Deutsche Islamkonferenz beriet über Wohlfahrtsverband

Berlin (KNA). Die Gründung eines muslimischen Wohlfahrtsverbandes wird konkreter. Erstmals hätten sich dazu fast alle muslimischen Verbände zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) am Dienstag in Berlin. Möglicherweise bilde dieser dann die „Keimzelle für einen Wohlfahrtsverband“.

Der künftige Verband solle „inklusiv und nicht exklusiv“ arbeiten, so der Innenminister. Das bedeute, dass er nicht nur für Angehörige einer bestimmten Religion offen sein solle. Einen konkreten Zeitpunkt nannte der CDU-Politiker nicht. De Maiziere äußerte sich im Anschluss an die Deutsche Islamkonferenz.

Im Ergebnispapier der Konferenz heißt es dazu, die Gründung eines oder mehrerer islamischer Verbände im Sinne eines Spitzenverbandes auf Bundesebene sei ein langfristiges Ziel. Die islamischen Träger und Dachverbände würden dies zu einem späteren Zeitpunkt eigenverantwortlich entscheiden.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) betonte, auch die bisherigen Wohlfahrtsverbände müssten sich stärker den Muslimen öffnen. In Kitas etwa geschehe dies schon. Bereits jetzt gebe es viele Muslime, die sich ehrenamtlich engagierten. Dies müsse ausgebaut werden.

Nach Angaben des Leiters der Abteilung für die Außenbeziehungen des DITIB Bundesverbandes, Zekeriya Altug, gibt es in den islamischen Gemeinden etwa 10.000 soziale Dienste mit rund 150.000 Engagierten.

Mit Blick auf Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte erklärte de Maziere, die Regierung verfolge diese mit „der Härte des Rechtsstaats“. Bislang habe es in diesem Jahr 689 „lagerelevante Delikte“ gegen Asylbewerberheime gegeben, darunter seien 69 Brandstiftungen. „Was wir brauchen, ist ein Klima der Integration“, so de Maiziere.

Schwesig bekräftigte, dass mit den rund 10.000 neuen Stellen für Bundesfreiwillige auch der Flüchtlingsdienst stärker miteinbezogen werden solle. Zudem kündigte sie eine neue Beratungsstelle für Eltern an, die Angst haben, dass ihre Kinder in die Fänge von muslimischen Extremisten gelangen. Projektstart sei Anfang Dezember.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, betonte, er setze auf aktive Mithilfe der muslimischen Gemeinden bei der Integration von Flüchtlingen. Nach Angaben de Maizieres sind rund 70 Prozent der Flüchtlinge Muslime.

Die Diakonie sagte die Unterstützung der muslimischen Verbände bei der weiteren Professionalisierung ihrer sozialen Arbeit zu. Der Ausbau von speziellen Angeboten der Diakonie für Muslime sowie der Aufbau einer islamischen Wohlfahrtspflege in Deutschland würden sich ergänzen. Auch Caritas-Präsident Peter Neher hatte sich im vergangenen Jahr zur Gründung eines solchen Wohlfahrtsverbands geäußert. Falls erwünscht, stellte die Caritas gerne ihr Wissen und ihre Erfahrung zur Verfügung.

Im kommenden Jahr will sich die Deutsche Islamkonferenz mit dem Thema Seelsorge befassen.

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