Befindet sich das Land auf der schiefen Bahn?

In Deutschland hat der öffentliche Diskurs und der politische Kurs eine Schieflage erreicht.

03.07.2025 Sulaiman Wilms 3 Min. Lesezeit
koalition land wahl

Foto: Deutscher Bundestag / Thomas Köhler / photothek

(iz). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor einem Millionenpublikum in einem Interview am Rande des kanadischen G7-Gipfels das Wort „Drecksarbeit“ im Kontext des israelischen Angriffs auf den Iran benutzt. Souffliert hatte ihm die Moderatorin, Diana Zimmermann, die den Begriff in ihrer Frage nutzte.

Anstatt diese unpassende Vokabel zu ignorieren, nahm der Kanzler den Ball auf und machte weiter: „Frau Zimmermann, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff Drecksarbeit. Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle. Wir sind von diesem Regime auch betroffen. Dieses Mullah-Regime hat Tod und Zerstörung über die Welt gebracht.“

Das bundesdeutsche Juste Milieu hätte die ungeschickte und zynische Wortwahl ignorieren oder kritisch begleiten können. Stattdessen nahmen nicht wenige bekannte Kommentatoren den Lapsus des Kanzlers auf, um – symbolisch gesprochen – ein jahrzehntelanges Engagement der Bundesrepublik auf diplomatischer und völkerrechtlicher Ebene mal so eben als überholt einzustufen.

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