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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 375: von Gewalt gegen Helfer bis zu Angriffen auf US-Moscheen

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Die Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 375 reichen dieses Mal von der steigenden Gewalt gegen humanitäre Helfer, über Siedlungen im Westjordanland bis zu Angriffen auf US-Moscheen.

Religionsführer sollen Hilfe sicher machen

ROM (KNA/IZ). Angesichts Hunderter getöteter Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im vergangenen Jahr ruft Caritas Internationalis religiöse Autoritäten auf, ihren Einfluss geltend zu machen. Mit ihrer Vertrauensbasis könnten sie bei Konfliktparteien auf die Wahrung humanitärer Grundsätze hinwirken, teilte der im Vatikan ansässige weltweite Dachverband katholischer Caritas-Organisationen am 19. August mit. Als Beispiel verwies der Verband auf Bischof Gazzera in Zentralafrika. Trotz erheblicher Sicherheitsrisiken stehe der Leiter des Bistums Bangassou gemeinsam mit muslimischen und evangelischen Glaubensführern in Kontakt mit Behörden, Streitkräften und lokalen Gemeinschaften und trage so dazu bei, Kanäle offen zu halten.

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Rekordzahl getöteter Helfer weltweit

NEW YORK (IZ). 2024 sind weltweit 383 humanitäre Helfer getötet worden – so viele wie nie zuvor, fast die Hälfte von ihnen im Gazastreifen. Ende Juni starben im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei 17 Menschen, als Bewaffnete einen deutlich gekennzeichneten Hilfskonvoi überfielen; fünf Opfer arbeiteten für die John Dau Foundation. Der UN-Sicherheitsrat verlangt mit Resolution 2730 den Schutz von Helfern und unabhängige Ermittlungen nach Angriffen. Hilfsorganisation Action Against Hunger fordert, lokale Partner direkt mit Mitteln für Sicherheit, Kommunikation und Risikoanalysen auszustatten.

Flucht statt Wegweisung: Die UN warnen

GENF (IZ). Die Flüchtlingskonvention bleibt nach UNHCR-Angaben 75 Jahre nach ihrer Verabschiedung ein zentrales Schutzinstrument. Sie verpflichte Staaten, Menschen vor Verfolgung, Krieg und Gewalt aufzunehmen und nicht in Verfolgerstaaten zurückzuschicken. In Zeiten verschärfter Grenzpolitik und wachsender Asylkonflikte würden Rückweisungen und Abschiebungen de facto zum Bruch dieses Schutzversprechens.

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Menschenrechtsgruppen klagen gegen Sanktionen

WASHINGTON (IZ). Vier US-Menschenrechtsorganisationen haben gegen die Sanktionen der Trump-Regierung gegen den Internationalen Strafgerichtshof geklagt. American Friends Service Committee, Center for Constitutional Rights, Human Rights Watch und Open Society Institute reichten die Klage in New York ein. Sie wenden sich gegen Trumps Dekret vom Februar 2025, das Strafmaßnahmen gegen ICC-Beschäftigte und Unterstützer erlaubt. Die Gruppen sehen ihre Meinungs-, Vereinigungs- und Religionsfreiheit verletzt. Betroffen seien unter anderem acht Richter, frühere Ankläger sowie drei palästinensische Organisationen. Die Kläger fordern, das Sanktionsregime vollständig aufzuheben.

Daesh: weniger schlagkräftig, doch brandgefährlich

FRANKFURT (KNA/IZ). Die Terrormiliz Daesh/IS hat sich seit den 2010er Jahren stark verändert, doch sie bleibt nach Worten eines Experten „brandgefährlich“. Es handle sich nicht um eine zentral gesteuerte Organisation, sagte Islamwissenschaftler Michael Kiefer der FAZ. Vielmehr gebe es „viele kleine Zellen oder lokale Ableger (…), die eher regional rekrutieren und natürlich auch untereinander vernetzt sind.“ Damit habe sich auch die Art der Attacken geändert: Es gebe weniger „strategisch lange vorbereitete, große Anschläge, die mit professionellen Waffen durchgeführt werden. (…) Stattdessen haben wir Anschläge mit Alltagsgegenständen, also haushaltsüblichen Messern, Fahrzeugen (…)“.

