarstaaten. Ein Teil der Angriffe wurde abgefangen, es gab jedoch Tote, Verletzte und erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Schnell weitete sich das Schlachtfeld aus.

Während Tel Aviv und Washington weitere Wellen gegen Raketenstellungen, Marineeinheiten im Golf und dortige Einrichtungen flogen, nahm Teheran gezielt Städte in Israel, Luftwaffenstützpunkte und logistische Knotenpunkte in der Region ins Visier.

Foto: Dan Scavino | Lizenz: gemeinfrei

Innerhalb einer Woche waren mehr als ein Dutzend Staaten betroffen, so durch Überflüge, Raketenabbrüche, Cyberangriffe und Störungen des zivilen Luft- und Schiffsverkehrs. In der Straße von Hormus und im Golf von Oman wurden iranische und US-Schiffe beschossen. Tanker meldeten Vorfälle und die ersten Handelsschiffe änderten ihre Routen oder stellten ihre Fahrten ein.

Parallel zum externen Krieg verschärft sich die innere Repression im Iran: Schon im Januar 2026 hatten Sicherheitskräfte die größten Proteste seit 1979 mit tausenden Toten niedergeschlagen. Nun nutzt die neue Führung unter Mojtaba Khamenei den Kriegszustand, um Oppositionelle, Journalisten und Aktivisten weiter zu verfolgen.

Die Intensität der Raketenangriffe seitens Teherans hat mittlerweile etwas abgenommen, doch der Konflikt ist nicht entschieden. Die US-israelische Koalition kontrolliert die Lufträume und Seewege nur teilweise.

Foto: Avash Media//Wikimedia Commons | Lizenz: cc BY 4.0

Das Raketenarsenal des Irans ist geschwächt, aber nicht ausgeschaltet, und die Führungsstruktur des Regimes hat sich unter neuem Oberhaupt stabilisiert. Währenddessen droht jeder weitere eskalierende Schritt, wie die Zerstörung von Infrastruktur – etwa Entsalzungsanlagen, Wasser- und Elektrizitätswerke –, den Konflikt zu entgrenzen und zu verschärfen.

Trump ist sich bewusst, dass der Krieg im Land und bei Verbündeten auf Ablehnung stößt und die Weltwirtschaft destabilisiert. Am 16. März stiegen die Ölpreise auf über 87,59 Euro pro Barrel.

Netanjahu hingegen will ihn nicht beenden, ohne dem Iran eine entscheidende Niederlage zuzufügen, die zumindest dessen Atom- und Raketenprogramme beendet.

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Palästinenser scheitert mit Klage gegen Rüstungsexporte in Karlsruhe

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Ein Palästinenser hatte sich gegen Genehmigungen für Rüstungsexporte nach Israel gewandt. Dadurch sah er eine Schutzpflicht des deutschen Staates verletzt. Diese ergebe sich aus dem im Grundgesetz verankerten Recht auf Leben.

(KNA). Ein im Gazastreifen lebender Palästinenser ist mit seiner Verfassungsbeschwerde gegen die deutsche Genehmigung von Rüstungslieferungen nach Israel gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Beschwerde in einem am 11. Februar veröffentlichten Beschluss für unzulässig.

Zuvor hatten das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main und der Hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass dem Mann die Klagebefugnis fehle, weil er nicht geltend machen könne, in eigenen Rechten verletzt zu sein.

Foto: nitpicker | Shutterstock

Die Karlsruher Richter betonten, aus dem Grundgesetz ergebe sich zwar der Auftrag an den deutschen Staat, das humanitäre Völkerrecht und die internationalen Menschenrechte zu schützen. „Unter bestimmten Bedingungen“ könne aus diesem Auftrag „die Pflicht folgen, im Ausland lebende Menschen zu schützen“.

Die staatlichen Organe entschieden jedoch „grundsätzlich in eigener Verantwortung, wie sie den allgemeinen Schutzauftrag und etwaige konkrete Schutzpflichten erfüllen“, so das Bundesverfassungsgericht. Im Bereich der Außenpolitik überlasse das Grundgesetz der Bundesregierung einen „weit bemessenen Spielraum zur eigenverantwortlichen Aufgabenwahrnehmung“.

Die von dem Palästinenser erhobene Beschwerde richtete sich konkret gegen die Erteilung von Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Israel. „Seine Ehefrau und seine Tochter wurden am 20. Februar 2024 bei einem israelischen Luftangriff getötet. Sein Vater und drei seiner Brüder kamen am 4. Dezember 2024 bei einem israelischen Luftangriff ums Leben“, heißt es im Karlsruher Beschluss.

Am 11. und 16. Oktober 2024 habe das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle die hier angegriffenen Genehmigungen erteilt. Diese hätten nach Angaben der Bundesregierung zusammen einen Wert von rund 4,5 Millionen Euro aufgewiesen und etwa Gehäuse für Panzergetriebe zum Gegenstand gehabt. 

Diese Genehmigung erfolgte damit rund ein Jahr nach dem 7. Oktober 2023, an dem die Terrororganisation Hamas Israel überfiel und rund 1.200 Menschen tötete – worauf eine Militäroffensive Israels im Gazastreifen mit wohl mehreren Zehntausenden Toten folgte.

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Foto: Shutterstock, Anas-Mohammed

Der Kläger argumentierte, mit den Ausfuhrgenehmigungen werde eine Schutzpflicht des deutschen Staates verletzt, die sich aus dem Recht auf Leben ergebe, das in Artikel 2 des Grundgesetzes verankert ist.

Laut Karlsruher Beschluss haben die Fachgerichte jedoch „in nicht zu beanstandender Weise“ festgestellt, dass in Deutschland die Voraussetzungen vorlägen, „um den Risiken des Rüstungsexports mit Blick auf den Schutz der Menschenrechte und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts wirksam zu begegnen“.

Az: 2 BvR 1626/25 – Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Februar 2026 Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 19. September 2025 – 6 B 2457/24 Beschluss des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main vom 16. Dezember 2024 – 5 L 3799/24.F

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 369: von Menschenrechten bis zu Gefechten an der pakistanischen Grenze

Jeffrey Epstein kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 369: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. Menschenrechte, Expansion in der Westbank und Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan

Epstein-Akten: Milliardäre in Afghanistan

WASHINGTON (IZ). Neue E-Mails aus dem Umfeld von Jeffrey Epstein belasten den US-Milliardär Tom Pritzker. In einer Nachricht von Juni 2011 beschreibt Pritzker, er befinde sich in einem „entlegenen Tal Afghanistans“ mit bewaffneten Soldaten – „toys and boys“ – und bezeichnet dies als seinen Geburtstagswunsch. In Online-Debatten wird zudem behauptet, der damalige Kommandeur David Petraeus habe diesen Einsatz ermöglicht. Unabhängige Bestätigungen dafür liegen bislang nicht vor.

Foto: John Smith 2021, Shutterstock

Taliban grenzen Frauen noch weiter aus

KABUL (KNA/IZ). Die Taliban grenzen Frauen in Afghanistan immer weiter aus dem öffentlichen Leben aus. Diese hätten kaum noch Rechte, die sie aktiv nutzen können, sagte die Afghanistan-Referentin bei Caritas international, Henrike Bittermann, in einem am 5. Februar veröffentlichten Interview. „Zuletzt war in der Presse zu lesen, dass ihnen sogar das Wort verboten wurde.“ Allerdings unterscheide sich die Situation je nach Provinz. Auf den Straßen der Hauptstadt Kabul seien beispielsweise Frauen zu sehen, die sich auch ohne Begleitung eines männlichen Familienmitglieds bewegten, obwohl dies eigentlich Vorschrift sei. Dessen ungeachtet sei die Lage der weiblichen Bevölkerung in dem asiatischen Land extrem hart. „Jede Bewegung und jedes Wort, das in die falsche Richtung gehen könnte, kann schlimme Folgen haben.“ Dazu litten insbesondere Frauen und Kinder unter massiven Mängeln in der medizinischen Versorgung, so die Expertin weiter. Caritas international sei unter anderem im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit tätig.

