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Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft schließt Mali aus

Foto: sharafmaksumov, Adobe Stock

Bamako (KNA). Nach dem erneuten Putsch Anfang vergangener Woche hat die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS Mali ausgeschlossen. Das haben die Staats- und Regierungschefs während eines Sondergipfels in der ghanaischen Hauptstadt Accra entschieden, hieß es in einer in der Nacht zu Montag veröffentlichten Abschlusserklärung.

Nach Unstimmigkeiten mit dem Militär verhafteten Soldaten am vergangenen Montag Präsident Bah Ndaw und Premierminister Moctar Ouane und setzten sie einen Tag später ab. Das Verfassungsgericht ernannte am 28. Mai Assimi Goita zum Übergangspräsidenten. Dieser führte im August 2020 den Putsch an und war Vizepräsident der Übergangsregierung. Die Vorgehensweise des Militärs sei, so die ECOWAS, eine schwere Verletzung der im September 2020 vereinbarten Übergangscharta.

Die ECOWAS forderte die Übergangsregierung auf, die geplanten Präsidenten- und Parlamentswahlen am 27. Februar 2022 unbedingt einzuhalten. Weder Präsident und Vizepräsident noch Premierminister dürften als Kandidaten zugelassen werden.

In Mali sind verschiedene islamistische Gruppierungen aktiv, die sich auch in Nachbarländer wie Burkina Faso ausgebreitet haben. Im Zentrum des Landes kommt es zu Ausschreitungen zwischen Milizen verschiedener Ethnien. Die Bundeswehr beteiligt sich sowohl an der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen (Minusma) als auch an der europäischen Ausbildungsmission für die malische Armee (EUTM).