Antimuslimisches Ressentiment in Europa: Nicht Religion, sondern Populismus

Nicht die persönliche Religiosität treibt die Muslimfeindlichkeit im Westen Europas an, sondern eine ideologische Verbindung zu nativistischen und autoritären Einstellungen. 

1.12.2025 Ali Kocaman 3 Min. Lesezeit
europa geert wilders muslimfeindlichkeit

Foto: Tweede Kamer der Staten-Generaal | Lizenz: <a href=https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>CC BY 3.0</a>

(iz). In einer Zeit, in der rechtspopulistische Parteien in Westeuropa immer häufiger auf das vermeintliche Spannungsfeld zwischen „christlichen Werten“ und dem Islam setzen, legt eine neue Studie von Kai Arzheimer von der Universität Mainz eine überraschende Erkenntnis vor. Von Ali Kocaman

Mit dem Instrument „Christianism“ bedienen sich rechte Akteure kultureller Motive und nutzen Religion als strategischen Marker, um gesellschaftliche Trennungslinien zu ziehen.

Arzheimer analysiert dafür vergleichende Umfragedaten aus vier zentralen europäischen Ländern und zeigt, dass Christlichkeit in politischen Debatten zwar oft beschworen, in der Lebensrealität der Menschen aber längst keine entscheidende Rolle mehr spielt, wenn es um die Ablehnung muslimischer Minderheiten geht.

Foto: imago | Christian Schroth

Seit den 1990er Jahren dient die Ablehnung von Muslimen als zentrales Mobilisierungsmotiv der populistischen Parteien in Westeuropa, während in der Forschung bislang entweder der Einfluss von Religiosität auf das Wahlverhalten oder auf ethnische Vorurteile betrachtet wurde.

Arzheimer ergänzt diese Debatte um die Frage, wie stark persönliche religiöse Haltungen tatsächlich mit Islamfeindlichkeit und rechtspopulistischen Einstellungen verbunden sind.

Der Autor greift dabei auf die Konzepte Nativismus (nationalistisch-xenophobe Haltung), Autoritarismus (Forderung nach Ordnung und Unterordnung) und Populismus (Vorstellung einer „wahren“ Mehrheit gegen die Elite) zurück.

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