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Foto: GRAPHIC DESIGN BLOG

AU für palästinensische UN-Mitgliedschaft

ADDIS ABEBA (KUNA). Die Afrikanische Union (AU) forderte am 15. Februar die Aufnahme des Staates Palästina als Vollmitglied in die Vereinten Nationen und die Ausrufung einer dringenden humanitären Waffenruhe im Sudan. Dies geht aus der Abschlusserklärung des Afrikanischen Gipfels hervor, der am 14. Februar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begann. Darin wird betont, dass die Aufnahme Palästinas als Vollmitglied in die UNO ein legitimes Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung und Beendigung der Besatzung ist. In der Erklärung wurden auch alle Versuche, das palästinensische Volk gewaltsam nach Ägypten oder Jordanien zu vertreiben, entschieden zurückgewiesen und als schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet.

HRW sieht Menschenrechte unter Druck

BANGKOK (KNA). In Süd- und Südostasien haben Einschränkungen der Menschenrechte und der Religionsfreiheit laut Human Rights Watch weithin zugenommen. Besonders Hongkong, China, Vietnam und Kambodscha hätten 2025 wachsende Repressionen und Menschenrechtsverletzungen erlebt, erklärten Vertreter am 5. Februar in Bangkok. Sie stellten dort das Asien-Kapitel ihres Jahresberichts vor. In Ländern wie Indien, Pakistan, Indonesien und China gerieten religiöse Minderheiten immer stärker unter Druck, hieß es. So unternehme Delhi nichts zu deren Schutz, sagte Meenakshi Ganguly, Repräsentantin von Human Rights Watch in Südasien. Mit Blick auf China erklärte Human Rights Watch in Bangkok, Tibeter, Uiguren und andere Gemeinschaften mit eigener Identität, darunter Mitglieder inoffizieller Kirchen, seien schwerster Unterdrückung ihrer Rechte ausgesetzt.

bangladesch yunus

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Sieg für Mitte-Rechts bei Präsidialwahlen

DHAKA (KNA). Die Bangladesh Nationalist Party (BNP) hat bei der Parlamentswahl am 12. Februar eine klare Mehrheit errungen. Laut dem vorläufigen Ergebnis errang die Mitte-Rechts-Partei zusammen mit ihren Partnern mindestens 212 von 299 Mandaten. Die lange als Favoritin gehandelte Partei Jamaat-e-Islami und ihre Verbündeten landeten abgeschlagen dahinter. Der BNP-Spitzenkandidat und designierte Premierminister Tarique Rahman rief seine Anhänger am 13. Februar auf, keine Siegesfeiern zu veranstalten. Stattdessen sollten sie in den Moscheen für das Wohlergehen der Nation beten. Ex-Premierministerin Sheikh Hasina hatte im Sommer 2024 vergeblich versucht, Proteste gegen ihre Regierung von Polizei und Schlägertrupps ihrer inzwischen verbotenen Partei Awami-Liga niederschlagen zu lassen. Mehr als 1.000 Demonstranten wurden damals laut UN-Angaben getötet. Eine Übergangsregierung unter Leitung von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus übernahm die Macht.

Dodik will enger mit Israel kooperieren

BANJA LUKA (IZ). Der bosnisch-serbische Führer Milorad Dodik hat Israel einen mehrtägigen Besuch abgestattet. In Jerusalem traf der wegen sezessionistischer Politik international kritisierte Nationalist unter anderem Präsident Herzog und Ministerpräsident Netanjahu. Kritiker in Bosnien werfen Dodik vor, den Besuch zur Stärkung seiner separatistischen Agenda zu nutzen.

Grenze migration

Foto: Sergey Chayko, Shutterstock

HRW über „Stimmung gegen Migranten“

BRÜSSEL (IZ). Human Rights Watch warnt vor einer verschlechterten Stimmung gegenüber Migranten in Europa und kritisiert eine „Normalisierung“ migrationsfeindlicher Rhetorik durch etablierte Parteien. Im EU-Kapitel des aktuellen World Report dokumentiert HRW, dass Regierungen Migration „um fast jeden Preis“ eindämmen wollen. Diese Politik verschärfe soziale Spannungen, fördere Rassismus und gefährde grundlegende Rechte von Geflüchteten und anderen Schutzsuchenden.

USA setzen Versuche von Einflussnahme fort

BRÜSSEL (IZ). Die US-Regierung intensiviert ihre Versuche, den politischen Diskurs in Europa zu beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Unterstaatssekretärin für öffentliche Diplomatie, Sarah Rogers, die im Dezember mehrere europäische Städte besuchte und sich mit einflussreichen Thinktanks traf. Laut Medienberichten sondierte sie dabei gemeinsam mit führenden Vertretern von Nigel Farages Reform UK den Einsatz spezieller Fördermittel, um „amerikanische Werte“ und eine MAGA-nahe Freiheitsrhetorik in Europa zu verankern.

todeszone gaza

Foto: Ran Zisovitch/Shutterstock

Wegen Genozid: Richter erlässt Haftbefehle

PARIS (IZ). Französische Ermittlungsrichter haben Haftbefehle gegen zwei französisch-israelische Aktivistinnen erlassen, denen „complicité de génocide“ vorgeworfen wird. Nili Kupfer-Naouri und Rachel Touitou sollen 2024 und 2025 an Grenzübergängen wie Kerem Schalom wiederholt Hilfstransporte in den Gazastreifen blockiert und öffentlich dazu aufgerufen haben, die Versorgung der Zivilbevölkerung zu verhindern. Die Haftbefehle gelten als weltweit erster Fall, in dem das gezielte Behindern humanitärer Hilfe als mögliche Beihilfe zum Völkermord geprüft wird.

Gericht hebt Verbot von „Palestine Action“ auf

LONDON (IZ). Das britische High Court hat am 13. Februar das Verbot der Gruppe „Palestine Action“ nach Anti-Terror-Gesetzen für „rechtswidrig“ erklärt. Dennoch bleibt das Verbot vorerst bestehen, da die Regierung Berufung einlegen will. Mitbegründerin Ammori sprach von einem „monumentalen Sieg“ für Grundrechte und Meinungsfreiheit, während sie das ursprüngliche Verbot als schwerwiegenden Angriff auf die freie Rede verurteilte. Die Einstufung erfolgte 2025 unter Innenministerin Cooper und stellte die Gruppe auf eine Stufe mit Al-Qaida und IS.

Foto: UN Photo / Jean-Marc Ferré, via flickr | Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Türk will Schritte gegen „aggressive Expansion“

GENF (KNA). Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen Türk hat zu Maßnahmen gegen die nach seinen Worten aggressive Ausweitung israelischer Siedlungen aufgerufen. Israel treibe eine rassistische Segregation voran, erklärte ein Sprecher am 6. Februar in Genf. Die völkerrechtswidrigen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland müssten nach mehreren Urteilen des Internationalen Gerichtshofs aufhören, bestehende illegale Siedlungen seien zu räumen. Die Staatengemeinschaft solle „unverzüglich handeln“.

Neue Gewalt verschärft humanitäre Lage

ADEN (IZ/IOM). Neue Gewalt im Osten des Landes droht die fragile Machtbalance im Jemen zu verschieben: Erneute Kämpfe und Unsicherheit treiben seit Wochen Familien aus Hadramaut und angrenzenden Gebieten Richtung Ma’rib, eine der letzten Hochburgen der anerkannten Regierung und Knotenpunkt rivalisierender Milizen. Der plötzliche Zustrom Tausender Binnenvertriebener verschärft den Wettbewerb um Territorium, Ressourcen und externe Hilfsgelder und könnte lokale Absprachen zwischen Regierungskräften, mit Riad verbündeten Formationen und anderen bewaffneten Akteuren destabilisieren. Die IOM warnte, das anhaltende Machtvakuum und die unterfinanzierte Hilfe eröffneten Spielräume für weitere Eskalation.

