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Muslime nach Anschlag von Berlin: breite Front gegen Hass und Fanatismus

influencer Muslime Berlin Anschlag

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD melden sich im ganzen Land muslimische Verbände, Imame und Religionsgemeinschaften zu Wort.

(iz). Von KRM über IGMG und Schura Hamburg bis zu einzelnen Imamen verurteilen sie die Tat entschieden, stellen klar, dass religiös begründete Gewalt keine Legitimation besitzt, und fordern Prävention statt pauschaler Hetze gegen Muslime.

Was über den Anschlag und Täter bekannt ist

Am späten Abend des 25. Juli 2026 fährt Abdul B., ein 21‑jähriger in Berlin geborener deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, mit einem Fahrzeug am Rand des Christopher Street Day in eine Menschengruppe im Großen Tiergarten.

Eine Frau kommt ums Leben, mindestens 16 bis 29 Menschen werden verletzt, mehrere zunächst lebensbedrohlich. Der Fahrer verlässt das Fahrzeug und flieht, während Einsatzkräfte sich um Verletzte kümmern und den Bereich sichern.

Die Ermittler fahnden öffentlich nach Abdul B., der den Sicherheitsbehörden als „Gefährder“ bekannt war und der Szene gewaltorientierter Milieus zugerechnet wurde. Polizei und Staatsanwaltschaft betonten, dass Motivlage und mögliche Unterstützer weiter geprüft werden müssen.

Foto: DABLJU/Adobe Stock

Am folgenden Tag wird Abdul B. in einer Kleingartenanlage in Berlin‑Spandau vom SEK gestellt. Nach Angaben der Polizei greift er die Beamten mit einer Stichwaffe an, woraufhin Schüsse fallen. Trotz Reanimationsversuchen stirbt er an den Folgen der Schussverletzungen.

Die Bundesanwaltschaft übernimmt das Verfahren, das als möglicher Terroranschlag gegen die betroffene Community und die Freiheit der gesamten Gesellschaft geführt wird.

Muslime reagieren breit und eindeutig mit Ablehnung

Während Ermittlungsbehörden den bekannten Täter Abdul B. einordneten und nach möglichen Unterstützern suchten, richtete sich der Blick vieler Medien schnell auf die muslimische Bevölkerung insgesamt.

Genau hier setzen die Stellungnahmen von Verbänden, Räten und einzelnen Imamen an: Sie formulieren eine eigenständige, religiös begründete Kritik an Fanatismus und Hass, die sich von polarisierenden Debatten absetzt.

Ramadan Berlin Imame Rat Leitfaden

Foto: Muslimische DiaLogen

„Terror, Hass und Gewalt besitzen keinerlei religiöse Legitimation“

Der Rat Berliner Imame erneuert in einer ausführlichen Pressemitteilung seine Solidarität mit den Opfern, ihren Angehörigen und der queeren Community. Sie schreiben, der Anschlag mache deutlich, „dass religiös begründeter Extremismus, ebenso wie andere Formen des Extremismus und Menschenfeindlichkeit, eine reale Gefahr für unsere Gesellschaft darstellen“.

Zugleich betonen sie: „Terror, Hass und Gewalt besitzen keinerlei religiöse Legitimation“, und wer die Religion benutze, „um Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer Identität, ihrer Überzeugungen oder ihrer Lebensweise auszuüben oder gar zu töten, handelt nicht im Einklang mit den ethischen Grundsätzen unserer Religion“.

Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Schutz des Lebens und Achtung der Menschenwürde werden als zentrale Fundamente des Islam benannt. Besonders hervorheben die Imame die Notwendigkeit der Prävention: Radikalisierung sei „meist das Ergebnis eines schleichenden Prozesses, der sich heute häufig im Internet und in sozialen Medien vollzieht“.

Entsprechend müsse man junge Menschen früh erreichen, ihnen Orientierung und Perspektiven geben und jene stärken, „die Warnsignale erkennen und Verantwortung übernehmen“.

„Schutz des Lebens als Kern des Glaubens“

Die IGMG reagiert mit einer eigenen Stellungnahme, in der ihr Generalsekretär Ali Mete den Angriff „mit aller Entschiedenheit“ verurteilt. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der getöteten Frau, den Verletzten und allen Menschen, die diese Tat miterleben mussten“, erklärt er.

Die menschenverachtende Ideologie des sogenannten „IS“ wird als „fundamentaler Widerspruch zu den Werten des Islams“ bezeichnet. Der Qur’an messe dem Schutz des menschlichen Lebens höchste Bedeutung bei, die Würde jedes Menschen gehöre zu den unveräußerlichen Grundlagen des Glaubens.

Mete sagt dazu: „Wer Menschen angreift, ermordet oder in Angst versetzt, handelt nicht im Namen des Islams, sondern folgt einer menschenverachtenden Wahnideologie. Er missbraucht Religion, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen. Dafür darf es weder religiöse noch politische Entschuldigungen geben.“

Die IGMG begrüßt ausdrücklich die Arbeit der Sicherheits- und Ermittlungsbehörden, warnt aber davor, laufende Ermittlungen „durch Spekulationen oder pauschale Schuldzuweisungen“ zu belasten.

„Wer sich dabei auf den Islam beruft, missbraucht unsere Religion“

Auch die Schura Hamburg, als Zusammenschluss von Moscheegemeinden und islamischen Organisationen, meldet sich zu Wort. Bei einer Solidaritätsveranstaltung für die Opfer erklärt der Vorsitzende Fatih Yildiz, er gedenke der Toten, drücke Verletzten und Angehörigen sein Mitgefühl aus und wende sich gegen den Versuch, Gewalt religiös zu begründen.

