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Muslime nahmen an Klimastreik teil

Foto: Islamic Relief Deutschland

Islamic Relief Deutschland rief am 24. September zusammen mit der Klima-Allianz Deutschland und vielen weiteren Organisationen der Zivilgesellschaft zum Handeln auf, um die Klimakrise einzudämmen. In Berlin und Köln war die humanitäre Hilfsorganisation mit ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern beim Klimastreik dabei. Mit der Forderung „Klimagerechtigkeit jetzt!“ weisen sie auf die spürbaren Folgen der Klimakrise hin und plädieren für mehr Handeln in der Politik.

Köln (IRD). „Ich bin hier, weil ich eine sichere Zukunft für die Kinder will, für meine Kinder und für alle Kinder auf dieser Welt“, sagt die 35-jährige Fatma Sucu-Şimşek, die in Köln als Healthcare-Managerin tätig ist. Mit weiteren Islamic Relief-Ehrenamtlichen ist Fatma heute auf die Kölner Klima-Demo gegangen. Auf ihren Plakaten steht die Forderung „Klimagerechtigkeit jetzt!“.

Amin Hasanein, Koordinator für Climate Advocacy, bekräftigt die Forderung: „Wir brauchen ein entschiedenes Handeln gegen die Klimakrise – und zwar jetzt! Der menschengemachte Klimawandel zeigt dieses Jahr mit seinen Flutkatastrophen und Hitzewellen deutlich, dass ein schnelles Umlenken notwendig ist.“ Der Klimastreik sei aus Solidarität besonders wichtig, betont Hasanein: „Für uns als humanitäre Hilfsorganisation bedeutet solidarisches Handeln, den Opfern der Auswirkungen des Klimawandels beizustehen. Und genauso gehört es zum solidarischen Handeln, heute beim Klimastreik für ein Eindämmen der Klimakrise einzustehen, um weitere menschengemachte Katastrophen zu vermeiden.”

Entwicklungsprojekte und humanitäre Hilfe benötigen mehr Klimagerechtigkeit

Ob Waldbrände in der Türkei, immer schneller wiederkehrende Dürren mit starken Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung in Afghanistan oder zuletzt die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die Auswirkungen der Klimakrise sind katastrophal für die Menschen.

„Ohne Einlenken der internationalen Gemeinschaft, bleiben unsere Projekte ein kleiner Lichtblick für die jetzt schon betroffenen Menschen des Klimawandels, ob in Afghanistan, Kenia oder zuletzt in Nordrhein-Westfalen. Nachhaltige Entwicklungsprojekte und humanitäre Hilfe sind auf mehr Klimagerechtigkeit angewiesen. Wir müssen weitere menschengemachte Katastrophen jetzt abwenden, die Zeit läuft uns allen davon“, so Nuri Köseli, stellvertretender Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland. „Unsere Projekte zur Klimaanpassung, also zur Anpassung an die Folgen des jetzt schon stattfindenden Klimawandels, sind ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Durch ihre Mitgliedschaft bei der Klima-Allianz Deutschland und CAN Europe, die sich ebenfalls für das 65%-Reduktionsziel einsetzt, trägt Islamic Relief Deutschland die Forderungen für eine klimafreundliche Zukunft mit.

Förderung der Existenzsicherung durch klimaresiliente Praktiken im ländlichen Kenia

Ihren Beitrag zur Veränderung leistet die NGO durch die Unterstützung vulnerabler Gemeinden dabei, widerstandsfähiger gegenüber den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels zu werden. Wie aktuell in Kaloleni, Kenia, wo sich hunderte ländliche Haushalte klimaangepasste Praktiken aneignen, wie zum Beispiel Imkerei, Nutzung verbesserter Geflügel- und Ziegenarten sowie „Kitchen Gardening“-Technologien. Durch klimaresiliente landwirtschaftliche Methoden verbessern sie ihren Zugang zu Nahrung und ihr Einkommen.

Mit zahlreichen Nothilfe- und Entwicklungsprojekten in Ländern wie Afghanistan, Bangladesch und Nepal stärkt Islamic Relief Gemeinden weltweit, beispielsweise durch die Entwicklung von Frühwarnsystemen bei Naturkatastrophen und durch Maßnahmen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Gemeinden gegenüber der vom Klimawandel verursachten Dürre.

Bereits im August 2015, noch vor dem Pariser Klimaabkommen, verfasste das globale Islamic Relief-Netzwerk mit Partnern die erste islamische Deklaration zum Klimaschutz. Besonders Entwicklungsländer sowie arme und marginalisierte Menschen sind überproportional vom Klimawandel betroffen, obwohl sie weniger zum Problem beitragen. Dürren und Überschwemmungen töten Menschen und verursachen Krankheiten, Unterernährung, Einkommensverluste und Massenmigration.