Ägypten

Foto: Daniel Torok | Lizenz: gemeinfrei

Kasachstan will Stabilisierungstruppe entsenden

ASTANA (IZ). Kasachstan will sich laut Präsident Kassym-Jomart Tokajew aktiv an einer internationalen Stabilisierungstruppe für Gaza beteiligen. Geplant sind die Entsendung von Militär- und Sanitätseinheiten sowie Unterstützung beim Wiederaufbau von Infrastruktur, Schulen und Krankenhäusern. Zudem sollen 500 Stipendien für Palästinenser vergeben und humanitäre Hilfe, etwa in Form von Weizenlieferungen, geleistet werden.

Massive Verletzungen von Menschenrechten

GENF (IZ). Migranten und Flüchtlinge in Libyen sind laut einem neuen Bericht des UN-Menschenrechtsbüros systematischen und brutalen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, darunter Tötungen, Folter, sexualisierte Gewalt und Menschenhandel. Auf Grundlage von fast 100 Interviews beschreibt der Bericht ein ausbeuterisches, „normalisiertes“ System, in dem Betroffene entführt, willkürlich in Haftzentren gebracht und zur Sklavenarbeit, Prostitution und Zahlung von Lösegeld gezwungen werden. UN-Kommissar Türk sprach von einem „nie endenden Albtraum“ und forderte zusammen mit der UN-Mission in Libyen ein Ende gefährlicher Abfangaktionen. 

Künstliche Intelligenz KI

Foto: Supatman, Adobe Stock

Kommunen sammelten Daten von Muslimen

DEN HAAG (IZ). Zehn niederländische Kommunen haben jahrelang heimlich sensible Daten über muslimische Einwohner und Moscheegemeinden gesammelt und auswerten lassen – ohne Wissen der Betroffenen und ohne rechtliche Grundlage. Die Auftragsstudien enthielten Informationen zu religiösen Überzeugungen, politischen Ansichten, Familienstrukturen sowie Spannungen innerhalb von Moscheen und wurden teils mit Polizei und Sicherheitsbehörden geteilt. Die Datenschutzbehörde verhängte gegen die Städte – darunter Delft, Eindhoven, Tilburg und Zoetermeer – Bußgelder von insgesamt 250.000 Euro und sprach von einem schweren Verstoß gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung, der das Vertrauen vieler Muslime nachhaltig beschädigt habe.

Erschütterndes Massaker mit über 160 Toten

ABUJA (KNA). Bei einem bewaffneten Angriff auf mehrere Dörfer im westnigerianischen Bundesstaat Kwara sind nach übereinstimmenden Angaben von Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen mehr als 160 Menschen getötet worden. Die Attacke ereignete sich den Angaben zufolge in der Region Kaiama. Die Regierung des Bundesstaates machte „terroristische Zellen“ für das Massaker verantwortlich. Nigerias Präsident Bola Tinubu beschuldigte die Terrororganisation Boko Haram, während andere politische Stimmen die Splittergruppe Lakurawa verdächtigen.

Proteste gegen Hijab-Verbot für Schulkinder

WIEN (KNA). In Wien haben am 13. Februar rund 200 Personen gegen ein geplantes Kopftuchverbot für Mädchen an Schulen demonstriert. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, um nach eigenen Worten das Recht auf Religionsfreiheit und Selbstbestimmung von Mädchen zu verteidigen. Sie sprachen von „Diskriminierung“. Das im Dezember vom Nationalrat beschlossene Kopftuchverbot soll für Schülerinnen unter 14 Jahren gelten und ab nächstem Schuljahr in Kraft treten.

eskalation pakistan

Foto: OrangeSalt, Shutterstock

Pakistan bombardierte Ziele in Afghanistan

ISLAMABAD (IZ). Pakistan hat am 22. Februar Luftangriffe auf Ziele im Osten und Südosten Afghanistans geflogen und dabei sieben „Terrorcamps“ der pakistanischen Taliban und des IS-Ablegers IS-Khorasan getroffen. Das sei eine Reaktion auf Selbstmordanschläge, die von afghanischem Boden aus geplant worden seien, erklärte Islamabad und sprach von rund 70 getöteten Kämpfern. Lokale Behörden berichten hingegen von Dutzenden getöteten und verletzten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, und kündigten eine „angemessene“ Antwort an.

Wirtschaft wächst weiter

RIAD (IZ). Die saudische Wirtschaft hat im vierten Quartal 2025 um 4,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt und damit das höchste Wachstum seit drei Jahren erzielt. Laut vorläufigen Daten der Statistikbehörde trieben vor allem ein Plus von 10,4 % im Ölsektor sowie ein Wachstum von rund 4 % in den nicht-ölbasierten Aktivitäten die Konjunktur an. 2025 stieg das reale Bruttoinlandsprodukt um 4,5 %, gestützt von höheren Fördermengen nach der schrittweisen Lockerung früherer OPEC+-Förderkürzungen. Die Regierung verweist zudem auf Fortschritte in der dritten Phase der Vision-2030-Strategie.

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Die Zeit der Bomben: Irankrieg wird unvermindert fortgeführt

bomben iran

Während Bomben auf den Iran und viele Staaten der Region fallen, wirken die Aggressoren und die EU-Länder plan- und konzeptlos.

(iz, KNA, GFP.com). Ab dem Morgen des 28. Februar 2026 markierten die gemeinsamen amerikanisch-israelischen Angriffe auf iranische Ziele eine neue Phase des seit Jahren eskalierenden Schattenkriegs – erstmals als offener, regionaler Krieg geführt.

Seit 28. Februar fallen Bomben und Raketen

Am 28. Februar gegen Vormittag Ortszeit starteten massive Angriffe mit US‑Projektilen, Drohnen und israelischen Jets auf Ziele in West‑ und Zentraliran, darunter Luftabwehr, Raketenstellungen und Anlagen mit Bezug zum Nuklear‑ und Raketenprogramm.

Tel Aviv sprach von etwa 500 getroffenen militärischen Zielen und der größten Kampagne seiner Luftwaffe. US-Präsident Trump erklärte die Operation zu einer großangelegten Offensive zur Zerstörung von Irans Raketenindustrie, Seestreitkräften und nuklearen Kapazitäten. Entgegen den Behauptungen deutscher Kommentatoren geht es weder Washington noch Tel Aviv in erster Linie um „Freiheit“ oder „Demokratie“ in der Islamischen Republik.

Fast zeitgleich schlossen Iran, Israel und Nachbarstaaten ihren Luftraum; die USA signalisierten, dass diplomatische Optionen als ausgeschöpft gelten. Internationale Reaktionen reichten von scharfer Kritik an der Gefährdung der regionalen Stabilität bis zu Erklärungen der Unterstützung für das „Selbstverteidigungsrecht“ Israels und der USA.

Iran antwortet und weitet den Krieg auf die gesamte Region aus

In den Stunden nach den ersten Angriffen reagierte Teheran mit einem breiten Spektrum von Drohnen‑ und Raketenangriffen. Ziele sind weiterhin Israel, US‑Basen in der Region, zivile Objekte in Jordanien, Kuwait, Bahrain, Katar, Irak, Saudi‑Arabien und den VAE sowie zivile Flughäfen und Häfen der Nachbarstaaten.

Teheran schloss der Straße von Hormus, womit ein neuralgischer Punkt des Welthandels und der Energieversorgung getroffen ist. Die Ölpreise sprangen deutlich nach oben, asiatische Börsen geraten unter Druck.

Politisch verschiebt sich damit der Konflikt von einer bilateralen Konfrontation hin zu einem offenen regionalen Krieg, der Golfmonarchien, Irak, Libanon und de facto europäische Akteure über Militärbasen und Energieabhängigkeit einbindet. Sollten die USA angeblich Pläne zur Mobilisierung kurdischer Kräfte im Iran realisieren, dürfte nach Ansicht von Beobachtern auf die Türkei nicht abseits bleiben.

