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Über 300 Journalisten im Syrienkrieg getötet

Foto: Meysam Azarneshin, Adobe Stock

Berlin (KNA). Laut der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) wurden im Syrienkrieg mehr Journalisten getötet als bislang in jedem anderen Konflikt weltweit. Seit Beginn des Krieges vor genau zehn Jahren, seien mindestens 300 Medienschaffende bei oder wegen der Ausübung ihres Berufs getötet und ebenso viele verhaftet worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag in Berlin. Daneben gebe es über den Verbleib von rund 100 teilweise schon seit mehreren Jahren entführten Journalisten keine gesicherten Informationen.

Seitdem das Regime von Präsident Bashar al-Assad in den vergangenen zwei Jahren wieder größere Teile des Landes unter seine Kontrolle bringen konnte, sei zudem die Zahl der geflüchteten Journalisten auf mehrere Hundert gewachsen, hieß es weiter.

In den ersten beiden Jahren des Kriegs hätten vor allem das Assad-Regime und seine Geheimdienste Medienschaffende verhaftet. In den Jahren danach verfolgten auch andere Konfliktparteien Journalisten, darunter vor allem Dschihadistengruppen wie der „Islamische Staat“ und die „Al-Nusra-Front“. Aktuell entführten daneben auch kurdische Vereinigungen Reporter.

„Auch wenn dieser Krieg nicht mehr die Schlagzeilen beherrscht, riskieren in Syrien bis heute Journalistinnen und Journalisten ihre Freiheit oder ihr Leben“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. „Syrien wird keinen echten Frieden finden, bis die letzten inhaftierten oder entführten Medienschaffenden freigelassen werden, bis die Angehörigen Klarheit über die Schicksale der vielen Vermissten haben und bis die Verantwortlichen für diese Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Für seine Zahlen beruft sich RSF demnach auf seine Partnerorganisation, das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit. Die Recherche nach genauen Zahlen gestalte sich als schwierig, da sowohl Regierung als auch Opposition versuchten, mögliche Straftaten zu verschleiern. Das Syrische Menschenrechtsnetzwerk gehe sogar von rund 700 getöteten Journalisten aus. Auf der Rangliste der Pressefreiheit stehe Syrien auf Platz 174 von 180 Ländern weltweit.

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