Hilfswerke beklagen dramatische Lage

BERLIN (KNA/IZ). Menschenrechtler und Hilfswerke blicken mit großer Sorge auf die humanitäre Lage in Afghanistan. Seit der Machtübernahme der extremen Taliban vor fünf Jahren werde die Lage für Millionen Menschen immer dramatischer, betonte das Nothilfe-Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“. Hauptgeschäftsführerin Rüther sprach von einer der größten und komplexesten humanitären Katastrophen weltweit. Auch die Diakonie Katastrophenhilfe wies auf die dramatische Lage insbesondere von Afghaninnen hin.

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Amnesty warnt vor Menschenrechtsbrüchen

LONDON (IZ). Nach neuen Gefechten zwischen der äthiopischen Armee und Tigray-Kräften in Teilen West-Tigrays warnt Amnesty International vor einem erneuten Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen für Zivilisten. Die Bewohner leiden weiter unter den Folgen der Verbrechen des Krieges 2020–2022, für die es bislang kaum Aufarbeitung gibt. Amnesty und andere Organisationen fordern die Wiederherstellung unabhängiger Untersuchungsmechanismen sowie ungehinderten Zugang für Medien, Menschenrechtsbeobachter und humanitäre Helfer.

Rohingya-Heimkehr bleibt politisch blockiert

DHAKA (IPS/IZ). Die Rückkehr der Rohingya nach Burma kommt trotz neuer Ankündigungen nicht voran. Das Medium IPS verwies auf fehlende Sicherheitsgarantien, ungeklärte Staatsbürgerschaftsfragen und mangelnde Umsetzungsmechanismen. Zugleich meldete Reuters zuletzt neue, aber weiter begrenzte Absprachen über 5.000 Rückkehrer aus Malaysia und 180.000 zur Prüfung vorgemerkte Flüchtlinge aus Bangladesch.

Prabowo plant eine eigene Rohstoffbörse

JAKARTA (IZ). Indonesiens Präsident Prabowo Subianto will zum 1. Januar 2027 eine Börse für strategische Mineralien und Rohstoffe eröffnen. Sie soll Referenzpreise für zentrale Exportgüter wie Nickel, Zinn, Gold, Kohle oder Palmöl schaffen und Indonesiens Einfluss auf Weltmärkte erhöhen. Die Regeln sollen bis 17. September vorliegen; die Finanzaufsicht OJK soll die Börse überwachen. Zugleich legte Prabowo den Haushaltsentwurf für 2027 vor: Ausgaben von 4.097,2 Billionen Rupiah stehen Einnahmen von 3.426 Billionen gegenüber. Das geplante Defizit liegt bei 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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Extreme Übergriffe auf den Haram verurteilt

AMMAN (KNA/IZ). Der jordanische König hat die muslimische Welt zu Anstrengungen gegen israelische Zugriffe auf den Tempelberg in Jerusalem aufgerufen. Die Lage in Jerusalem und ihren Heiligen Stätten standen im Zentrum eines Treffens von Außenministern in der jordanischen Hauptstadt Amman, wie arabische Medien berichteten. An dem Treffen nahmen laut Bericht der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra Mitglieder des arabischen Ministerausschusses, der Generalsekretär der Arabischen Liga und die Außenminister der Türkei, Pakistans, Indonesiens und Malaysias teil. Auf dem Haram al-Scharif befinden sich mit dem „Felsendom“ und der Al-Aksa-Moschee zwei der heiligsten Stätten des Islams.