Die Arabische Liga warnte vor einem „vollumfänglichen regionalen Krieg“ und drängt auf Deeskalation, während Teheran nach Tötung von Ayatollah Ali Khamenei und unzähligen hochrangigen Funktionären des Machtapparats jede Verhandlung mit Washington kategorisch ausschließt.

Die Opferzahlen im Iran steigen rapide an

Im Iran führen die Angriffe seit Beginn zu hunderten zivilen Toten und Verletzten in mehreren Provinzen. Die Aggression trifft dicht besiedelte urbane Räume, Schulen werden geschlossen, Familien fliehen aus besonders gefährdeten Vierteln. Die Internetverbindung bricht landesweit auf wenige Prozent ein, was Informationsfluss, Koordination von Hilfe und die Arbeit humanitärer Organisationen massiv behindert.

Unterbrechungen von Strom, Transportwegen, Gesundheitsdiensten und Versorgungsnetzen verstärken eine vorhandene strukturelle Krise. Wasserknappheit, steigende Preise und hohe Arbeitslosigkeit treffen insbesondere einkommensarme Haushalte, Tagelöhner und informell Beschäftigte.

Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderungen und Kranke gelten als besonders gefährdet, da sie von funktionierenden öffentlichen Diensten und Medikamenten abhängen, während Binnenvertriebene und Flüchtlinge aufgrund prekärer Wohnverhältnisse und knapper Ressourcen doppelt exponiert sind.

Das Lager der Angreifer ist plan- und kopflos

Politisch steht Washington vor der Spannung zwischen dem Anspruch, Irans Sicherheitsapparat „zu zerschlagen“, und der Gefahr, in einen langwierigen Krieg ohne klar definiertes Endziel hineingezogen zu werden. Für Israel verschränken sich der Angriff gegen den Iran, die anhaltenden Operationen in Gaza und die neue Front im Libanon zu einem Mehrfrontenkrieg, der militärisch beherrschbar sein mag, aber enorme diplomatische und innenpolitische Kosten erzeugt.

Auf iranischer Seite schafft die Tötung Khameneis ein Machtvakuum mit unklarer Nachfolge, in dem Hardliner jede Form von Zugeständnissen als existenzielle Bedrohung rahmen und damit die Eskalationsspirale eher antreiben als bremsen. 

Mit Raketen, Drohnen und Flüchtlingsbewegungen, die längst Grenzen überschreiten, ist die Region in eine Konstellation eingetreten, in der ein einzelner Fehlkalkulationsmoment genügen kann, um den Krieg weiter auszuweiten. Währenddessen ist die humanitäre Bilanz nach wenigen Tagen katastrophal und wird absehbar anwachsen.

Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/photothek

Berlin stellt sich grundlos auf die Seite eines Angriffskriegs

Die USA und Israel erhalten bei ihrem zweiten Krieg gegen den Iran binnen neun Monaten erneut die Rückendeckung der Bundesregierung. Bundeskanzler Friedrich Merz teilte am Sonntag mit Blick auf den völkerrechtswidrigen Überfall auf Iran mit, er wolle keine „völkerrechtliche Einordnungen“ des Krieges vornehmen.

Es sei „jetzt nicht der Moment, unsere Partner und Verbündete zu belehren“. Im Gegensatz dazu forderte er Iran auf, „diese wahllosen Angriffe sofort zu beenden“.

Deutsche Muslime rufen zur Deeskalation auf

Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland blickt nach eigenen Angaben mit großer Besorgnis auf die jüngste militärische Eskalation im Zusammenhang mit dem Iran. Die Entwicklungen drohen, eine ohnehin fragile Region weiter zu destabilisieren und neues Leid über die Zivilbevölkerung zu bringen.

Das Gremium rief in einer Erklärung vom Montag alle beteiligten Akteure eindringlich dazu auf, unverzüglich Schritte zur Deeskalation einzuleiten, das internationale Recht zu respektieren und zu einer politischen Lösung zurückzukehren. „Die internationale Gemeinschaft steht in der Verantwortung, weitere Eskalationen zu verhindern und Wege zu eröffnen, die langfristig Sicherheit und Stabilität fördern.“

Die OIC verurteilt Attacken gegen Ziele in arabischen Ländern

Ungeachtet der Darstellung von Präsident Massud Peseschkian, die Tötung von Khamenei durch die USA und Israel sei eine „Kriegserklärung an Muslime“, hat der Weltverband 57 muslimischer Staaten ein Ende der Eskalation und die Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. In einer am Abend des 28. Februar verbreiteten Erklärung verurteilte die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Riad die Angriffe Teherans auf benachbarte Mitgliedstaaten.

Das OIC-Generalsekretariat sprach mit Bezug auf iranische Luftangriffe auf Ziele in Saudi-Arabien, mehreren Golfstaaten und Jordanien von „Aggression“ und „einer inakzeptablen Eskalation“. Diese bedrohe die Stabilität der gesamten Region und habe schwerwiegende Folgen für Frieden und Sicherheit.

Die Verletzung der Souveränität von OIC-Mitgliedern und völkerrechtlicher Grundsätze durch den Iran stelle einen gefährlichen Präzedenzfall dar, so der islamische Staatenverband. Er verlangte die Wahrung gegenseitigen Respekts und Nichteinmischung in innere Angelegenheiten.

Leider wie immer: Jerusalem und palästinensische Gebiete werden zu Opfern des Teheraner Vorgehens

Im Felsendom nahm eine Studentengruppe gerade an einem Qur’anunterricht teil, als Alarm ertönte. Kaum jemand habe sich bewegt, berichtet eine Studentin. Zwar sei der Bereich geschlossen worden, aber die Besucher auf dem Plateau der Al-Aksa-Moschee hätten alle Ruhe bewahrt.

Auch außerhalb des Damaskustors zur Altstadt waren die Geschäfte zunächst geöffnet, auf den Straßen herrschte Treiben. Und im Garten der Dormitio, der deutschen Benediktiner-Abtei auf dem Zionsberg, ging die Zitronenernte ungestört weiter.

Dann aber gab es kurz nach 10 Uhr auch für Jerusalem Alarm. Die Bewohner suchten Schutzräume auf. Über der Stadt wurden Raketen gesichtet. Mehrere laute Explosionen waren zu hören, als das israelische Abwehrsystem erfolgreich ein Geschoss abfing. Die deutsche Schmidt-Schule am Rand der Altstadt schickte die Schülerinnen nach Hause.

Später entdeckte man im Hof der Schule zwei etwa 40 Zentimeter große Trümmerteile. Auch beim Sultanspool westlich der Altstadt fiel ein umfangreicheres Raketenstück nieder und sorgte für starke Rauchentwicklung. Der Platz vor der Klagemauer war inzwischen verwaist. Nach Tel Aviver Angaben feuerte der Iran rund 30 Raketen in Vergeltung ab.

Foto: diloka107, Freepik.com

Dramatische Folgen für die Weltwirtschaft sind nicht abzusehen

Die ersten Ausläufer der zu erwartenden Konsequenzen des unnötigen Angriffs auf den Iran zeigte sich bereits an deutschen Tankstellen. Preise stiegen im Schnitt um 20 ct/Liter an. Ökonomen befürchten langfristig ein erneutes Absinken des Wirtschaftswachstums im Euroraum sowie eine Zunahme inflationärer Effekte. An vielen Börsen – von Europa bis Ostasien – sackten die Kurse ab.