Wörtlich wird er mit den Worten zitiert: „Wer Menschen angreift, begeht ein schweres Unrecht. Und wer sich dabei auf den Islam beruft, missbraucht unsere Religion.“

Yildiz unterstreicht, dass die Schura als islamische Religionsgemeinschaft Verantwortung übernehme: „Für Hass, Gewalt und extremistische Ideologien darf es in den muslimischen Gemeinden keinen Platz geben.“ Zugleich weist er hin, dass der Anschlag die gesamte Gesellschaft treffe und Muslime „eine Bevölkerungsgruppe sind, die gerade viel Hass und Hetze abbekommt“.

Der KRM und weitere Verbände schließen sich an

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) und weitere Verbände schließen sich der Linie deutlich formulierter Solidarität und Abgrenzung von religiös begründeter Gewalt an. Sie verurteilen den Anschlag, bekunden Anteilnahme gegenüber der queeren Community und betonen, dass Attacken auf friedlich feiernde Menschen Angriffe auf die Freiheit aller sind.

In verschiedenen Landesstrukturen – etwa in Nordrhein‑Westfalen und Hamburg – wird diese Haltung in Posts und kurzen Mitteilungen wiederholt, in denen Begriffe wie Menschenwürde, Freiheit, Sicherheit und Verantwortung eine zentrale Rolle spielen.

Damit entsteht ein breites Spektrum muslimischer Stimmen, die in Ton und Inhalt ähnlich argumentieren: klare Verurteilung des Anschlags, Betonung der Unvereinbarkeit von Gewalt und islamischen Grundwerten, Solidarität mit den Betroffenen und Warnung vor pauschaler Stigmatisierung.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 372): von einer ausgeschlagenen Einladung bis zu einem Friedhof

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Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 372) reichen von rechter Ideologie über die ausgeschlagene Einladung von Benjamin Idriz bis zu einem neuen Friedhof.

Prozessbeginn wegen versuchten Mordes

AUGSBURG (IZ). In Augsburg hat vor der Jugendkammer des Landgerichts der Prozess gegen einen 15-Jährigen begonnen, der auf dem Pausenhof einer Mittelschule im bayerischen Friedberg zwei Schüler mit einem Hammer attackiert haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung aus rassistischen und islamfeindlichen Motiven vor: Der Jugendliche soll am 2. Oktober 2025 gezielt Menschen mit islamischer Religionszugehörigkeit und ausländischer Herkunft töten wollen, zwei Jungen mit irakischen und kosovarischen Wurzeln wurden leicht bis mittelschwer verletzt.

AfD: CDU sieht „Abstieg für Deutschland“

BERLIN (IZ). Die CDU hat eine 34-seitige Broschüre mit dem Titel „Abstieg für Deutschland. Keine Alternative“ vorgelegt, in der sie die AfD scharf als demokratiefeindlich, antisemitisch und völkisch charakterisiert. Das Papier listet Zitate prominenter AfD-Politiker auf, verweist auf Einstufungen einzelner Verbände als rechtsextremistisch durch Verfassungsschutzbehörden und wirft der Partei vor, einen Einparteienstaat anzustreben sowie „Remigration“ als Chiffre für Deportationen zu propagieren. Zudem hebt die CDU judenfeindliche Positionen und rassistische Erzählmuster in der AfD hervor, die sich laut Kritikern auch gegen Muslime richten.

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Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/photothek

Kanzler geht nicht auf Einladung von Imam ein

BERLIN (IZ). Der Penzberger Imam Benjamin Idriz hat Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Umgang mit der von ihm selbst angestoßenen Debatte über das Frauenbild im Islam kritisiert. Idriz hatte Merz Ende März einen Brief geschrieben, in dem er dessen pauschale Aussagen beanstandete, die Lebensrealität muslimischer Frauen betonte und den Kanzler zu einem Besuch der Gemeinde in Penzberg einlud. In der eingegangenen Antwort aus dem Bundeskanzleramt werde zwar der Dialog mit Muslimen gewürdigt und auf Formate wie die DIK verwiesen, auf die inhaltliche Kritik und die Einladung gehe das Schreiben nicht ein. Der Imam bezeichnete die Absage als verpasste Chance für einen ehrlichen Austausch.

Pergamonmuseum soll im Juni 2027 eröffnen

BERLIN (KNA/IZ). Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel öffnet nach jahrelanger Schließung am 4. Juni 2027 wieder in Teilen seine Türen fürs Publikum. Dann sind unter anderem der berühmte Pergamonaltar, der seit 2014 nicht mehr zugänglich war, und die komplett neue Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst sowie babylonische Highlights wieder zu sehen, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Anfang Mai ankündigte. Seit Oktober 2023 ist das Museum wegen Sanierungsarbeiten komplett geschlossen. Erst 2037 soll es wieder vollständig öffnen.

Prediger solingen magdeburg

Symbolfoto: FooTToo, Shutterstock

Lehrer wegen Missbrauch von Kindern verurteilt

ELLWANGEN (IZ). Wegen sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung an Minderjährigen ist ein 35-jähriger Islamlehrer vom Landgericht Ellwangen zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der als Islamlehrer in einem muslimischen Schülerwohnheim in Giengen an der Brenz tätige Erzieher wurde in 18 Fällen schuldig gesprochen, darunter Verbrechen wie Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen und Kindern.

Pro Asyl: Abschiebedeal wertet Taliban auf

FRANKFURT (KNA). Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl beklagt die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit den Taliban und fordert einen Stopp der Abschiebungen nach Afghanistan. In dem Land bauten sie ihre Herrschaft aus Rechtlosigkeit, Willkür und Brutalität immer weiter aus. Zugleich stecke Afghanistan in einer tiefen humanitären Krise, kritisierte Pro Asyl am 20. Mai. Dennoch erteile das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge alleinstehenden Männern immer seltener Schutz, die Bundesregierung setze Aufnahmeprogramme aus, verhindere Familiennachzug und forciere Abschiebungen in das Land.