Kasachstan wählt erstmals neuen Kurultai

ASTANA (IZ). In Kasachstan hat die Wahl zum erstmals gebildeten Kurultai begonnen. Das Einkammerparlament mit 145 Abgeordneten ersetzt Mazhilis und Senat. Grundlage ist die im März per Referendum beschlossene und seit Juli geltende Verfassung. Rund 12,6 Mio. Menschen sind wahlberechtigt. Sieben Parteien treten in einem landesweiten Wahlkreis über geschlossene Listen an, unabhängige Kandidaturen sind ausgeschlossen. Beobachter erwarten einen klaren Sieg der präsidentennahen Adilet-Partei. Kritik richtet sich gegen fehlende zugelassene Oppositionsparteien.

UN kritisiert Israels Präsenz im Südlibanon

GENF (IZ). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, fordert Israel auf, seine militärische Präsenz im Südlibanon zu beenden und Hausabrisse einzustellen. Laut UN könnten Teile des Vorgehens gegen internationales Humanitäres Recht verstoßen. Zugleich drängt er auf die sichere Rückkehr der Vertriebenen. Der Vorwurf richtet sich auch gegen die Zerstörung ganzer Ortschaften.

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Vorwürfe gegen das russische Africa Corps

BAMAKO (IZ). Russlands staatlich kontrolliertes Africa Corps soll am 10. Juli im malischen Dorf Bombori neun Zivilisten getötet haben, darunter vier Kinder. Human Rights Watch stützt sich auf 13 Interviews: Mehr als 100 Kämpfer seien mit malischen Soldaten in die Ortschaften in der Region Mopti eingedrungen, hätten mindestens 80 Männer und Jungen misshandelt und verhört. Sechs Menschen seien bei der Flucht erschossen, drei Gefangene später getötet worden. Zudem seien mindestens acht Häuser geplündert und niedergebrannt worden. HRW fordert eine unabhängige Untersuchung; Moskau und Bamako reagierten zunächst nicht.

Acht Staaten fordern Stopp von E1-Siedlung

KAIRO (IZ). Die Außenminister von acht arabischen und muslimisch geprägten Staaten haben Israel aufgefordert, das Siedlungsprojekt E1 östlich von Jerusalem sofort zu stoppen. Die VAE, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien, Indonesien, Pakistan, die Türkei und Ägypten verlangen zudem ein Ende aller Siedlungsaktivitäten. Sie unterstützen internationale Maßnahmen und Sanktionen gegen Verantwortliche. Auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die Niederlande und Norwegen forderten Israel auf, die Ausschreibungen zurückzuziehen.

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Energieanlagen im Nahen Osten unter Beschuss

LONDON (IZ). Angriffe auf Energieinfrastruktur haben den Nahen Osten 2026 weiter destabilisiert. Nach Berichten über Attacken auf Gas- und Ölanlagen in Iran, Katar, Saudi-Arabien und den Emiraten warnen Menschenrechtsgruppen vor völkerrechtswidrigen Angriffen auf zivile Ziele.

UN-Rat verurteilt Huthi-Angriffe scharf

NEW YORK (IZ). Der UN-Sicherheitsrat hat Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien und Schiffe verurteilt. Laut dem Rat richten sich die Angriffe auf das Königreich seit dem 13. Juli, gegen zivile Schiffe seit dem 22. Juli. Der GCC begrüßte die Erklärung und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Experten kritisieren Beirat in Niederösterreich

WIEN (IZ). Renommierte Religionswissenschaftler und Islamforscher kritisieren die Besetzung des Beirats der niederösterreichischen Beobachtungsstelle für radikalen Islam. In einem offenen Brief an Johanna Mikl-Leitner beanstanden sie fehlende islamwissenschaftliche Expertise. Das Land verweist auf Prävention, nicht Forschung. Die IGGÖ warnt vor Pauschalverdacht und fordert Rechtsstaatlichkeit.

