Die aktuelle Mitte-Studie auf dem Prüfstand

Die Mitte-Studie 2024/25 „Die angespannte Mitte“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung Bielefeld.

3.12.2025 Sulaiman Wilms 4 Min. Lesezeit
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Foto: blvdone, Shutterstock

(iz). In repräsentativen Telefoninterviews wurden ca. 2.000 Personen deutschlandweit zu politischen, sozialen und menschenfeindlichen Einstellungen befragt. Ziel der im Zweijahresrhythmus erscheinenden Studie ist es, Entwicklungen, Verbreitung und Hintergründe demokratischer und antidemokratischer Tendenzen in der Gesellschaft sichtbar zu machen.​

Das zentrale Ergebnis der Studie lautet: Die politische und gesellschaftliche Mitte ist nicht so stabil und immun gegenüber extremen und ausgrenzenden Ideologien, wie es der Mythos oft behauptet. Vielmehr sind Ressentiments und Abwertungen von Minderheiten wie Muslimen, Juden, Geflüchteten oder Armen in der Mitte weiterhin verbreitet.

Die Autoren stellen fest: „Menschenfeindliche Stereotype, Vorurteile und rassistische Ansichten von Gruppen, die sich gegen Feinde richten, befördern die Normalisierung.“ Begriffe aus dem rechtsextremen Milieu wie „Remigration“ oder „Rasse“ finden längst Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch und die Debatten der sogenannten Mitte.​

Besonderes Augenmerk liegt auf Muslimfeindlichkeit. Laut Studie befürworten knapp 9 % der Befragten ein pauschales Einwanderungsverbot für Muslime. Dies ist im Vergleich zu den Vorjahren ein Rückgang (2022/23 waren es doppelt so viele), aber weiterhin alarmierend. 22 % wählen immerhin die mittlere Antwortoption („teilsteils“) – auch das zeigt, wie groß die Graubereiche im Urteil über Muslime sind.

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