Foto: DITIB Zentralmoschee Köln, Facebook

Unbekannte verschandeln eine DITIB-Moschee

MEMMINGEN (IZ). Unbekannte haben die DITIB-Moschee im bayerischen Memmingen mit Tierblut beschmiert und einen abgetrennten Schweinekopf auf ein Halbmond-Symbol am Eingangsbereich gespürt. Staatsschutz und Generalstaatsanwaltschaft München ermitteln wegen Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft und gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Die Behörden gehen von einem islamfeindlichen bzw. fremdenfeindlichen Motiv aus. Der Zentralrat der Muslime verurteilte die Tat als gezielten Einschüchterungsversuch und forderte vom Bundesinnenministerium konsequente Maßnahmen gegen antimuslimischen Rassismus sowie besseren Schutz für Moscheegemeinden.

Muslimisches Leben nicht politisch aufladen!

MÜNCHEN (IZ). Die Islamische IGMG hat den Versuch der bayerischen Staatsregierung kritisiert, alltägliches muslimisches Leben in Bayern sicherheitspolitisch aufzuladen und so als potenzielle Bedrohung darzustellen. In einer Stellungnahme warnt die Gemeinschaft vor einer politischen Rhetorik, die Moscheegemeinden und religiöse Praxis unter Generalverdacht stelle und damit gesellschaftliche Spannungen verschärfe. Stattdessen fordert die IGMG eine auf Gleichbehandlung und Grundrechten basierende Politik, die Muslime als selbstverständlichen Teil der demokratischen Gesellschaft anerkennt.

Treffen darf „Deportationskonferenz“ heißen

POTSDAM (IZ). Der Gründer des „Zentrums für Politische Schönheit“, Philipp Ruch, darf das rechtsextreme Treffen im November 2023 in einem Potsdamer Hotel weiter als „Potsdamer Deportationskonferenz“ bezeichnen. Der 10. Zivilsenat des Kammergerichts hob eine einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin II auf, mit der der Jurist Ulrich Vosgerau Ruch diese Bezeichnung untersagen wollte.

Bestattungen Friedhöfe Tod

Foto: IGMG Berlin

Ein muslimischer Friedhof rückt näher

WUPPERTAL (IZ). In Wuppertal rückt der erste eigenständig von Muslimen getragene Friedhof näher: Ende April hat Oberbürgermeisterin Scherff dem Trägerverein „Muslimische Friedhöfe Wuppertal“ die Baugenehmigung für das 19.000 Quadratmeter große Areal an der Krummacherstraße in Varresbeck überreicht. Nach mehr als 15 Jahren Planung soll dort eine Ruhestätte mit bis zu 1.000 Gräbern entstehen – in Nachbarschaft zu christlichem und jüdischem Friedhof, als Ausdruck religiöser Selbstbestimmung und sichtbarer Teilhabe von Muslimen in der Stadtgesellschaft.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 369): von Freiheit in Deutschland bis Theologie in Koblenz

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Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 369) reichen vom Stand der Freiheit in Deutschland, über Gewalt in Beziehungen bis zu einem neuen theologischen Standort in Koblenz.

Regierung: Nehmen Kritik wg. Freiheit ernst

BERLIN (KNA). Kritische Äußerungen zur Meinungsfreiheit in Deutschland durch die zuständige UN-Sonderberichterstatterin nimmt die Bundesregierung nach eigener Darstellung sehr ernst. Es greife aber zu kurz, aktuell nur die negativen Aspekte herauszugreifen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Der Besuch von Irene Khan sei insgesamt positiv abgelaufen, und man wolle nun ihren abschließenden Bericht im Juni abwarten. Sie war vom 26. Januar bis 6. Februar in Leipzig, Dresden, Köln, Düsseldorf, Karlsruhe und Berlin. Es war der erste offizielle Besuch eines UN-Sonderberichterstatters für Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung in Deutschland.

Selbstzensur

Foto: Anas-Mohammed/Shutterstock

Vorwürfe vom Lemkin Institut an Deutschland

BERLIN/WASHINGTON (IZ). Das renommierte Lemkin-Institut zur Verhütung von Völkermord wirft Deutschland in einem neuen Bericht vor, den anhaltenden Genozid in Gaza zu leugnen und entsprechende Narrative in Politik und Öffentlichkeit zu verbreiten. Spitzenpolitiker hätten der internationalen Rechtsordnung den Rücken gekehrt, die wesentlich als Reaktion auf deutsche Gräueltaten geschaffen worden sei. Scharfe Kritik übt das Institut auch an großen Medienhäusern, die ihre journalistische Verantwortung aufgegeben und sich „praktisch zum loyalsten Sprachrohr der israelischen Regierung“ entwickelt hätten.

Gewalt in Beziehungen größer als bekannt

BERLIN (IZ). Eine neue Studie zeigt ein massives Dunkelfeld bei Gewalt in Paarbeziehungen in Deutschland. Die meisten Übergriffe werden nicht angezeigt, warnen die Forschenden. Besonders gefährdet sind Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund. Experten fordern besseren Schutz und niedrigschwellige Beratungsangebote für Betroffene. Die Untersuchung macht zudem auf erhebliche Lücken bei Prävention und Erfassung der Fälle aufmerksam. Politische Konsequenzen werden nun diskutiert.