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Pakistan verschärft Kontrolle über Auslandspresse

ISLAMABAD (IZ). Pakistan hat die Arbeit internationaler Medien weiter eingeschränkt. Nach den neuen „Foreign Media Facilitation Guidelines 2026“ benötigen ausländische Korrespondenten, pakistanische Mitarbeiter und Fixer für Recherchefahrten außerhalb von Islamabad, Lahore und Karachi eine Genehmigung des Informationsministeriums. Zudem müssen sich Medienhäuser und Beschäftigte registrieren lassen. Die Akkreditierung kann bei Verstößen gegen „Ideologie“, Souveränität, Sicherheit oder öffentliche Ordnung entzogen werden.

Gaza: Humanitäre Hilfe bleibt lebenswichtig

GENF (IZ). Die humanitäre Lage im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland bleibt laut UNO und Hilfswerken dramatisch. OCHA meldet weiter eingeschränkte Zugänge, zu wenig Geld für Hilfsoperationen und viele Vertriebene ohne verlässliche Versorgung. Ärzte ohne Grenzen spricht von zerstörter Infrastruktur und lückenhafter medizinischer Hilfe. Die Schweiz stellt zusätzliche Mittel bereit und fordert freien Zugang für Hilfslieferungen.

Israel zieht neue Grenze durch Gaza

TEL AVIV (IZ). Satellitenbilder zeigen, dass die IDF im Gazastreifen einen mehr als 23 Kilometer langen Erdwall errichtet hat. Die Barriere verläuft nach AP und Zeit entlang der sogenannten „Gelben Linie“, teils aber auch darüber hinaus. Bewohner fürchten eine dauerhafte Teilung des Küstenstreifens. Das Militär spricht von Schutz und einer klaren Trennung zwischen den Kontrollzonen.

Gaza: Zerstörungen nehmen weiter zu

GAZA (IZ). Satellitenbilder der Vereinten Nationen zeigen das Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen: Bis Mitte Juni waren nach UNOSAT-Angaben 201.290 Gebäude beschädigt – rund 82 % des Bestands. 134.422 Bauten gelten als zerstört. Seit Oktober 2025 stieg ihre Zahl trotz Waffenruhe um 9 %. Die UN, Weltbank und EU beziffern den Bedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung auf 71,4 Mrd. US-Dollar. Bis Dezember erwarten Fachleute, dass 1,4 Mio. Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden.

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CAIR meldet Anstieg von Moschee-Vorfällen

WASHINGTON (IZ). Die US-Bürgerrechtsorganisation CAIR hat für die Monate Mai bis Juli 17 Vorfälle gegen islamische Gebetsstätten dokumentiert. Das ist laut ihren Angaben eine Zunahme von 183 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Genannt wurden Drohungen, Brandstiftung, Einschüchterung und ein Anschlag auf eine Moschee. Für 2025 zählte CAIR insgesamt 33 gezielt gegen islamische Einrichtungen gerichtete Vorfälle.

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Afghanistan: 5 Jahre nach dem Abzug

Afghanistan abzug seelsorge Kurzmeldungen

Der Machtwechsel in Afghanistan wurde zum Symbol für das Scheitern eines fast 20-jährigen Einsatzes. Fünf Jahre später ist das Land weiterhin auf internationale Hilfe angewiesen.

(KNA/IZ). Fünf Jahre ist es her, dass der Westen Afghanistan in einem chaotischen Rückzug verlassen musste. Als die USA und ihre Verbündeten am 15. August 2021 nach beinahe zwei Jahrzehnten den Abzug abschlossen, spielten sich am Flughafen von Kabul dramatische Szenen ab.

Menschen klammerten sich an startende Flugzeuge und stürzten in die Tiefe; Tausende drängten auf die Rollbahn, um den blitzartig vorrückenden Taliban zu entkommen. Die extremistischen Kämpfer trafen kaum auf Widerstand der afghanischen Armee, dafür aber auf große Mengen zurückgelassenen Kriegsmaterials.

