, , ,

Asien ist Hotspot für Klimawandel und Armut

klimawandel alarmstufe rot
Foto: Freepik.com

Auf der Weltklimakonferenz in Scharm El-Scheich wollen Politiker, Wissenschaftler und Religionen abermals die Welt retten. Besonders in Asien trifft Klimawandel auf Armut. Die katholische Kirche versucht zu helfen.

Manila (KNA). Es hat etwas gedauert, aber inzwischen haben auch Religionen den Klimawandel als existenzielle Bedrohung der Menschheit erkannt. Auf der Weltklimakonferenz COP27 im ägyptischen Scharm El-Scheich ab diesem Sonntag sind auch sie präsent. Eine besondere Rolle spielt dabei die katholische Kirche, die den Worten der Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus Taten folgen lässt. Im mehrheitlich islamischen Bangladesch als einem der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder Südasiens zum Beispiel begannen Kirche und Caritas Anfang 2021 mit dem Pflanzen von 700.000 Bäumen.

Auf den katholischen Philippinen brachte Taifun Nalgae Ende Oktober Tod, Elend und Verwüstungen. Nalgae war der 22. Wirbelsturm in diesem Jahr und wird vermutlich nicht der letzte gewesen sein. Taifune sind Normalität auf den Philippinen, aber in den vergangenen Jahren sind sie immer extremer geworden. Ursache dafür ist der menschengemachte Klimawandel. Die Schäden durch die Taifune verschlimmern sich durch Entwaldung, Bergbau und die Vernichtung von Mangrovenwälder.

Hier setzt eine neue Initiative auf den Philippinen an. Umweltorganisationen haben zusammen mit der katholischen Bischofskonferenz des Landes Anfang November 2022 an den Küsten der nördlichen Visaya-Inseln und im Süden der Hauptinsel Luzon mit der Aufforstung von Mangrovenwäldern begonnen. Es ist die Region, wo die Taifune das Festland erreichen. 5.000 Setzlinge wurden bereits von 800 Freiwilligen auf 36 Hektar Küstenzone gepflanzt. Am Ende sollen 100 Hektar neuer Mangrovenwald entstehen. „Mehr als 50 Prozent der Freiwilligen kommen aus kirchlichen Organisationen“, sagte Pater Antonio Labiao, Exekutivsekretär der Caritas, philippinischen Medien.

Mangroven sind Multitalente. Sie absorbieren große Mengen Kohlendioxid, schützen die Küsten vor Erosion und die Küstenbewohner vor der vollen Wucht von Taifunen und Sturmfluten. Zudem sind sie die Kinderstube für den Nachwuchs vieler Fischarten, Muscheln und Krustentiere. Die wiederum bilden die Lebensgrundlage der Fischer und ihrer Familien. Die Fischereibranche ist mit einem Jahresumsatz von 1,65 Milliarden US-Dollar ein wichtiger Wirtschaftsfaktor auf den Philippinen.

In diesem Jahr sorgten Wetter- und Umweltkatastrophen auch in anderen Regionen Asiens für Schlagzeilen. Eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius hatte wochenlang Indien, Pakistan und Bangladesch im Griff. In Pakistan wurden dann im September durch einen schweren Monsun weite Teile des Landes überschwemmt.

Obwohl in Asien mehr als die Hälfte der Menschheit lebt und die Hälfte der mehr als vier Milliarden Bewohner als arm gilt, erhält es nur 25 Prozent der globalen Finanzmittel für den Klimaschutz. Das geht aus dem Anfang November von der Hilfsorganisation Oxfam veröffentlichten Report über die globale Klimafinanzierung hervor. Der größte Teil der 20,5 Milliarden US-Dollar (2020) für den Klimaschutz in Asien sei zudem Darlehen gewesen, wodurch die schon vorher hoch verschuldeten Länder weiter in die Schuldenfalle getrieben würden.

„Asiens Klimageldgeber und Regierungen müssen die Klimafinanzierung auf eine Weise neu bewerten, die wirklich armutsorientiert, lokal geführt und zielgerichtet ist, um Frauen und Mädchen zu helfen, die den Großteil der Klimarisiken und -schäden schultern“, forderte Sunil Acharya, Asienexperte von Oxfam.

Auf den Philippinen stellte die katholische Bischofskonferenz bereits Anfang dieses Jahres in einem Hirtenbrief den Banken ein Ultimatum. Entweder, hieß es darin, beenden die Banken bis 2025 die Finanzierung von Unternehmen aus der Kohle- und Gasbranche. Oder, so die Bischöfe, „verpflichten wir uns, alle unsere Ressourcen bei ihnen bis spätestens 2025 abzuziehen und sie für ihre treuhänderischen und moralischen Verpflichtungen als Klimaakteure zur Rechenschaft zu ziehen“.