Foto: crop media, Shutterstock

Ex-Hisbollah-Mann zu Bewährung verurteilt

CELLE (KNA). Das Oberlandesgericht Celle hat ein ehemaliges Mitglied der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der 51 Jahre alte Mann aus Langenhagen wurde am 23. Februar der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Miliz wird vor allem vom Iran finanziell und militärisch unterstützt. International werden Teile der Organisation als Terrororganisation eingestuft. In Deutschland ist sie seit 2020 vollständig verboten.

Abrahamisches Forum feiert 25-jähriges Jubiläum

DARMSTADT (IZ). Vor 25 Jahren am 6. Februar 2001 wurde auf Einladung des Vorsitzenden des Interkulturellen Rates in Deutschland, Dr. Jürgen Micksch, sowie in Abstimmung mit den Zentralräten der Juden und der Muslime in Deutschland zur ersten Sitzung eingeladen. Der Vorsitzende des Abrahamischen Forums in Deutschland e.V., Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel aus Tübingen, betont angesichts von 25 Jahren: „Das Abrahamische Forum hat entscheidend zum guten Miteinander von Religionen in Deutschland beigetragen.“

gesundheit

Foto: Freepik.com

Kein Kopftuchverbot für Flughafenpersonal

ERFURT (KNA). Das Bundesarbeitsgericht sieht keinen Grund für ein Kopftuch-Verbot für Mitarbeiterinnen der Sicherheitskontrolle an Flughäfen. Für diese Mitarbeiterinnen gelte kein Neutralitätsgebot, so das Gericht am 29. Januar in Erfurt. Es bestätigte in seiner Entscheidung die Verurteilung einer Sicherheitsfirma, die Passagier- und Gepäckkontrollen an Flughäfen abwickelt. Das Unternehmen unterlag in erster Instanz am Arbeitsgericht Hamburg einer Muslimin, die sich 2023 bei der Firma am Hamburger Flughafen beworben hatte. Laut Arbeitsgericht hatte sie sich zunächst ohne Lebenslauf beworben. Auf Nachfrage reichte sie dann ihren Lebenslauf mit Foto nach, auf dem sie ein Kopftuch trägt. Kurz darauf habe sie eine unbegründete Absage erhalten. Die Frau sieht sich diskriminiert und glaubt an eine Ablehnung aufgrund ihres muslimischen Hijabs. Das Gericht folgte in großen Teilen der Begründung der vorherigen Instanzen. Diese sahen ausreichende Hinweise auf eine Benachteiligung bei der Bewerbung.

Ein neues Institut für Islamische Theologie

KOBLENZ (IZ). Die Universität Koblenz hat zum 1. Januar 2026 ein Institut für Islamische Theologie eingerichtet. Ziel ist der Aufbau eines eigenständigen theologischen Studiengangs, der sowohl Imame als auch Religionspädagoginnen und -pädagogen ausbilden soll. Geplant sind Professuren für Tafsir, islamische Rechts- und Glaubenslehre sowie praktische Theologie. Das Institut soll zudem als Ansprechpartner für Politik, Schulen und Zivilgesellschaft in Fragen des Islam in Deutschland dienen.

Foto: Tafel Deutschland e.V., Thomas Lohnes | Getty Images

IGMG: Armut mit Gerechtigkeit bekämpfen

KÖLN (igmg.org). Die IGMG warnt vor den gesellschaftlichen Folgen wachsender Armut in Deutschland und fordert eine gerechtere Verteilung. Mehr als 13 Millionen seien armutsgefährdet, besonders Alleinerziehende, Rentner sowie Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchtete. Ungleiche Verteilung untergrabe das Gerechtigkeitsempfinden und treibe sie in die Arme von Extremisten, warnt Generalsekretär Ali Mete. Jede sozialpolitische Reform müsse daran gemessen werden, ob sie Armut – insbesondere Kinderarmut – tatsächlich senke. Anlass waren aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts, wonach die Armutsgefährdung in Deutschland weiter steigt – so wie in vielen anderen Ländern Europas. „Wohlstand ist Verantwortung – sowohl für den Einzelnen als auch für den Staat.“

Leiter von Kolleg schon 2024 zurückgetreten

OSNABRÜCK (IZ). Wie Ende Februar 2026 durch Meldungen des „Tagesspiegel“ und des epd bekannt wurde, ist Prof. Dr. Bülent Uçar bereits Ende 2024 von seinem Posten als wissenschaftlicher Leiter des Islamkollegs Deutschland zurückgetreten. Zuvor ist gegen ihn nach Angaben beider Medien wegen fehlerhaften Spesenabrechnungen ermittelt worden. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen eine Geldauflage ein. Er gilt damit als nicht schuldig. Der Forscher sprach gegenüber dem „Tagesspiegel“ von unbeabsichtigten Fehlern und übernahm die Verantwortung. Er betonte aber, dem Islamkolleg sei kein finanzieller Schaden entstanden. Da das Verfahren eingestellt wurde und die Einrichtung die Öffentlichkeit nicht über den Schritt unterrichtete, wurde er erst jetzt bekannt.

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Pakistan führt „offenen Krieg gegen Afghanistan“

eskalation pakistan

Pakistan wirft den Taliban vor, islamistischen Terrorgruppen Schutz zu gewähren, die im Grenzgebiet Anschläge verüben. Seit Monaten stocken die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den beiden Nachbarn.

Islamabad (KNA). Pakistans Luftwaffe hat afghanische Großstädte wie Kabul und Kandahar bombardiert und Berichten zufolge Militärstützpunkte, Kommandozentralen und Munitionsdepots zerstört. Die afghanische Taliban-Regierung bestätigte die Angriffe.

In beiden Ländern gab es überparteilich nationale Solidarität. In Pakistan bekundeten am Freitag Präsident Zardari, Premierminister Shehbaz Sharif und auch die oppositionelle PTI ihre Unterstützung des Militärs bei dem „offenen Krieg“ gegen Afghanistan zur Verteidigung der territorialen Integrität, wie pakistanische Medien berichteten.