Was in einer der schwersten Blamagen des Westens endete, hatte nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mit ehrgeizigen Zielen begonnen. Die USA wollten nicht nur die Taliban stürzen, die Osama bin Laden und dem Terrornetzwerk Al-Qaida Unterschlupf gewährten.

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Foto: John Smith, Shutterstock | Lizenz: Shutterstock, erworben

Im Sinne des „Nation Building“ sollte unter dem Schutz der ISAF-Mission und mit westlichen Milliarden ein stabiler demokratischer Staat entstehen. Menschen- und Frauenrechte, Pressefreiheit, funktionierende Institutionen, moderne Bildung und wirtschaftlicher Aufschwung standen auf der Agenda.

Auch die Bundeswehr stellte für ISAF zeitweise mehr als 5.000 Soldaten – das drittgrößte Kontingent nach den USA und Großbritannien. Zwar entstanden neue staatliche Strukturen; Millionen Kinder gingen erstmals zur Schule, darunter viele Mädchen. Universitäten wurden ausgebaut, Medien gegründet und Infrastrukturprojekte verwirklicht.

Gleichzeitig herrschten Korruption und politische Machtkämpfe aber weiter. Die Taliban zogen sich keineswegs zurück. Terroranschläge gehörten in den Städten zum Alltag, während die Extremisten in ländlichen Gebieten einen langjährigen Aufstand gegen Regierung und internationale Streitkräfte entfesselten.

Insgesamt fielen mehr als 3.600 Angehörige der westlichen Koalition, darunter 59 Bundeswehrsoldaten. Die Zahl der zivilen Todesopfer lag um ein Vielfaches höher. Dies verstärkte bei vielen die Wahrnehmung der fremden Truppen als „ungläubige Besatzer“.

Foto: Bundeswehr/Rolf Klatt

Das Land am Hindukusch wurde so zum Sinnbild eines westlichen Wunschdenkens, das die Formen einer vielfach archaisch-islamischen Gesellschaft nicht erfasste. In dem bitterarmen, ethnisch und religiös zersplitterten Land galt die Loyalität vieler Menschen eher Familie, Sippe oder Clan als dem Staat.

Zugleich gelang es in 20 Jahren nicht, die wirtschaftliche Basis des Landes nachhaltig zu stärken. Den Fortschritten im Bildungswesen standen zu wenige Arbeitsplätze gegenüber, weil der industrielle Aufbau fehlte.

Korrupt, ineffizient und in weiten Teilen der Bevölkerung verhasst, gelang es der afghanischen Regierung nicht einmal, die mit Milliarden US-Dollar aufgerüstete Armee zu einer schlagkräftigen Truppe zu formen. Geld für Sold, Verpflegung und Munition versickerte ebenso wie die Moral der Soldaten. Als die Regierung von US-Präsident Donald Trump 2020 direkt mit den Taliban über den Abzug verhandelte und sein Nachfolger Joe Biden daran festhielt, schwand auch in den Städten das letzte Vertrauen in den westlichen Kurs.

So konnten die Taliban im August 2021 fast kampflos bis nach Kabul vorrücken. Nach ihrem Sieg hofften Beobachter zunächst, die Gruppe würde sich im Vergleich zu ihrer ersten Herrschaft vor 2001 mäßigen, um internationale Isolation zu vermeiden und weiter Hilfsgelder zu erhalten.

Stattdessen errichteten die Taliban erneut ein rigides System im Namen der „Scharia“. Mädchen dürfen nur noch die Grundschule besuchen; weiterführende Schulen und Universitäten bleiben ihnen ebenso verschlossen wie die meisten Berufe außerhalb des Gesundheitswesens. Frauen sind aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens verdrängt. Menschenrechtsorganisationen sprechen von einer systematischen Entrechtung.

