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Said Rezek zeigt, wie sich im Netz gegen Rassismus bloggen lässt

Ausgabe 309

Foto: momius, Adobe Stock

(iz). Wer in den (a)sozialen Netzwerken unterwegs und nicht abgestumpft ist, wird irgendwann dem dortigen Hass begegnen. In den letzten zehn Jahren ist dort ein Modus von Kommunikation entstanden, der in der „normalen Welt“ früher kaum akzeptabel gewesen wäre. Leider ist er längst in unsere Realität übergeschwappt und trägt im Gewand verschiedener Ressentiments zur Aufladung der Gesellschaft bei. Und: Seine Steigerung erreicht eine Stufe bis hin zu Gewalt und Mord, wie die Ereignisse der letzten Jahre zeigen.

Mit seinem neuen Buch „Bloggen ­gegen Rassismus: Holen wir uns das Netz zurück“ hat der Politologe, Autor und Journalist Said Rezek nun einen prak­tischen Leitfaden für das Verständnis des Online-Hasses sowie brauchbarer Gegenstrategien für ihn formuliert.

Dabei geht es Rezek sowohl darum, wie Hass im Netz funktioniert und woher er kommt, als auch darum, was Menschen – ob sie betroffen sind oder nicht – dagegen tun können. Des Weiteren bekommen LeserInnen, die selber etwas zu sagen haben, eine Handreichung, wie Bloggen in seinen Grundzügen funktioniert.

Jeder könne, so Rezek „der Hetze durch das Bloggen in sozialen Netzwerken Paroli bieten“ sowie positive Akzente setzen. Als Journalist und Blogger wolle er seinen LeserInnen damit zeigen, wie sie „starke Social-Media-Posts gegen Rassismus und für eine vielfältige Gesellschaft“ veröffentlichen können.

Die Handreichung zum engagierten Bloggen ist thematisch nach mehreren Aspekten sortiert. Zu Beginn liegt der Fokus auf sogenannter Hatespeech und der Gefahr, die sie im Netz und darüber hinaus darstellt. Danach beschreibt ­Rezek, wie sich die „rechte Gegenöffentlichkeit“ im Netz verhält; mit einem Schwerpunkt auf die AfD als ihrem zentralen Akteur. Im letzten Abschnitt geht der Autor auf „die Risiken des Bloggens“ ein. Damit meint er unter anderem die „emotionalen und körperlichen Gefahren“, die sich ergeben können.

Im dritten Schritt erhalten die LeserInnen von „Bloggen gegen Rassismus“ eine Einführung in die Welt des Bloggens. Anhand von praktischen Hinweisen soll gezeigt werden, wie sie selbst aktiv werden können. Dazu gehört unter ­anderem die Vermittlung notwendiger Skills wie Themen- und Bildersuche, ­Recherche sowie ein für soziale Medien optimiertes Schreiben. Den konkreten Formen der Online-Beitrag ist der vierte Schritt gewidmet. Beispiele dafür sind Memes, Tweets oder „Listicles“. Durch praxisnahe Übungen sollen LeserInnen in die Lage versetzt werden, eigene Inhal­te zu schreiben und sie mit Lösungen des Autors zu vergleichen.

Said Rezek, Bloggen gegen Rassismus: Holen wir uns das Netz zurück, tredition, November 2020, Taschenbuch, 204 Seiten, ISBN 3749778469, Preis: EUR 15.–

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