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Foto: John Smith, Shutterstock

Afghanische Politiker verurteilten Pakistans Offensive „Ghazab lil-Haq“ (Gerechter Zorn) scharf. Ex-Präsident Hamid Karzai sagte dem Nachrichtenportal Pajhwok Afghan News, die Afghanen verteidigten ihr Land geeint und mutig.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul töteten die Streitkräfte des „Islamischen Emirats Afghanistan“ bei Vergeltungsschlägen gegen pakistanische Stellungen entlang der „Durand-Linie“ 55 pakistanische Soldaten. 15 Außenposten der pakistanischen Armee sollen eingenommen worden sein.

Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif beschuldigte unterdessen die Taliban, Afghanistan zu einer „Kolonie Indiens“ gemacht zu haben und als Stellvertreter für den Export von Terrorismus nach Pakistan zu fungieren.

Die Zusammenstöße brachten Berichten zufolge die Rückführung Tausender afghanischer Flüchtlinge zum Stocken, die am Grenzübergang Torkham auf die Rückkehr in ihr Land warteten. Berichten zufolge wurden sie in ein Auffanglager zurückgeschickt, da die Lage an der Grenze weiterhin instabil ist.

Hintergrund der seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ist Pakistans Vorwurf, die Führung der militanten Gruppe „Tehreek-e-Taliban Pakistan“ (TTP) und viele ihrer Kämpfer seien in Afghanistan stationiert und griffen von dort aus immer wieder Pakistan an.

Die Führung in Kabul weist dies entschieden zurück und wirft ihrerseits Pakistan vor, Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu beherbergen. Das dementiert wiederum Pakistan. Seit November stocken die von Katar und der Türkei vermittelten Waffenstillstandsverhandlungen. Seitdem haben Angriffe von Aufständischen auf Pakistan zugenommen.

Khan Pakistan Proteste terror

Foto: Shutterstock

Die 2.500 Kilometer lange Durand-Linie war 1893 zwischen dem britischen Diplomaten Mortimer Durand und dem Emir von Afghanistan als internationale Grenze zwischen dem Emirat Afghanistan und Britisch-Indien festgelegt worden.

Nach der Gründung Pakistans 1947 übernahm der neue Staat diese Grenze, während Afghanistan sie nicht akzeptierte. Die Grenze teilt das Stammesgebiet der Paschtunen. Die Paschtunen sind die größte ethnische Gruppe in Afghanistan und eine Minderheit in Pakistan.

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Kurzmeldungen Inland (Nr. 366): von Auflösung der CLAIM Allianz bis zum NRW-Antidiskriminierungsgesetz

Kurzmeldungen

Die Kurzmeldungen aus dem Inland (Nr. 366) reichen von Rüstungsexporten nach Israel, über die Auflösung der CLAIM Allianz bis zu rechtsextremen Terror.

Rüstung: Regierung hebt Begrenzung wieder auf

BERLIN (IZ). Deutschland kündigte am 17. November an, die Beschränkungen für Waffenausfuhren nach Israel aufzuheben, und verwies dabei auf einen „stabilisierten Waffenstillstand“ im Gazastreifen und die jüngsten diplomatischen Fortschritte in der Region, berichtete Anadolu. Der Entschluss trat am 24. November in Kraft und führt dazu, dass das Land wieder jede einzelne Anfrage für Waffenexporte prüfen wird, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius gegenüber der deutschen Presseagentur DPA. Er erklärte, die Regierung habe ihre Entscheidung auf die Kampfpause zwischen Israel und der Hamas gestützt, die seit dem 10. Oktober halte und sich in den letzten Wochen stabilisiert habe. Er verwies auf die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden und die verstärkte humanitäre Hilfe im Gazastreifen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Beschränkungen am 8. August angeordnet und die Genehmigung von Waffenexporten, die im Gazakrieg eingesetzt werden könnten, gestoppt. Die Entscheidung erfolgte als Reaktion auf die Ankündigung Israels, eine groß angelegte Bodenoffensive zu starten und die Hilfslieferungen nach Gaza einzustellen.

Muslimfeindlichkeit

Foto: Dirk Enters/CLAIM

Die CLAIM Allianz hat sich aufgelöst

BERLIN (IZ). Die Claim-Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit wurde am 19. November 2025 aufgelöst, wie die Organisation bekanntgab. Künftig übernimmt die CLAIM gGmbH ihre Aufgaben. Ziel der Umstrukturierung sei es, die Arbeit gegen antimuslimischen Rassismus langfristig auf eine professionelle, tragfähige und zentral gebündelte Struktur zu überführen. Durch die Konzentration der Aktivitäten unter dem Dach der gGmbH sollen laut Erklärung Projekte nachhaltiger geplant, Fördermittel effizienter eingesetzt und Kooperationen mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft verstetigt werden.

NGOs gegen eine Anerkennung der Taliban

BERLIN (KNA). Mehr als ein Dutzend NGO appellieren an die Bundesregierung, jegliche Anerkennung der Taliban in Afghanistan entschieden abzulehnen und auszuschließen. Dass Deutschland zwei ihrer Vertreter als diplomatische Akteure akkreditiert habe, sei ein alarmierendes Signal, hieß es am 4. November in einem offenen Brief, der an Bundeskanzler Merz und Außenminister Wadephul (beide CDU) sowie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) adressiert war. Mit dem Schritt seien Anerkennung und Immunität für ein Regime verbunden, „das die Macht illegal und gewaltsam übernommen hat und fortlaufend gegen internationale Menschenrechtsnormen verstößt“.

Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/photothek

Volte der Koalition in offiziellen Islampolitik

BERLIN (KNA/IZ). Beraterkreis statt Task Force: Die schwarz-rote Bundesregierung setzt einen anderen Akzent gegen Extremismus als die Ampel. Das Bundesinnenministerium bestellt zum Thema „Islamismus“ neue Berater ein. Dazu hat Staatssekretär De Vries (CDU) den „Beraterkreis Islamismusprävention und Islamismusbekämpfung“ berufen, wie das Ministerium am 21. November mitteilte. Er löst die von der Vorgängerregierung vor gut einem Jahr eingesetzte „Task Force Islamismusprävention“ ab. Zu den genannten Personen gehören unter anderem Ahmad Mansour, die Integrationsbeauftragte von Berlin-Neukölln, Güner Balci, und der Migrationsforscher Ruud Koopmans. Mouhanad Khorchide sowie der Radikalisierungsexperte Florian Endres vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gehörten bereits der bisherigen „Task Force“ an.

Rechtsextremist wegen Mordplänen verhaftet

DORTMUND (IZ). Am 10. November wurde in Dortmund ein mutmaßlicher Rechtsextremist aus der Reichsbürgerszene festgenommen, der im Darknet zu Mordanschlägen auf Politiker und Amtsträger aufgerufen und Todeslisten veröffentlicht haben soll. Der deutsch-polnische Verdächtige forderte zudem Kryptowährungs-Spenden als Kopfgeld und gab Anleitungen zum Bombenbau. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorismusfinanzierung und schwerer staatsschutzgefährdender Straftaten.

Rechtsextremen stachen auf einen Tunesier ein

DRESDEN (IZ). Am 30. Oktober wurde in einer Dresdner Straßenbahn ein 35-jähriger Tunesier von zwei Männern, die dem rechtsradikalen Spektrum zugerechnet werden, mit einem Messer am Hals und Arm verletzt. Die Tat ereignete sich am Spätnachmittag in der Linie 12 im Stadtteil Löbtau. Der Hauptverdächtige Philipp J. (26) sitzt in Untersuchungshaft, sein Komplize wurde freigelassen. Die Soko Rex des LKA Sachsen und der Staatsschutz ermitteln wegen eines möglichen rechtsextremen Motivs.

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Foto: Sandra Sanders, Shutterstock

Abschiebung einer Uigurin nach China

HANNOVER (IZ). Eine Uigurin wurde am 3. November aus Hannover nach China abgeschoben, obwohl das BaMF zuvor die Türkei als Zielland vorgesehen hatte. Die Entscheidung der Ausländerbehörde Rotenburg fiel, weil die Frau keine türkischen Papiere besaß. Nach ihrer Ankunft in Peking konnte sie unbehelligt weiterreisen und ist inzwischen in Istanbul angekommen. Kritiker wie der Anthropologe Adrian Zenz sprachen von einem „Menschenrechtsverbrechen“, Grünen-Politiker Helge Limburg nannte die Abschiebung einen „Verstoß gegen das Grundgesetz und die Europäische Menschenrechtskonvention“. Auch Innenministerin Daniela Behrens (SPD) bezeichnete den Fall als „bedauerlich“.

IGMG begrüßt Antidiskriminierungsgesetz

KÖLN (IZ). Die IGMG begrüßte am 4. November, dass NRW als erstes Flächenland ein Antidiskriminierungsgesetz auf den Weg bringt. Ihr Generalsekretär, Ali Mete, erkennt darin einen wichtigen Schritt gegen Diskriminierung durch staatliche Stellen, forderte jedoch, dass Betroffene erleichterten Zugang zu Rechtsschutz erhalten und Beschwerdewege niedrigschwellig gestaltet werden. Entscheidend seien zudem verpflichtende Schulungen für Behördenmitarbeiter und ein unabhängiges Monitoring. „Schutz vor Diskriminierung darf kein Gnadenrecht des Staates sein, sondern muss ein einklagbares Recht für alle werden.“

Kirchgänger sind nicht antimuslimischer

MAINZ (KNA). Kirchgänger sind laut einer Studie der Uni Mainz nicht islamfeindlicher als Nichtreligiöse. Anders als in den USA hätten rechtsextreme Bewegungen in Westeuropa kein vermeintliches „weißes Christentum“ als politische Basis, teilte die Universität Mainz in Bezug auf die Studie mit. Es gebe „keine dezidiert religiösen Parteien“ am rechten Rand, erklärte Studienautor Kai Arzheimer. Einige westeuropäische Parteien der radikalen Rechten versuchten aber, auf christliche Narrative zurückzugreifen. Die Studie wurde im Rahmen einer Untersuchung zu politischen Einstellungen und Radikalisierungen in Europa erstellt.

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Eskalation in Südasien: Indische Armee greift Ziele in Pakistan an

indisch pakistan Religionsvertreter

Mehrere Wochen nach dem tödlichen Terror in Kaschmir beschießt die indische Armee Ziele im Nachbarland. Islamabad reagiert mit Abschüssen.

Delhi/Islamabad (iz, dpa). Nach den tödlichen Angriffen Indiens auf pakistanische Ziele hat das attackierte Land Vergeltung angekündigt. „Pakistan hat jedes Recht, eine angemessene Antwort auf diese von Indien verhängte Kriegshandlung zu geben, und eine angemessene Antwort wird auch gegeben“, sagte Premierminister Shehbaz Sharif.

Zuvor hatte Indien in der Nacht mehrere Ziele in Pakistan und im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs angegriffen – als Reaktion auf einen Terroranschlag vor rund zwei Wochen.

