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Berliner Studie beleuchtet Diskriminierung muslimischer Jugendlicher

Ausgabe 319

Foto: Ben Mullins, Unsplash

(iz). Der neue Berliner Senat hat sich in Sachen Religionspolitik viel vorgenommen. In der von einer rot-grün-roten Koalition regierten Hauptstadt geht es um die Bekräftigung der bisherigen Linien sowie um einige Neuerungen. Nach Angaben der Grünen-Politikerin Jarasch werde man nicht unbedingt am umstrittenen Neutralitätsgesetz festhalten. Vielmehr mache er seine Haltung von einem Urteil des Verfassungsgerichts abhängig.

Weiterhin will die Koalition „eine Änderung des Berliner Gesetzes über die Sonn- und Feiertage“ prüfen, sodass Angehörige von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften „an bestimmten Feiertagen ihres Bekenntnisses (…) ganztägig freigestellt werden können“. Zur „Stärkung der Teilhabe und Sichtbarkeit“ von MuslimInnen soll ein „Landeskonzept Muslimisches Leben in Berlin“ entwickelt und das Islamforum mittels einer eigenständigen Koordinierungsstelle unterstützt werden.

Dass die Landesregierung viel zu tun hat, unterstreicht eine aktuelle Studie der Berliner Anlauf & Fachstelle Diskriminierungsschutz an Schulen (ADAS), die vor wenigen Wochen vorgestellt wurde. Unter dem Titel „Religion und Glauben an der Schule. Diskriminierungserfahrungen muslimischer Jugendlicher in Berliner Schulen“. Zwischen September 2019 und August 2021 hatte die ADAS mit Wissenschaftlern aus Oldenburg und Trier eine „quantitative Studie“ zu Erfahrungen muslimischer SchülerInnen an Berliner Schulen in Hinblick auf den Umgang mit religiöser Vielfalt durchgeführt. Befragt wurden Heranwachsende, die „ihren Glauben im Rahmen islamischer Gemeinden“ leben.

Zu den Befunden der Erhebung gehört, dass die Lebensrealität muslimischer Jugendlicher „eklatant“ den noch immer in Gesellschaft und Schule „vorherrschenden und verhaltensleitenden“ Stereotypen entspreche. Der Hauptteil der Befragten sei in Deutschland geboren, besäße die hiesige Staatsbürgerschaft und spreche auch in der Familie Deutsch. Da fällt es umso mehr auf, wenn einem Großteil (79 Prozent) das Deutschsein abgesprochen werde.

Tuisa Hilft - Kurban

Viele der Befragten – insbesondere Mädchen und junge Frauen – erlebten negative Reaktionen auf die Sichtbarkeit ihrer Religionszugehörigkeit. Diskriminierungen (direkte oder strukturelle) seien Teil ihres Alltags. Hinzukommt, dass diese Gruppe „in Bezug auf ihre islamische Identität“ oft ein ausgrenzendes Schulklima erlebe.