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Millî Görüş ruft zu mehr Sachlichkeit beim Thema Terror auf

Foto: VP-Brothers, Shutterstock

„Terror bekämpft man nicht mit Populismus und Aktionismus. Wir rufen zu mehr Sachlichkeit und Weitsicht auf“, erklärt Bekir Altaş, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG), anlässlich der Debatte nach den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich und Österreich.

Köln (igmg.org). Die jüngsten Terroranschläge in Frankreich und Österreich würden Gesellschaft und Politik „auf eine harte Probe stellen“. rotz der Schmerzen, den diese feigen Anschläge hinterlassen haben, werde jede Reaktion darauf an demokratischen Grundsätzen, der Rechtsordnung und unseren Werten gemessen werden. „Deshalb sind Nüchternheit, scharfe Analyse und langfristige Strategien die Gebote der Stunde. Populismus und Aktionismus hingegen lösen einen Boomerang-Effekt aus.“

Vor dem Hintergrund einer gesellschaftlich beeinflussten Radikalisierung gaben die Reaktionen der Politik auf die jüngsten Terroranschläge Anlass zur Sorge. Sie seien teilweise geprägt von Populismus, Aktionismus und „mehr Problem als Lösung“. Problematisch sei auch die gemeinhin genutzte Etikettierung solcher Schandtaten als „islamistisch“. Diese Sprache habe einen denkbar negativen Effekt, weil sie – allen entgegen lautenden Bekundungen zum Trotz – pauschal Muslime brandmarke, wie Wissenschaftler bereits mehrfach herausgearbeitet haben.

„Ähnlich verhält es sich mit dem wieder populären Begriffskonstrukt ‚politischer Islam‘. Jeder versteht etwas anderes darunter, aber jeder verbindet etwas Negatives damit. Ein Begriff, der mangels Definition unbrauchbar ist, zugleich aber geeignet ist, pauschal alle Muslime zu brandmarken. Wir rufen mit Nachdruck zu mehr Sachlichkeit und Weitsicht auf. Das ist gerade in schwierigen Zeiten bitter nötig.“

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