Schatz unter den Ruinen: Marian Brehmer entdeckt den islamischen Rumi neu

Zu den Dingen, gegen die sich vergangene Größen nicht wehren können, gehört ihre Neuinterpretation durch Nachgeborene. Je nach Werk, Person und Umständen weicht das Ergebnis dieser Deutungsversuche deutlich vom Original ab. Ein Beispiel dafür ist der islamische Gelehrte, Sufi und Dichter Dschalalduddin Rumi oder Dschalaladdin Balchi oder Mevlana Rumi. (iz). Je nachdem, wo die Betrachter […]

8.05.2023 Sulaiman Wilms 4 Min. Lesezeit
rumi

Foto: MDart10, Shutterstock

Zu den Dingen, gegen die sich vergangene Größen nicht wehren können, gehört ihre Neuinterpretation durch Nachgeborene. Je nach Werk, Person und Umständen weicht das Ergebnis dieser Deutungsversuche deutlich vom Original ab. Ein Beispiel dafür ist der islamische Gelehrte, Sufi und Dichter Dschalalduddin Rumi oder Dschalaladdin Balchi oder Mevlana Rumi.

(iz). Je nachdem, wo die Betrachter stehen, wird Maulana Rumi gerne schon man zu einem Pantheisten, aber auf jeden Fall Esoteriker umdefiniert, der mit Islam wenn überhaupt nur am Rande zu tun hat. Seine Ursache hat dieses Phänomen weniger in der „kulturellen Aneignung“ durch westliche Leser, sondern in der weitgehenden Zerschlagung der Mevlevi-Strukturen und ihrer Lehrer in der frühen republikanischen Türkei selbst.

Nachdem Otto Höschle mit seiner zweibändigen Neuübersetzung von Rumis „Mathnawi“ einen neuen Zugang zu dem Werk ermöglicht hat, legte der studierte Iranist und freie Journalist Marian Brehmer mit „Der Schatz unter den Ruinen“ ein wunderbares und empfehlenswertes Buch nach. Im 2022 bei Herder erschienenen Titel zeichnet der Autor nicht nur Biografie und Werk des Meisters nach. Er tut das auf ebenso anschauliche wie anrührende Weise.

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