Indien machte extremistische Gruppen mit Verbindungen nach Pakistan für den Anschlag verantwortlich und beschuldigt Islamabad, diese zu unterstützen oder zu dulden. Das Nachbarland bestritt eine Verwicklung und forderte – wie internationale Stimmen – Belege für diese Behauptung.

Die indische Operation „Sindoor“

Als Reaktion auf den Anschlag startete Indien am 6. Mai 2025 die „Operation Sindoor“. Angriffsziel waren nach Angaben aus Delhi ausschließlich „terroristische Infrastrukturen“ im Nachbarland und im pakistanischen Teil Kaschmirs. Insgesamt wurden neun Ziele attackiert, darunter Einrichtungen in den Städten Kotli, Muzaffarabad (Kaschmir) und Bahawalpur (Punjab).

Geheimdienstkreise und Armee in Islamabad hatten zuvor berichtet, die Städte Kotli und Muzaffarabad im pakistanischen Teil der Himalaya-Region sowie in Bahawalpur seien Ziel der Angriffe gewesen. In Bahawalpur sei dabei eine Moschee getroffen worden. 

Pakistans Militär sprach von Raketenangriffen. Die indische Seite betonte, keine pakistanischen Militäreinrichtungen angegriffen zu haben, und die Operation sei „gezielt, maßvoll und nicht eskalierend“ gewesen.

Das Verteidigungsministerium nannte die eigenen Aktionen „zielgerichtet, maßvoll und nicht eskalierend“. Indien habe bei der Auswahl der Ziele und der Methode der Ausführung beträchtliche Zurückhaltung geübt, hieß es. Der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar schrieb auf der Plattform X: „Die Welt darf dem Terrorismus keine Toleranz zeigen.“

Islamabad bezeichnete die Operation als „unprovozierte Aggression“ und kündigte Vergeltung an. Laut seiner Armee wurden mehrere indische Kampfjets abgeschossen, und der Luftraum über der Region zeitweise gesperrt. Pakistan erklärte, man werde auf die Angriffe „zu einer Zeit und an einem Ort seiner Wahl“ reagieren. Zur Zahl der Opfer gibt es bislang keine gesicherten Angaben. Bisherige Berichte konzentrieren sich auf die politischen und militärischen Reaktionen, nicht auf konkrete Opferzahlen.

imperialismus

Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

Internationale Gemeinschaft ruft beide Seite zu Zurückhaltung auf

Die internationale Gemeinschaft, darunter die UNO und die USA, riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf, da beide Staaten Atommächte sind und der Konflikt als einer der gefährlichsten der Welt gilt.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich nach den Angriffen „sehr besorgt“. „Die Welt kann sich eine militärische Konfrontation zwischen Indien und Pakistan nicht leisten“, sagte er laut einer Mitteilung seines Büros am Dienstag (Ortszeit). Er rief beide Atommächte zur militärischen Zurückhaltung auf.

US-Präsident Donald Trump äußerte seine Hoffnung, dass der Konflikt zwischen den beiden Atommächten nicht weiter eskaliert. „Ich hoffe nur, dass es sehr schnell endet“, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus mit Blick auf den Angriff. Außenminister Marco Rubio schrieb auf der Plattform X, er werde weiter sowohl die indische als auch die pakistanische Führung auf eine friedliche Lösung hinweisen.

BRICS-Staaten erweisen sich hier als impotent

Die Krise belastet besonders das Verhältnis innerhalb der BRICS-Gruppe. China, traditioneller Partner Pakistans, steht Indiens Vorgehen kritisch gegenüber, während Indien für den Westen – und damit auch für einige BRICS-Staaten – als Gegengewicht zur Volksrepublik immer wichtiger wird.

Ein offener Konflikt zwischen Indien und Pakistan könnte daher den Zusammenhalt der BRICS-Staaten erheblich schwächen, vor allem das Verhältnis zwischen Delhi und Peking. Es gibt bislang keine einheitliche BRICS-Position; vielmehr zeigen sich Differenzen unter den Mitgliedern – insbesondere zwischen China und Indien.

Wie reagiert der Partner Peking?

China ist ein langer und enger Handelspartner Pakistans. Es hatte im Vorfeld angekündigt, schwerwiegende Angriffe auf dessen Souveränität seien nicht hinnehmbar. In einer ersten Reaktion rief es beide Seiten zu „Zurückhaltung“ auf.

Man bedauere die Militäraktion Indiens und sei über die Entwicklung der Lage besorgt, teilte ein Sprecher des Außenamtes in Peking mit. China fordere beide Seiten auf, Frieden und Stabilität Vorrang einzuräumen und weitere Handlungen zu vermeiden, die die Lage verkomplizieren würden.

Während das chinesisch-indische Verhältnis unter anderem wegen Grenzkonflikten im Himalaya-Gebirge als äußerst angespannt gilt, unterhält Peking enge Wirtschaftsbeziehungen zu Pakistan. Über seine Investitions- und Infrastrukturinitiative „Neue Seidenstraße“ baut China Straßen und Schienen in dem südasiatischen Land, um die westchinesische Region Xinjiang mit dem Arabischen Meer im Südwesten Pakistans zu verbinden.

Aufgrund der engen Beziehungen zu Pakistan und der angespannten Lage mit Indien bleibt China zwar aufmerksam, bevorzugt aber diplomatische Kanäle und Stabilität in der Region. Ein direktes Handeln Pekings – etwa militärische Unterstützung oder Sanktionen – ist daher derzeit unwahrscheinlich.

