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DİTİB zum Leipziger Moschee-Angriff: „Es waren keine ‘Kritiker’“

Foto: Pixabay.com | Lizenz: CC0 Public Domain

Am Abend des 13.12. kam es im Rahmen eines Aufzuges von Leipziger Linksautonomen zu einem Angriff auf die Eyüp Sultan Moschee. Dabei wurden mindestens vier Fenster mit Steinen eingeworfen. Der Dachverband, dem die Gemeinschaft angehört, warf sächsischen Bundestagsabgeordneten vor, sie würden „Öl ins Feuer der Radikalen“ gießen.

Köln/Leipzig (iz). Einen Tag nach der mutmaßlich politisch motivierten Attacke auf die Leipziger Eyüp Sultan Moschee hat sich der Moscheeverband DİTİB, dem die Gemeinde angehört, mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt. Sie ist jedes Jahr immer wieder aufs Neue mit Übergriffen konfrontiert. Ömer Mumcu, Vorsitzender der Eyüp Sultan Moschee, konkretisiert: „In den letzten 5 Jahren hatten wir 8 Übergriffe auf unsere Moschee. Ermittlungen (…) wurden jedes Mal eingestellt. Bei diesem neuerlichen Angriff sind vier Fenster der Moschee eingeschlagen worden, es ist ein nicht unerheblicher Sachschaden entstanden.“

Die jüngste Attacke, so Mumcu, seit nicht nur ein Übergriff. Sie bedeute eine „verängstigende, verstörende Erfahrung“, welche nicht nur die BesucherInnen der Moschee träfe, sondern auch Anwohner, Nachbarn und das städtische Umfeld. „Die konkrete Angriffssituation auf die Moschee und das Wohngebäude ist für unseren Imam und seine Familie mit 3 minderjährigen Kinder höchst traumatisierend. Das berechtigte Sicherheitsbedürfnis ist damit abermals empfindlich gestört.“

Abdurrahman Atasoy, Generalsekretär des Bundesverbands, monierte, dass die negative Markierung seines Dachverbands, der in den letzten mehrfach in die Kritik der deutschen Öffentlichkeit geriet, dazu geeignet sei, „einer Feind-Markierung“ gleichkomme. „Denn mit Worten beginnt, was sich in abscheulichen Übergriffen Bahn bricht.“

Kritisch äußerte sich der Moscheeverband über sächsische Landtagsabgeordnete (der LINKEN, Anm.d.Red.). Diese würden die Attacken mit ihrer Kritik an der DİTİB „relativieren“. Sie streuten „Salz auf die Wunden einer friedlichen, unbescholtenen“ Moscheegemeinde. Mit einem Whataboutismus würde die Verbandskritik „bewusst“ vom Thema ablenken.

Gewalt gegen eine Moschee sei „eben keine Kritik“; weder könne sie entschuldigt werden, noch dürfe sie als Teil des gesellschaftlichen Diskurses legitimiert werden. „Es waren keine ‘Kritiker’, die gegen die Moschee und das Wohnhaus Gewalt anwendeten, es waren Radikale, die unschuldige Bürger der Stadt Leipzig, eine Moscheegemeinde und ein Wohnhaus tätig angriffen. Diese Art der Täter-Opfer-Umkehr lehnen wir ab.“