„Wir sehen hier nicht nur eine Energiekrise, sondern eine sicherheitspolitische Eskalation mit gravierenden völkerrechtlichen und wirtschaftlichen Folgen. Die Dauer dieses illegalen und sinnlosen Krieges ist nun entscheidend. Für Verbraucher bedeutet jeder weitere Tag höhere Preisschwankungen, steigende Beschaffungskosten und das Risiko erneuter deutlicher Preissteigerungen für Energie. Anders als 2022 wird es diesmal vor allem um die Senkung der Nachfrage gehen“, sagte Dr. Pauline S. Heinrichs vom Londoner King’s College.

„Der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien ist eine Frage strategischer Souveränität. Jede zusätzliche Kilowattstunde aus Wind- und Solarenergie reduziert die Abhängigkeit von fossilen Staaten und fossilen Brennstoffen – und damit die Anfälligkeit für genau solche geopolitischen Schocks“, meint der Ökonom Lukas Scholle. Er ist Chefredakteur des kritischen Wirtschaftsmagazins „Surplus“.

Eine der Lehren aus dem Iran-Krieg müsse eine möglichst schnelle Energiewende sein. Fossile Energie sei eine zentrale ökonomische Grundlage für Kostenschocks – vom Gas aus Russland bis Öl aus dem Nahen und Mittleren Osten.

Sudan Hunger

Foto: WFP/Ali Khalafalla

Empfänger internationaler Hilfe leiden jetzt schon unter den Effekten des Kriegs

Die Kriegshandlungen im Nahen Osten bringen die Logistik für Hilfslieferungen in Engpässe. Die humanitären Lieferketten gerieten zunehmend unter Druck; Grund seien Behinderungen der Schifffahrt, aber auch gesperrte Lufträume, sagte der Regionaldirektor des Welternährungsprogramms WFP, Samer Abdeljaber, am 3. März in Genf. Das von den Vereinten Nationen getragene WFP ist mit seinem Transportnetz und seinen technischen Möglichkeiten einer der wichtigsten Akteure der Nothilfe weltweit.

Abdeljaber verwies auf Risiken für Schiffe in der Straße von Hormus und drohende Angriffe im Roten Meer. Die Störungen führten zu höheren Transportkosten, längeren Lieferzeiten und einer geringeren Containerverfügbarkeit. Die Beschränkungen im Luftverkehr sorgten für Probleme beim Austausch der Crews und erschwerten Einsätze.

Das WFP und Partnerorganisationen versuchten, sich der Situation anzupassen, etwa durch die Nutzung von Transitrouten in der Türkei, Ägypten, Jordanien und Pakistan sowie Landkorridoren zwischen den VAE und der Levante. Wichtig seien ägyptische Häfen und der Suezkanal. Beide stellten Knotenpunkte für die Region dar, so Adeljaber.

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Israel und die USA greifen den Iran an

Israel USA Iran

Seit dem heutigen Morgen greift das israelische Militär unter Beteiligung der USA Ziel im Iran an.

(iz, Agenturen). Explosions in Teheran, Menschen bleiben auf den Bürgersteigen stehen, blicken in einen Himmel, aus dem Rauchfahnen über zentrale Regierungsviertel driften: Der Angriff, den Israel in den frühen Morgenstunden des 28. Februar als „präventiven Schlag“ angekündigt hat, markiert eine neue Stufe der Eskalation.

Kurze Zeit später bestätigen US‑Stellen, dass amerikanische Streitkräfte an den Operationen beteiligt sind. In der iranischen Hauptstadt sind Detonationen in der Nähe des Präsidialpalastes und des Sitzes des Nationalen Sicherheitsrates zu hören, während staatliche Medien zunächst nur von „Explosionen“ sprechen, ohne die Urheberschaft zu benennen.

Fast zeitgleich ruft Verteidigungsminister Katz in Tel Aviv den landesweiten Notstand aus; Sirenen heulen. Die Behörden stellen sich auf Raketen- und Drohnenangriffe aus dem angegriffenen Land ein.

Israelische Attacke begann am Morgen

Nach übereinstimmenden Berichten richtet sich der Angriff in erster Linie gegen Raketenstellungen, militärische Infrastruktur und Kommandozentren in und um Teheran. Bewohner schildern eine Serie von Einschlägen in einem Viertel, in dem sich der Wohnsitz des obersten Staatsoberhauptes sowie zentrale Regierungsgebäude befinden.

Bilder in sozialen Medien zeigen Feuer und Rauch nahe dieser Areale. Während Tel Aviver Stellen betonen, man habe „Bedrohungen beseitigen“ wollen, bleibt zunächst unklar, wie groß der tatsächliche Schaden an militärischen Kapazitäten Irans ist.

Aus den USA verlautet, dass amerikanische Streitkräfte sich an den Operationen beteiligt hätten, zugleich aber genaue Ziele und Umfang des eigenen Beitrags offenlassen. Aus israelischen Sicherheitskreisen heißt es, der Schritt sei mit Washington abgestimmt worden.

Beide Regierungen hatten in den vergangenen Wochen wiederholt angekündigt, auf behauptete Fortschritte im iranischen Raketen- und Nuklearprogramm nicht tatenlos zu reagieren. Noch während in Teheran die Sirenen verstummen, beginnt der mediale & diplomatische Wettlauf um Deutung, Begründung und mögliche weitere Schritte.

Ein Winter der Zuspitzung

Der Schlag an diesem Morgen steht am Ende einer Kette von Entwicklungen, die sich seit Jahresbeginn stetig verdichtet haben. Am 5. Januar tagt in Israel das Sicherheitskabinett über Stunden und autorisiert weitere Operationen gegen iranische Ziele, nachdem es zuvor intensive Gespräche zwischen der Führung und dem amerikanischen Präsidenten gegeben hatte.

In Iran dauern zu diesem Zeitpunkt seit Tagen Massenproteste an, deren Niederschlagung zahlreiche Tote gefordert hat und die die innenpolitische Lage zusätzlich destabilisieren.

Mitte Januar richtet Donald Trump eine öffentliche Botschaft an die dortige Bevölkerung, in der er Proteste ausdrücklich unterstützt und erklärt, „Hilfe sei unterwegs“. Wenige Tage später kündigt er an, eine maritime „Armada“ in Richtung Naher Osten zu entsenden; darunter der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und mehrere Lenkwaffenzerstörer.

Parallel formulieren amerikanische und europäische Vertreter drei Kernforderungen an Teheran: ein permanentes Ende der Urananreicherung, eine strikte Begrenzung des Raketenprogramms sowie die Einstellung der Unterstützung bewaffneter Verbündeter in der Region.

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Foto: USAF/Wikimedia Commons | Lizenz: gemeinfrei

Zu Beginn des Februar wird die militärische Präsenz der USA erneut verstärkt, als ein weiterer Flugzeugträger, die „USS Gerald R. Ford“, in die Region verlegt wird. Gleichzeitig nehmen Washington und Teheran in Maskat (Oman) indirekte Verhandlungen über das Nuklearprogramm auf, begleitet von der Ankündigung Washingtons, man sei weiterhin zu einem Abkommen bereit, setze Iran aber eine faktische Frist.

Am 11. Februar, dem Jahrestag der Revolution von 1979, demonstrieren Regierungsanhänger in iranischen Städten und skandieren Parolen, in denen insbesondere die USA scharf angegriffen werden. Die Führung in Teheran nutzt die Bühne, um dem Westen die alleinige Verantwortung für die festgefahrenen Gespräche zuzuschieben.

Am 13. Februar erklärt Trump öffentlich, ein Wechsel der Führung in Teheran wäre aus seiner Sicht „das Beste, was passieren“ könne. Tags darauf lassen US‑Vertreter durchblicken, dass das Militär nicht nur kurzzeitige Schläge, sondern gegebenenfalls wochenlange Operationen gegen iranische Strukturen vorbereite.

Reaktionen zwischen Warnung und Kalkül

In europäischen Hauptstädten mehren sich zu diesem Zeitpunkt Stimmen, die vor einer „Rutschbahn in den Krieg“ warnen, während in der Region selbst viele Regierungen angesichts der unklaren Lage auffallend zurückhaltend bleiben. Als am Donnerstag vor dem Angriff die indirekten Gespräche in der Schweiz ohne greifbares Ergebnis enden, sprechen Diplomaten von einer „verpassten letzten Gelegenheit“, eine militärische Konfrontation abzuwenden.

