Schwach beim Klimaschutz

Ausgabe 294

Foto: Freepik

(KNA/IZ). Mehrere Wochen vor der nächsten Weltklimakonferenz in Madrid haben Umweltorganisationen den 20 größten Industriestaaten ein schlechtes Zeugnis bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ausgestellt. Die Bilanz ist ernüchternd: Kein einziges G20-Land befindet sich auf einem Kurs, der es ermöglicht, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, so wie es das Pariser Klimaabkommen für 2050 vorsieht, hieß es im Brown-to-Green-Report der internationalen Initiative Climate Transparency. Sie wird unter anderem von der Weltbank und vom Bundesumweltministerium unterstützt. Auch Deutschland schneidet schwach ab. Derzeit bewege sich die Welt auf eine Erwärmung von drei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu.

Zuvor hatten vergangene Woche fünf Klimaforscher erklärt, dass die Pläne der meisten Staaten nicht ausreichten, um die Erderwärmung so zu bremsen, wie es Ende 2015 mehr als 190 Länder in Paris verabredet hatten. Fast drei Viertel der 184 Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen, die Länder eingereicht haben, sind demnach nicht ehrgeizig genug. Da das von Anfang an absehbar war, ist geplant, die Klima­ziele alle fünf Jahre nachzuschärfen. 2020 sollen neue Pläne auf den Tisch.

Laut dem Report, an dem für Deutschland auch die Umweltorganisation Germanwatch mitgearbeitet hat, sind die G20-Staaten für rund 80 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Ihr Ausstoß an Klimagasen wuchs 2018 um 1,8 Prozent. Extremwetterereignisse haben laut Bericht von 1998 bis 2017 in den G20 mehr als 260.000 Menschenleben gefordert sowie rund 2,65 Billionen Dollar an Schäden verursacht. Die Forscher machen auch Hoffnung: Rund die Hälfte der Staaten sei auf gutem Weg, die nationalen Klimaziele zu erreichen, heißt es. Sie wären somit in der Lage, 2020 ihre Zusagen zu erhöhen. In allen relevanten Bereichen gebe es Vorreiter.

Ähnlich sieht es im Verkehr aus: Insgesamt wuchsen die Emissionen der G20 hier 2018 um 1,2 Prozent. Deutschland liegt bei den Pro-Kopf-Emissionen direkt hinter den USA, Kanada, Australien und Saudi-Arabien. Hierzulande werden im Schnitt 84 Prozent der gereisten Kilometer per Auto zurückgelegt – ein Spitzenwert.

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