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Indonesien: Muslime sind gefordert bei neuen Energiemodellen

Ausgabe 323

Foto: ClimeCo, Yakopi

Im letzten Bericht des IPCC wurde festgestellt, dass wir Treibhausgasemissionen rapide abbauen müssen. Ansonsten bewege sich der Planet hin zu lebensfeindlichen Verhältnissen. Einer der Haupteinschnitte soll bei der Energie erfolgen. Verbrennung und industrielle Verarbeitung fossiler Treib- und Rohstoffe macht 78 Prozent der Gesamtsumme aus. Das macht eine schnelle Umstellung auf saubere Energie drängender denn je. Von David Firnando Silalahi

(IPS). Länder in aller Welt beteiligen sich an Initiativen zur Entwicklung und Implementierung alternativer Energiequellen. Zu den letzten Schritten gehört die Einbindung religiöser Verantwortungsträger, um den Abschied von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. 2018 rief Papst Franziskus Einzelpersonen und Unternehmen auf, ihren Verbrauch zu vermindern und Wege zum Gebrauch grüner Quellen zu finden.

In Marokko wurden im Rahmen der Initiative „Grüne Moscheen“ auf den Dächern von mehr als 100 Moscheen Solaranlagen installiert. Außerdem wurden Imame und weibliche Geistliche geschult, um das Bewusstsein für nachhaltige Energie zu schärfen. Nach Marokko hat Indonesien (das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung) gezeigt, wie die Regierung mit religiösen Organisationen zusammenarbeitet, um grüne Energie zu fördern.

Der Inselstaat steht in seinen Bemühungen zur Entwicklung erneuerbarer Energien vor massiven Herausforderungen. Bisher ist das Land sehr von fossilen Brennstoffen abhängig. Zuletzt engagierte sich die Regierung mit Führungspersönlichkeiten und Gemeinschaften, um mitzuhelfen, dass das Land bis 2060 ein Ziel von Null-Emissionen erreicht.

Schutz von Natur und Umwelt gehören zu den islamischen Prinzipien. Daher ist der Gebrauch sauberer Energien ethisch und moralisch geboten. Unter Beibehaltung dieses Grundsatzes hat das Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft im vergangenen Jahr eine Partnerschaftsvereinbarung mit der Nahdlatul Ulama (NU, der größten muslimischen Organisation des Landes) unterzeichnet, um das Umweltmanagement und die nachhaltige Forstwirtschaft zu verbessern. Diese Partnerschaft ist von entscheidender Bedeutung, da ihr über 28.800 islamische Internatsschulen mit Millionen von muslimischen Schülern angeschlossen sind.

Diese Entscheidung ist ein strategischer Schritt. Eine Studie von 2020 macht deutlich, dass Indonesiens Bürger den höchsten Grad des Vertrauens in Angaben haben, die von religiösen Figuren kommen. Die Regierung kann mit ihnen kooperieren, denn der drängende Charakter sauberer Energie ist Teil der Glaubensüberzeugungen.

Religiöse Führer können in ihren Ansprachen und Vorträgen erklären, warum die Indonesier die Kohlenstoffemissionen reduzieren müssen, um die Erde zu schützen. Sie können die Menschen ermutigen, mehr erneuerbare Energien zu nutzen wie Solarenergie auf den Dächern ihrer Häuser. Die Regierung kann vergleichbare Vereinbarungen mit anderen religiösen Organisationen wie der Muhammadiyah, der zweitgrößten Organisation des Landes, und dem indonesischen Gelehrtenrat treffen, um die Erreichung ihrer Klimaziele zu beschleunigen. Die Voraussetzung für eine vernetzte Zusammenarbeit sind in dem Fall gut. Beide Organisationen haben bereits mit ökologischen Graswurzelbewegungen wie Ecomasjid oder „Grüne Moschee“ des Gelehrtenrates begonnen.

Die Regierung kann religiöse Persönlichkeiten einschließlich Verantwortliche der Moscheen mit Wissen über saubere Energien ausstatten. Mit dem richtigen Verständnis können sie die Menschen über saubere Energie aufklären und inspirieren. Indonesien könnte von den Erfahrungen Marokkos lernen.