Noch während die ersten Bilder der Explosionen aus Teheran über internationale Sender laufen, formieren sich die diplomatischen Reaktionen.

Aus dem UN‑Sitz in New York dringt die Nachricht, Generalsekretär António Guterres sei „tief besorgt“ über den Einsatz militärischer Gewalt und warne vor einer „gefährlichen Eskalation in einer ohnehin instabilen Region“. Er ruft alle Beteiligten auf, internationale Verpflichtungen zu beachten und Schritte zu vermeiden, die zu einem unkontrollierbaren Konflikt führen könnten.

In europäischen Hauptstädten dominieren Appelle zur Zurückhaltung; Vertreter mehrerer Regierungen betonen, man verstehe die Sorge vor einem möglichen militärischen Nuklearprogramm Irans, halte aber eine erneute diplomatische Initiative für dringend geboten.

Aus Ankara kommt eine scharfe Verurteilung der israelischen Angriffe, verbunden mit dem Hinweis, solche Operationen gefährdeten die Chancen auf eine politische Lösung und verletzten internationales Recht. Staaten wie Mexiko, Neuseeland und Japan mahnen eine rasche Deeskalation an und warnen vor den globalen wirtschaftlichen Folgen eines länger andauernden Konflikts.

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Foto: UN Photo | Mahmoud Abd ELLatiff

Russland und einige lateinamerikanische Regierungen nutzen den Moment, um generell vor Militärschlägen gegen Iran zu warnen. Moskau spricht von einem Verstoß gegen Völkerrecht und kündigt an, man werde Teherans Position auf internationaler Bühne unterstützen.

Peking hat die Angriffe kritisiert. In der Tonlage bleibt China damit bei der schon in den Wochen vor der Attacke sichtbaren Linie: politische Unterstützung für Irans staatliche Stabilität, klarer Widerspruch gegen militärischen Druck, kombiniert mit dem Angebot, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

Für die Staaten entlang des Persischen Golfs verstärkt sich die Sorge, in eine Auseinandersetzung hineingezogen zu werden, die Handel, Energieexporte und innenpolitische Stabilität gleichermaßen bedrohen könnte.

Oman, welches in den vergangenen Monaten als Vermittler zwischen Washington und Teheran aufgetreten ist, äußert Bedauern über das Scheitern der Gespräche und warnt, dass nun die Logik des Militärischen die Oberhand gewonnen habe.

In Irak und anderen Nachbarstaaten wächst die Furcht, dass Basen und Infrastruktur auf ihrem Territorium zu Schauplätzen von Vergeltungsaktionen werden könnten.

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Palästinensische Gebiete: Siedlungsbau noch mehr erleichtert werden

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Palästinensische Gebiete: Das Sicherheitskabinett von Regierungschef Netanjahu beschließt Maßnahmen, die in Gebiete unter palästinensischer Zivilverwaltung eingreifen – gegen bestehende Abkommen und das Völkerrecht.

Jerusalem/Ramallah (KNA). Mit einer Reihe von Maßnahmen will Israel die jüdische Besiedlung der besetzten palästinensischen Gebiete weiter vorantreiben.

Nach einem Beschluss des Sicherheitskabinetts am Sonntagabend, von dem israelische Medien berichten, soll unter anderem der Kauf von palästinensischem Land durch Israelis erleichtert werden. Vertreter der Palästinenser und Jordanien forderten die Staatengemeinschaft zu Schritten gegen Israel auf.

Der rechtsradikale israelische Finanzminister Bezalel Smotrich (Jüdische Stärke) und Verteidigungsminister Israel Katz (Likud) erklärten, man wolle „jahrzehntealte Hindernisse beseitigen, diskriminierende jordanische Gesetze aufheben und eine beschleunigte Entwicklung der Siedlungen vor Ort ermöglichen“.

Foto: Pavel Bernshtam, Adobe Stock

Konkret entschied das Kabinett unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Grundbucheinträge im besetzten Westjordanland öffentlich zu machen sowie ein aus jordanischer Zeit stammendes Verbot des Immobilienkaufs für Nichtmuslime aufzuheben.

In Palästinensergebieten, die eigentlich unter palästinensischer Zivilverwaltung stehen – sogenannte A- und B-Gebiete –, sollen Verstöße gegen Umweltvorschriften und Wasserrecht sowie die Beschädigung archäologischer Stätten schärfer geahndet werden. Naturschutz und Archäologie dienen immer wieder als Grund, Palästinensern die Landnutzung zu entziehen.

Ausgeweitet werden soll auch die israelische Kontrolle über die als Grabstätte der biblischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob und ihrer Frauen verehrte Höhle Machpela in Hebron. Während bauliche Veränderungen bisher die Zustimmung der palästinensischen Stadtverwaltung und der israelischen Zivilverwaltung erforderten, soll künftig das israelische Verteidigungsministerium zuständig sein.

Palästinensische Vertreter und Jordanien forderten ein Eingreifen der Vereinten Nationen, der USA und der internationalen Gemeinschaft. Das Präsidialbüro in Ramallah bezeichnete die israelischen Beschlüsse laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa als „illegal und gefährlich“.

Sie verstießen gegen Abkommen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israel, gegen das Völkerrecht, UN-Resolutionen und die Osloer Abkommen. Der palästinensische Vizepräsident Hussein al-Scheich warf Israel Annektierungsbestrebungen vor.

Jerusalem

Foto: Maxpixel.net Lizenz: CC0 1.0

Das jordanische Außenministerium verwies nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Petra auf das „unveräußerliche Recht des palästinensischen Volkes, einen unabhängigen, souveränen Staat innerhalb der Grenzen vor dem 4. Juni 1967 mit dem besetzten Jerusalem als Hauptstadt zu errichten“. Israel besitze keine Hoheitsrechte über das besetzte palästinensische Gebiet.

Die Hamas rief zu einer „Rebellion im gesamten Westjordanland und in Jerusalem“ und zur „Eskalation“ des Konflikts „mit allen verfügbaren Mitteln“ auf. Arabische und islamische Staaten sollten ihre Beziehungen zu Israel abbrechen.

Kritik äußerte auch die israelische Friedensorganisation „Peace Now“. Sie warf dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor, „die Palästinensische Autonomiebehörde zu stürzen, die von Israel unterzeichneten Abkommen aufzuheben und uns eine faktische Annexion aufzuzwingen“.

Foto: Saeschie Wagner, Shutterstock

Erfreut zeigten sich unterdessen israelische Siedlerorganisationen. Die rechte israelische Gruppe „Regavim“ begrüßte die Entscheidung des Sicherheitskabinetts in einer Stellungnahme von Sonntagabend als „wegweisend“. Das Friedensabkommen von Oslo sei „auf dem Weg in den Mülleimer der Geschichte“.

Die jetzigen Beschlüsse beseitigten „die verzerrte und diskriminierende Realität, die seit Jahren die Landpolitik in Judäa und Samaria bestimmt“, so die Organisation. Judäa und Samaria sind die biblischen Namen für das Westjordanland und werden von der israelischen Rechten benutzt, um Ansprüche auf das Palästinensergebiet zu untermauern.

Nach den Oslo-Abkommen stehen die A-Gebiete des besetzten Westjordanlands unter vollständiger palästinensischer Kontrolle; in den B-Gebieten ist Israel für die Sicherheitskontrolle zuständig, während die zivile Verwaltung den Palästinensern zukommt. C-Gebiete stehen unter vollständiger israelischer Kontrolle.

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UN-Komitee wirft Israel Expansion vor

Israel

Das biblische „Land Israel“ ist kein völkerrechtlicher Begriff – aber dient der Regierung als Legitimation für Gebietsansprüche. Aus Sicht eines UN-Ausschusses muss die Welt Israel in de Schranken weisen.

