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Forderung nach Seelsorgern für muslimische Soldaten

Foto: Bundeswehr/Torsten Kraatz, via flickr

Osnabrück (KNA) Der innenpolitische Sprecher der Union und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime fordern nach der Einführung eines Militärrabbiners die zeitnahe Einsetzung eines muslimischen Seelsorgers für die Bundeswehr.

Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte der innenpolitische Unions-Sprecher Mathias Middelberg: „Es ist nachvollziehbar, dass die Einrichtung einer muslimischen Militärseelsorge nicht ganz einfach ist, da die Islamverbände keinen Körperschaftsstatus haben.“ Der Abgeordnete fügte hinzu: „Gleichwohl muss nun zügig eine Lösung für unsere mittlerweile schon 3.000 muslimischen Soldatinnen und Soldaten gefunden werden.“ Wer dem Land diene und dabei seine Gesundheit und gegebenenfalls sein Leben einsetze, dürfe erwarten, dass sich der Staat um dessen seelsorgliche Betreuung kümmere.

Laut Middelberg muss dafür religiöses Personal eingesetzt werden, das Deutsch spricht und das hiesige Verständnis von Meinungsfreiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilt. „Die Absolventen des Ausbildungsprojekts Islamkolleg Deutschland könnten insofern hervorragend geeignet sein“, so der CDU-Abgeordnete.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Ayman Mazyek, forderte in der Zeitung, dass Regierungspolitiker Lösungen für die muslimische Seelsorge in der Bundeswehr fänden „und nicht ständig auf die fehlende Anerkennung oder Heterogenität der muslimischen Religionsgemeinschaften verweisen“.

Die Notwendigkeit für Seelsorger bestehe seit dem Tag, ab dem muslimische Soldatinnen und Soldaten Deutschland verteidigten. „Das war schon vor Jahrzehnten so und ist heute, angesichts von mehr als 3.000 Muslimen in der Truppe, umso größer.“

Der ZMD sei seit mehr als zehn Jahren bereit, bei diesem Thema zu unterstützen. Mazyek betonte: „Meine Freude für unsere jüdischen Geschwister bleibt dabei ungetrübt.“ Den neuen Militärrabbiner Zsolt Balla schätze er sehr, so Mazyek, und wünsche ihm alles Gute für sein neues Amt.