Emirate-Sicherheitsberater im Iran: Hoffnung auf bessere Beziehungen

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Teheran (dpa). Der nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Tahnun bin Sajid al-Nahjan, ist am Montag in Teheran eingetroffen. Medienberichten zufolge wird der Bruder des Kronprinzen der Emirate mit seinem iranischen Amtskollegen Ali Schamchani und anderen hochrangigen Politikern unter anderem über die Verbesserung des bilateralen Verhältnisses sprechen. Vor den Gesprächen war in Teheran die Rede von der Eröffnung eines neuen Kapitels der Beziehungen.

Die Beziehungen zwischen den beiden Golfnachbarn waren in den vergangenen Jahren von Spannungen geprägt. Insbesondere die Aufnahme diplomatischer Beziehungen der Emirate zu Erzfeind Israel sorgte für Empörung in Teheran. Für Präsident Ebrahim Raisi sind die Beziehungen zu den arabischen Golfstaaten, insbesondere mit Blick auf die Sicherheit in der Region und den Ölexport, dennoch von strategischer Bedeutung.

Der Besuch des Sicherheitsberaters könnte Beobachtern in Teheran zufolge auch ein erster Schritt in eine Richtung sein, über den sich der Iran eine Versöhnung mit Saudi-Arabien erhofft. Außerdem könnte aus iranischer Sicht eine Verbesserung der Beziehungen zu den arabischen Nachbarländern eine Einigung im Atomstreit erleichtern.

Vor dem Neustart der Atomverhandlungen in Wien vergangene Woche hatte Irans neuer Chefunterhändler Ali Bagheri zunächst die VAE und Kuwait besucht. Der Iran hat mehrmals betont, dass sein Atomprogramm friedlich sei und keine Gefahr für die Nachbarstaaten darstelle. Bei den Verhandlungen geht es darum, das iranische Atomprogramm wieder einzuschränken und US-Sanktionen gegen die Islamische Republik aufzuheben. Damit soll das Atomabkommen von 2015 gerettet werden, das die Entwicklung von Nuklearwaffen im Iran verhindern soll.