New York (KNA). Ein Sonderausschuss der Vereinten Nationen (Special Committee on Israeli Practices oder technisch als UNSCIIP abgekürzt) hat Israel völkermörderische Praktiken und Expansionsbestrebungen in der Region vorgeworfen.

Friede setze voraus, dass die israelische Regierung Pläne eines „Groß-Israel“ mit Gebietsansprüchen in Palästina, Syrien und dem Südlibanon aufgebe, heißt es in einem am 17. November in New York vorgelegten Bericht des Sonderkomitees für Israels Politik in den besetzten Gebieten. Unter anderem Waffenlieferungen an Israel müssten gestoppt werden.

Mit dem geografisch uneindeutigen biblischen Begriff „Land Israel“ reklamiere die israelische Führung Rechte auf „ein Gebiet, das völkerrechtlich nicht existiert“, so das Gremium unter Vorsitz des UN-Botschafters und früheren Obersten Richters von Sri Lanka, Jayantha Jayasuriya.

Foto: Saeschie Wagner, Shutterstock

„Der Frieden, die Sicherheit und die Menschenrechte, die die Menschen in Israel genauso verdienen wie alle anderen, werden weder durch die Besetzung oder Annexion palästinensischer Gebiete und des syrischen Golan noch durch eine unbegrenzte, unbefristete oder dauerhafte Besetzung weiterer Teile der Arabischen Republik Syrien und des Libanon und die Verletzung der Menschenrechte ihrer Bewohner gesichert“, hieß es.

Um Druck auf Israel auszuüben, rief das Komitee die Mitgliedstaaten unter anderem zu einem umfassenden Waffenembargo auf. Weiter schlug es einen vorübergehenden Ausschluss Israel aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor.

Tech-Firmen sollten ihre Zusammenarbeit mit dem israelischen Militär revidieren, andere Unternehmen ihre wirtschaftliche Unterstützung und Geschäftsbeziehungen so lange einstellen, bis Israel seine Besatzung beende.

Foto: Ran Zisovitch/Shutterstock

Wie zuvor andere Vertreter und Sachverständige der Vereinten Nationen, sprach das Sonderkomitee in seinem Bericht von einem „Völkermord in Gaza“ und ethnischen Säuberungen in den besetzten Gebieten. Es handele sich um eine „historische Tragödie, die von einer rassistischen, diskriminierenden Politik und Praxis befeuert wird“.

Im Gazastreifen habe Israel mit seiner fast drei Monate dauernden Blockade für Hilfslieferungen eine Hungersnot ausgelöst, so das Komitee in einer Pressemitteilung.

Im Westjordanland hätten nach den Hamas-Anschlägen vom 7. Oktober 2023 jüdische Siedler „praktisch einen Freibrief“ erhalten, um mit Unterstützung israelischer Sicherheitskräfte die unter ihrer Besatzung lebenden Menschen „nach Belieben einzuschüchtern, zu unterjochen, ethnisch zu säubern, anzugreifen und in einigen Fällen zu töten, um sie ihrer Häuser und ihres Landes zu berauben und zu vertreiben“.

Auf den zu Syrien gehörenden Golanhöhen strebe Israel eine Verdopplung der Siedler-Bevölkerung und eine Ausdehnung des besetzten Territoriums an.

Im Libanon hätten israelische Militäraktionen Tausende verletzt oder getötet, einschließlich mehr medizinische Einsatzkräfte als in irgendeinem anderen Konflikt weltweit im Jahr 2024.

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Noch ein „Friedensplan“ für Gaza. Das Töten geht unterdessen weiter

Friedensplan

Donald Trumps neuer „Friedensplan“ für den Gazakrieg wurde am 29. September vorgestellt. Hamas äußerte sich kritisch. Beobachter halten Ablehnung für wahrscheinlich.

(iz, dpa). Trump betonte, dass zahlreiche arabische und muslimische Staaten ebenfalls dahinter stünden und die Initiative als „historische Chance für Frieden“ bezeichnen.

Katar sieht Bedarf für klärende Details und weitere Verhandlungen. „Der Plan ist noch im Anfangsstadium und muss weiter entwickelt und erläutert werden“, teilte Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman Al Thani gegenüber Al Jazeera mit. Es gebe vor allem Klärungsbedarf zum Mechanismus für den israelischen Truppenabzug aus dem Küstengebiet.

Hamas hat den jüngsten „Friedensplan“ von Präsident Trump bisher nicht offiziell abgelehnt, aber Führungspersonen und Sprecher der Organisation haben sich sehr kritisch geäußert und eine Ablehnung gilt als wahrscheinlich.

Die Hamas prüft laut eigenen Angaben den US-Vorschlag, bezeichnet ihn als „völlig parteiisch zugunsten Israels“ und sieht darin „unmögliche Bedingungen“, wie etwa die komplette Entwaffnung sowie die gleichzeitige Freilassung aller Geiseln, was ihre eigene Verhandlungsposition aufgeben würde.

„Friedensplan“ im Kontext einer veränderten Weltmeinung

Der Gaza-Friedensplan von Präsident Trump wurde unmittelbar vor dem Hintergrund der diesjährigen UN-Generalversammlung entwickelt, deren Dynamik das Vorgehen maßgeblich beeinflusste.

Während die diplomatische Welt in New York um Einfluss und Deutungshoheit rang, nutzte Trump die Gelegenheit, um arabischen und internationalen Akteuren persönlich seinen Vorschlag zu präsentieren. Ziel war, möglichst viele relevante Staaten – darunter Katar, Ägypten und Vertreter Europas – unmittelbar einzubinden und ihre Zustimmung zu gewinnen.

Insbesondere Doha spielt eine zentrale Rolle, weil das Emirat traditionell als Vermittler zu Hamas gilt und entscheidenden Einfluss auf mögliche Verhandlungen ausübt.

Die Präsentation erfolgte zeitgleich mit Netanjahus Washington-Besuch; beide inszenierten vor den Kameras Geschlossenheit. Bemerkenswert war ein gemeinsames Telefonat Trumps und Netanjahus mit dem katarischen Premier Al Thani, das nach Angaben des Weißen Hauses live während des Treffens stattfand.

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Foto: UN Photo/Loey Felipe

Hintergrund des Gesprächs war ein auf Doha durchgeführter israelischer Angriff, der für diplomatische Verstimmung gesorgt hatte. Der Tel Aviver Premier sah sich im Oval Office gezwungen, sich für den Überfall zu entschuldigen und das Emirat zugleich zur Kooperation im Sinne der Planumsetzung zu bewegen. Trumps Ziel war es, Katar nicht nur als Hamas-Gesprächspartner zu gewinnen, sondern uch die Bereitschaft arabischer Staaten für Überwachung und Rekonstruktion des Gazastreifens zu erhöhen.

Trump positionierte sich in diesem Kontext nicht nur als Friedensstifter, sondern ebenfalls als Regisseur von Diplomatie – mit der Erwartung, die wichtigsten Akteure an einen Tisch zu bringen und den US-Einfluss auf die regionale Ordnung greifbar zu machen.

Das Vorhaben muss sich daher auch vor dem geopolitischen Anspruch der USA und der Konkurrenz diplomatischer Initiativen bewähren. Die UN-Generalversammlung diente Trump als Kulisse und als Hebel, um den multilateralen Charakter seines Vorgehens nach außen zu unterstreichen und maximalen internationalen Druck auf Hamas und deren Unterstützer auszuüben.

Wie soll Trumps Ideen aussehen sollen

Der Plan sieht ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen vor, wenn beide Seiten zustimmen. Kernpunkte sind die Freilassung aller israelischen Geiseln durch die Hamas binnen 72 Stunden nach Inkrafttreten sowie die Entlassung palästinensischer Häftlinge durch Israel, darunter 250 zu lebenslangen Haftstrafen Verurteilte sowie rund 1.700 während der aktuellen Konfliktes festgenommene Personen. 

