Ende Mai veröffentlichte die Universität Erlangen-Nürnberg eine Erhebung über Freitagspredigten in deutschen Moscheen. Die Ergebnisse stellen eine Versachlichung von Debatten dar.
Foto: W. Dechau
Erlangen/Berlin (iz, KNA). Die FAU-Erhebung widerlegt das verbreitete Klischee, dass Freitagsansprachen (Khutbas) in hiesigen Moscheegemeinschaften eine Quelle von Hass oder Radikalisierung seien.
FAU-Untersuchung macht den Charakter der Khutbas deutlich
Extremismus und Gewalt werden in den Predigten klar abgelehnt. Die Inhalte seien demnach „völlig akzeptabel“ und enthielten keine Anhaltspunkte für problematische oder radikale Botschaften. „In der deutschen Öffentlichkeit wird sie dabei immer wieder vor allem als Quelle von Radikalisierung gesehen.“
Die Khutbas beschäftigen sich laut den Forschern überwiegend mit ethischen Fragen des Alltags, zwischenmenschlichen Beziehungen, Bildung, Familie, Nachbarschaft, Umweltschutz und gesellschaftlichem Engagement. Ebenso wurden Aufrufe zu gesamtgesellschaftlichem Engagement, Hilfsbereitschaft und Demokratie regelmäßig thematisiert.
Forschung balanciert langanhaltende Vorurteile, die seit Jahren in Debatten aufrechterhalten werden
„Die Predigt (…) ist essenzieller Bestandteil eines jeden Freitagsgebets in der Moschee. In der deutschen Öffentlichkeit wird sie dabei immer wieder vor allem als Quelle von Radikalisierung gesehen. Doch Hass erleben durchschnittliche Moscheegänger/-innen entgegen dieser weitverbreiteten Annahme nicht“, schrieb die FAU in einer Pressemitteilung am 21. Mai.
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