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Angst vor Krieg wegen Kaschmir wächst

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Nach dem Terroranschlag im indischen Teil von Kaschmir wächst die Angst vor einer Eskalation zwischen Indien und Pakistan (iz/KNA). Tage, nachdem Delhi einschneidende Maßnahmen verkündete, soll es zu Gefechten gekommen […]

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Nach dem Terror: Spannung zwischen Indien und Pakistan steigt

Khan Pakistan Proteste terror

Als Folge des tödlichen Anschlags in Kaschmir auf Touristen hat Delhi eine Reihe eskalierender Maßnahmen beschlossen. Islamabad zog nach.

Delhi/Islamabad (dpa, KNA, iz). Nach einem Terroranschlag auf Inder durch Terroristen, die aus Pakistan in den indisch besetzten Teil Kaschmirs eingedrungen sind, verschärft sich der Konflikt zwischen beiden Ländern. Indien kündigte Vergeltung an und beschloss teils drastische Maßnahmen.

Am 22. April 2025 griffen Terroristen im indischen Baisaran-Tal, etwa fünf Kilometer von der Kleinstadt Pahalgam entfernt, eine Gruppe von Touristen an. Dabei wurden 25 indische Staatsbürger und ein Tourist aus Nepal erschossen. Weitere 17 Personen erlitten teils schwere Verletzungen. Bei dem Anschlag starb auch der kaschmirische Muslim Adeel Hussein Shah beim Versuch, die Attentäter an ihrem Anschlag zu hindern.

Foto: Harsh Chauhan, Unsplash

Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die militante Gruppe „The Resistance Front“ (TRF), ein Ableger der von Pakistan aus operierenden Lashkar-e-Taiba. Pakistan wird von Indien beschuldigt, dort operierende terroristische Gruppen zu unterstützen. Islamabad bestreitet diesen Vorwurf.

Pakistaner sollen Indien bis Sonntag verlassen

Neu Delhi (KNA) Nach einem Terroranschlag auf indische Staatsbürger durch pakistanische Terroristen will Indien nun sämtliche Pakistaner ausweisen. Mit sofortiger Wirkung sei die Visavergabe für pakistanische Staatsangehörige ausgesetzt, berichtet das staatliche Nachrichtenportal DD News am Donnerstag unter Berufung auf das Außenministerium. Zudem sollen sie Indien bis zum 27. April verlassen.

Gleichzeitig habe das Ministerium für Äußeres in Delhi seinen Staatsbürgern dringend von Reisen nach Pakistan abgeraten. Inder, die sich dort befänden, seien aufgefordert worden, so bald wie möglich zurückzukehren. „Diese Maßnahmen spiegeln den Ernst der Lage und Indiens Entschlossenheit wider, sowohl die Täter als auch ihre Unterstützer zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte Außenminister Vikram Misri.

Islamabad kündigte als Reaktion auf vorherige indische Maßnahmen an, seinen Flugraum für indische Fluggesellschaften zu sperren und wies Vertreter des Landes aus. Zudem schloss es seinen wichtigsten Grenzübergang nach Indien. Pakistanische Diplomaten mussten schon am Mittwoch ausreisen.

Narendra Modi

Foto: kremlin.ru, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 3.0

Vertrag über Indus-Wasser wird ausgesetzt

Als Reaktion auf einen verheerenden Terroranschlag hat Indien am Mittwoch einen wichtigen Vertrag mit Pakistan über die Nutzung der Flüsse in der Himalaya-Region ausgesetzt. Der Wasservertrag mit dem Nachbarland werde mit sofortiger Wirkung suspendiert, erklärte ein Staatssekretär im Außenministerium. Er warf dem verfeindeten Nachbarland vor, grenzüberschreitenden Terrorismus zu unterstützen.

Er ist der bedeutendste Fluss Pakistans. Aus der chinesischen Region Tibet kommend strömt er durch Ladakh, das bis 2019 noch offiziell zum indischen Teil Kaschmirs gehörte. Hier gibt es wichtige Zuflüsse, unter anderem den Zanskar. Von dort fließt der Indus weiter ins westliche Nachbarland.

eskalation pakistan

Foto: OrangeSalt, Shutterstock

Experten sorgen sich um militärische Eskalation

In Indien wächst inzwischen die Furcht, die Armee des Landes könnte bspw. vermutete Basen von Terrorgruppen auf pakistanischem Boden oder weitere Ziele angreifen. Premierminister Modi drohte in einer öffentlichen Rede im Bundesstaat Bihar mit Blick auf den Anschlag, „unmenschliche Terroristen und ihre Mitverschwörer werden stärker bestraft als sie sich vorstellen können“. Die Zeit sei gekommen, jedes Stück Land, auf dem sie stünden, zu zerstören.

In Deutschland äußerten sich Beobachter besorgt. „Die Entwicklungen markieren eine deutliche Verschärfung in den ohnehin angespannten bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Atommächten“, sagte Schahina Gambir, die Südasien-Berichterstatterin bei der Grünen-Fraktion ist. Beide Staaten müssten unter allen Umständen eine militärische Eskalation vermeiden.

Pakistan reagierte am Donnerstaf mit einer scharfen Drohung auf die Aussetzung des Wasservertrags: Jeder Versuch, den Wasserlauf zu stoppen oder umzuleiten werde als Kriegshandlung betrachtet „und mit dem gesamten Spektrum der nationalen Macht beantwortet werden“, teilte das Büro von Premierminister Sharif mit.

Südasien-Experte Michael Kugelman sieht deutliche Zeichen einer neuen Eskalationsstufe. „Die Bedeutung der Aussetzung des Indus-Wasservertrags kann kaum überschätzt werden“, schrieb er auf der Online-Plattform X. So eine Maßnahme habe es zuvor nicht gegeben.

Das muslimische Kaschmir ist seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 umstritten. Die beiden südasiatischen Atommächte werfen sich immer wieder Verletzungen des Waffenstillstands in der geteilten Region vor.

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