Tel Aviv soll zudem schrittweise seine Truppen aus dem Gazastreifen abziehen. Hamas-Mitgliedern wird unter der Bedingung einer Waffenabgabe Amnestie oder ein Ausreiseangebot gemacht.

Für die Verwaltung des Gebiets sieht der Plan die Einsetzung eines internationalen Übergangsgremiums („Board of Peace“) unter Trumps Vorsitz vor. Ein Komitee aus palästinensischen und weltweiten Experten soll die lokale Administration übernehmen, bis die Autonomiebehörde durch Reformen handlungsfähig ist.

Die Frage eines eigenen Staates der Palästinenser bleibt hingegen vage und an weitere Bedingungen gebunden.

Die Hamas hat bislang angekündigt, den Vorschlag „sorgfältig prüfen“ zu wollen, steht aber unter erheblichem Zeitdruck. Israel und die USA drohen im Falle einer Ablehnung mit einer massiven Fortsetzung der militärischen Operationen.

Politisch wird Trumps Vorstoß als Ultimatum gewertet, das den Druck auf Hamas und andere Beteiligte deutlich erhöht. Der Plan knüpft an frühere US-Initiativen an, bringt aber durch die breite internationale Zustimmung und die direkte Einbindung Trumps neue Dynamik in die festgefahrenen Verhandlungen.

Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

Nahostpolitik ist für den Trump-Clan mit Business verflochten

Der Kontext des angekündigten Plans für Gaza ist ebenfalls durch die seit Jahren bekannten ökonomischen Verflechtungen und undurchsichtigen Geschäfte von Verwandten des Präsidenten mit den Golfstaaten geprägt.

Insbesondere Schwiegersohn Jared Kushner hat enge Geschäftsbeziehungen in die Region aufgebaut: Seine Private-Equity-Firma erhielt etwa zwei Mrd. Dollar von einem saudischen Staatsfonds, und die Pläne zur wirtschaftlichen Entwicklung des Gazastreifens greifen Konzepte auf, die dieser ursprünglich entworfen hatte.

Der Immobilienunternehmer vertrat in der Vergangenheit offen die Position, dass die Zukunft des Gaza-Streifens als Immobilienmarkt bzw. „Riviera“ unter US- und arabischer Kontrolle zu begreifen sei – eine Sichtweise, die sich auch in Teilen des aktuellen Friedensplans widerspiegelt.

Diese personellen und finanziellen Beziehungen werfen kritische Fragen zur Interessenlage hinter Trumps Abrüstungsvorstoß auf. Beobachter sehen im wirtschaftlichen Wiederaufbau von Gaza – für den wesentliche Mittel von den Golfstaaten erwartet werden – ein potenziell lukratives Geschäftsfeld, von dem US-Privatunternehmen und Investoren aus dem Umfeld der Trump-Familie profitieren könnten. 

Die Struktur des Plans, der spezielle Entwicklungskomitees und Expertengremien vorsieht, öffnet institutionelle Zugänge, von denen geschäftliche Interessen profitieren könnten.

Zustimmung und Ablehnung allerorten

Arabische Staaten zeigten nach außen Zustimmung zum Friedensplan, sind aber traditionell zurückhaltend bei umfangreichen Investitionen, solange keine dauerhafte politische Lösung und ein klarer palästinensischer Selbstbestimmungsstatus absehbar ist.

Vor allem die Nähe der Trump-Familie zu Fonds und Entscheidungsträgern der Golfmonarchien nährt den Verdacht, dass geopolitische und profitorientierte Interessen im Hintergrund eine Rolle spielen und die US-Initiative ebenso der wirtschaftlichen Expansion ihres Umfelds dienen könnte.

Die führenden arabischen Staaten haben Trumps „Friedensplan“ für Gaza überwiegend positiv aufgenommen und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den USA und Israel bekräftigt, während Tel Aviv den Plan offiziell unterstützt und als Möglichkeit zur Beendigung des Konflikts hervorhebt.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) zeigt sich grundsätzlich offen für den Plan und signalisiert Reformbereitschaft, sieht darin auch eine Perspektive für eine Zwei-Staaten-Lösung.

Hamas und andere äußerten sich bisher kritisch bis ablehnend bzw. prüfen ihn kritisch. Zentrale Forderungen wie Entwaffnung und sofortige Geiselfreilassung wurden als unrealistisch und einseitig zugunsten Israels kritisiert.

Die Außenminister von Katar, Jordanien, den Vereinigten arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten begrüßen das Abkommen und wollen „konstruktiv mit den USA und den Konfliktparteien zusammenarbeiten“. Sie betonen insbesondere humanitäre Hilfe, Rückzug Israels aus Gaza, Freilassung der Geiseln und eine Perspektive auf die Zweistaatenlösung.

Auch die Türkei, Pakistan und Indonesien schließen sich der positiven Haltung an. Es gibt ein gemeinsames Interesse an einer politischen Lösung, die Stabilität und Frieden in der Region sichern soll.

Die Führungsspitzen der wichtigsten EU-Institutionen begrüßten die Ankündigung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte mit, sie ermutige alle Beteiligten, diese Möglichkeit zu ergreifen. Die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, sprach davon, der Plan sei die beste unmittelbare Chance, den Krieg zu beenden. „Die EU ist bereit, zum Erfolg beizutragen2, so die Estin.

EU-Ratspräsident António Costa rief alle dazu auf, diese Gelegenheit zu nutzen. Die Präsidentin des Europaparlaments, Roberta Metsola, teilte mit: „Der Plan könnte Israel Sicherheit geben; er könnte den Palästinensern eine echte Perspektive für ihre legitimen Bestrebungen nach Selbstbestimmung und Staatlichkeit bieten und der gesamten Region Hoffnung geben.“

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Foto: Anas-Mohammed, Shutterstock

„Wir sind erschöpft“ – geteiltes Echo bei den Betroffenen

Bei Einwohnern des weitgehend zerstörten Gazastreifens stieß der Plan auf geteiltes Echo. Dschamil al-Masri, Vater von sieben Kindern, zurzeit in der Stadt Gaza, sagte: „Seit zwei Jahren leben wir unter unvorstellbar harten Bedingungen, als wären wir in endlosem Leid gefangen. Trumps Plan erscheint mir als einzige Option, die uns bleibt.“

Die Palästinenser hätten keine Kraft mehr für Widerstand und seien müde von leeren Versprechen. „Vielleicht bringt er eine Waffenruhe oder bessere Lebensbedingungen. Jede Initiative, die unser Leiden lindern kann – von Krieg zu Krieg, von Vertreibung zu Vertreibung – wäre willkommen. Wir sind erschöpft“, sagte der 52-Jährige.

Der 35-jährige Humam Obeid, Apotheker aus Chan Junis, sagte: „Selbst wenn der Plan ungerecht ist, könnten wir ihm zustimmen, wenn er das Blutvergießen stoppt.“ Er hoffe darauf, dass die arabischen Staaten klar Stellung beziehen. „Unser Wunsch ist schlicht: Der Krieg muss sofort enden.“

Mohammad al-Masri, ebenfalls Apotheker, der in den Süden von Gaza vertrieben wurde, sprach von einem „Fenster der Hoffnung“. Er lehnt allerdings eine internationale Verwaltung ab. „Der Gazastreifen ist Teil des künftigen Staates Palästina.“ Er rechne mit einem „Ja, aber“ als Antwort auf Trumps Plan.

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Agierende oder Getriebene? Die Golfstaaten nach den Angriffen auf Katar

Katar

Der jüngste israelische Angriff auf Doha (Katar) unterstreicht eine bittere Realität für die Golfstaaten, die nach Stabilität und Wachstum streben: Sie bleiben weiterhin Geiseln der Ereignisse. (The Conversation). Die ölreichen […]

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