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Bundestag: Diese Partei stört am häufigsten

Foto: Achim Melde, Pressebild, Deutscher Bundestag

Berlin. Keine andere Partei stört die Reden im Bundestag häufiger als die AfD. Das geht aus dem aktuellen Bundestag-Verhaltensindex der Informationsplattform www.betrugstest.com hervor. Die Online-Plattform hat insgesamt 9.365 Zwischenrufe aller 702 Abgeordneter im Bundestag zwischen Januar 2017 und Dezember 2020 erfasst und ausgewertet. Unterschieden wurde dabei zwischen Widersprüchen (1.289), in denen Abgeordnete gegensätzliche Meinungen äußerten, und Zurufen (8.076), die sowohl Zustimmungsbekundungen als auch unsachliche Spitzen sein können.

Die meisten Zwischenrufe kommen von der AfD

Insgesamt 28 Prozent aller gemessenen Zwischenrufe während einer Bundestagsrede der letzten vier Jahre stammen von der AfD (2.649 Zwischenrufe), die im Bundestag 12 Prozent der Sitze belegt. Im Durchschnitt unterbrachen die AfD-Politiker:innen seit 2017 pro Person 30,1 Mal eine Bundestagsrede. Die restlichen Mitglieder des Deutschen Bundestags kommen im Schnitt auf 16,6 Wortmeldungen.

Zum Vergleich: Der Anteil der Zwischenrufe von Politiker:innen der Großen Koalition, die immerhin knapp 57 Prozent der Sitze im Bundestag belegen, liegt bei 31,7 Prozent – unwesentlich höher als bei der AfD. Die Politiker:innen der CDU/CSU (Anteil von 13,3 Prozent) und der SPD (Anteil von 18,3 Prozent) meldeten sich in der letzten Amtszeit Merkels im Schnitt 5 bzw. 11 Mal zu Wort. 

Die FDP hat nicht viel zu kommentieren

Die Mitglieder der FDP hielten sich mit ihrer Meinung weitestgehend zurück und störten die Redner:innen am wenigsten durch Zwischenrufe. In den letzten vier Jahren kamen die 80 Liberalen im Bundestag auf 815 Zwischenrufe und sorgten so anteilig für 11,4 Prozent – im Schnitt kam jede:r Politiker:in auf 10 verbale Einwürfe.

Schaut man sich im Detail die Zwischenrufe an, in denen Redner:innen widersprochen wurde (13 Prozent der gesamten Zwischenrufe), fällt auf, dass die Parteigenossen von Christian Lindner hier sogar noch ruhiger sind: Lediglich 7 Prozent der Widersprüche seit 2017 kamen von ihnen. 2017 gab es sogar keinen einzigen Widerspruch der FDP-Politiker:innen.

Die meisten Widersprüche kommen von den Linken und Grünen

Von den 9.365 analysierten Zwischenrufen handelt es sich in 1.289 Fällen um Widersprüche. 265 davon kamen zwischen 2017 und 2020 von den Abgeordneten der Linken. Pro Person widersprachen die 69 Politiker im Schnitt 3,8 Mal und sorgten so für 21 Prozent aller Einwände. Der Anteil der Grünen liegt bei 20 Prozent: Im Schnitt widersprachen sie ebenfalls 3,8 Mal pro Person. Die AfD folgt mit 2,7 Widersprüchen pro Person (anteilig 18 Prozent).

Die meisten Zurufe machen im Schnitt AfD-Politiker:innen

Zurufe stellen das Gros der 9.395 Zwischenrufe dar: 8.076 Mal unterbrachen die Bundestagsabgeordneten seit 2017 mit Zustimmmungsbekundungen, sarkastischen Spitzen oder ähnlichen Einwänden. Jede:r Delegierte äußerte sich in den letzten vier Jahren im Schnitt 14 Mal via Zuruf. Die Mitglieder der AfD waren hier deutlich vorlauter und verbalisierten ihre Meinung mit 27 Zurufen fast doppelt so häufig während Redebeiträgen anderer Politiker:innen.

Sämtliche relevanten Daten des Bundestag-Verhaltensindex sowie Informationen zur Untersuchungsgrundlage stehen unter dem nachfolgenden Link zur Verfügung:

https://www.betrugstest.com/magazin/verhaltensindex-diese-partei-ruft-im-bundestag-haeufigsten-dazwischen.html

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