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„Etabliert das Gebet!“ – Aufgabe der Gemeinschaft

Ausgabe 308

Foto: Khalil Mitchell, Visual Aurum

(iz). Allah sagt in Seinem Edlen Buch: „Helft einander zur Güte und zur Furcht vor Allah, aber unterstützt einander nicht beim falschen Handeln und Feindschaft, und fürchtet Allah!“ (Al-Ma’ida, Sure 5, 2)

Diese Last ist schwer für den Einzelnen, aber leicht, wenn sie von einer Gruppe getragen wird. Der simple Akt des sich Versammelns und des Zusammenkommens im Gemeinschaftsgebet löst viele Fragen und erleichtert alle möglichen Sorgen. Der Ort, an dem dies immer unter Muslimen stattfand, war die ­Moschee. Sie ist die höchste Form des Versammlungsortes.

Das Gebet ist die Verbindung des Dieners mit seinem Herrn, seine Lebensader und zentraler Pfeiler dieses Dins. Der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Das Gebet ist die wichtigste Unterstützung des Dins. Wer von ihm ablässt, wird seinen Din zerstören.“

Allah sagt in Seinem mächtigen Buch: „Richtet (arab. aqimu) das Gebet ein und bezahlt die Zakat und verbeugt euch mit den sich Verbeugenden.“ (Al-Baqara, Sure 2, 43)

Wir können alleine beten. Aber hier ist „einrichten“ gemeint. Das wird durch ­Allahs Verwendung des Wortes „aqimu“ in diesem Vers deutlich – und viele andere im ganzen Qur’an. Etablierung bedeutet eine öffentliche Handlung, zu seiner Zeit und in Gemeinschaft. Mit anderen Worten, in der Moschee. Wird das so getan, ist es für das Individuum und die Gruppe um so vieles besser.

Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte: „Das gemeinschaftliche Gebet ist 27 Mal besser als das Gebet ­alleine.“ Nach Ansicht vieler Gelehrter ist damit die soziale Anbetung in der Moschee gemeint. Mit anderen Worten: ein gemeinsamer Akt hat den gleichen Wert, wie die Pflichtgebete von etwas mehr als fünf Tagen.

Den frühen Generationen der Muslime (arab. as-salaf) war dies existenziell bewusst. Sie machten es sich zur Gewohnheit, nach Möglichkeit niemals eines der Gebete in der Moschee zu verpassen. Es war egal, wo sie waren oder was sie taten, sie ließen alles fallen und eilten zur Moschee, als sie den Gebetsruf (arab. adhan) hörten. Es wurde berichtet, dass sie drei Tage lang trauerten, wenn sie das Anfangsritual des Gebets (arab. takbiratu’l-ihram) verpassten. Diesen Muslimen war bewusst, dass ihnen in diesem Moment etwas Großes entgangen war. „Wenn ­jemand 40 Tage in Gemeinschaft betet, ohne ein Takbiratu’l-Ihram zu verpassen, für den werden zwei Freistellungen niederschreiben: eine von Heuchelei und eine vom Feuer.“

Selbst das war für diese großen Gestalten nicht genug. Sie begriffen die gesegnete Natur der Zeit, die sie in der Moschee zwischen dem Adhan und dem Gebet verbrachten. Davon sollte keine Sekunde verpasst werden. Also stellten die Salaf sicher, dass sie bereits dort saßen, bevor zur Anbetung gerufen wurden. Sa’id ibn Al-Musajjib, bekannter Angehöriger der Generation nach dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und einer der „Sieben Rechtsgelehrten von Medina“, berichtete: „In den letzten 20 Jahren wurde nicht einmal der Adhan gerufen, bei dem ich nicht bereits in der Moschee gesessen hätte.“ Er wusste, dass das Geheimnis von Nähe zu Allah in Nähe zu Seinem Haus war. Das wurde durch die Worte des Gesandten Allahs, Heil und Segen auf ihm, bestätigt: „Wenn jemand sich der Moschee annähert, dem wird sich Allah annähern.“

Allah sagt in Seinem Buch: „Und wer ist ungerechter, als wer verhindert, dass an Allahs Gebetsstätten Sein Name genannt wird, und sich bemüht, sie zu zerstören?“ (Al-Baqara, Sure 2, 114)

Moscheen werden zerstört, wenn niemand in ihnen ist, der Seinen Namen anruft. Mit anderen Worten, der in diesen betet. Mit Leuten aber werden sie zu Türmen des Lichts, welche die Gesellschaft erhellen, und zu schlagenden Herzen, die Blut in alle Glieder der Gesellschaft pumpen. Das ermöglicht ein problemloses Funktionieren in einer Art und Weise, die Allah gefällt.