Auch ethnische und religiöse Minderheiten wie die schiitischen Hazara, Tadschiken und Usbeken leiden unter Diskriminierung durch die überwiegend aus Paschtunen bestehenden Taliban. Hinzu kommt eine schwere Wirtschafts- und Versorgungskrise.

Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Armut und Arbeitslosigkeit; Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Taliban erschweren internationalen Hilfsorganisationen die Arbeit zusätzlich, etwa durch ein weitgehendes Beschäftigungsverbot für Frauen. Internationale Sanktionen verschärfen die Lage.

Winterhilfe

Ein Mädchen im afghanischen Torkham. (Foto: Islamic Relief Deutschland)

Auch fünf Jahre nach der Machtübernahme bleibt das „Islamische Emirat Afghanistan“, wie die Taliban das Land nennen, eines der größten Problemfelder der internationalen Politik. Die Staatengemeinschaft steht vor dem Dilemma, humanitäre Hilfe für die Bevölkerung zu ermöglichen, ohne das Regime politisch aufzuwerten.

Zweimal haben Aufständische hier bereits eine Supermacht besiegt: die USA sowie von 1979 bis 1989 die Sowjetunion. Doch die jahrzehntelange Katastrophe ihres Landes haben sie damit nur verlängert.

Für Deutschland blieb Afghanistan zudem innenpolitisch ein sensibles Thema. Dabei geht es einerseits um die Aufnahme ehemaliger Ortskräfte und weiterer gefährdeter Afghanen. 

Oppositionspolitiker warfen der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) vor, die Visavergabe unzureichend kontrolliert und Aufnahmezusagen auf Grundlage fehlerhafter oder unvollständig geprüfter Unterlagen ermöglicht zu haben.

Deutschland erkennt die Taliban-Regierung zwar nicht an, spricht aber mit ihr über Rückführungen ausreisepflichtiger Personen und humanitäre Hilfe.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 369: von Menschenrechten bis zu Gefechten an der pakistanischen Grenze

Jeffrey Epstein kurzmeldungen

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 369: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. Menschenrechte, Expansion in der Westbank und Spannungen zwischen Pakistan und Afghanistan

Epstein-Akten: Milliardäre in Afghanistan

WASHINGTON (IZ). Neue E-Mails aus dem Umfeld von Jeffrey Epstein belasten den US-Milliardär Tom Pritzker. In einer Nachricht von Juni 2011 beschreibt Pritzker, er befinde sich in einem „entlegenen Tal Afghanistans“ mit bewaffneten Soldaten – „toys and boys“ – und bezeichnet dies als seinen Geburtstagswunsch. In Online-Debatten wird zudem behauptet, der damalige Kommandeur David Petraeus habe diesen Einsatz ermöglicht. Unabhängige Bestätigungen dafür liegen bislang nicht vor.

Foto: John Smith 2021, Shutterstock

Taliban grenzen Frauen noch weiter aus

KABUL (KNA/IZ). Die Taliban grenzen Frauen in Afghanistan immer weiter aus dem öffentlichen Leben aus. Diese hätten kaum noch Rechte, die sie aktiv nutzen können, sagte die Afghanistan-Referentin bei Caritas international, Henrike Bittermann, in einem am 5. Februar veröffentlichten Interview. „Zuletzt war in der Presse zu lesen, dass ihnen sogar das Wort verboten wurde.“ Allerdings unterscheide sich die Situation je nach Provinz. Auf den Straßen der Hauptstadt Kabul seien beispielsweise Frauen zu sehen, die sich auch ohne Begleitung eines männlichen Familienmitglieds bewegten, obwohl dies eigentlich Vorschrift sei. Dessen ungeachtet sei die Lage der weiblichen Bevölkerung in dem asiatischen Land extrem hart. „Jede Bewegung und jedes Wort, das in die falsche Richtung gehen könnte, kann schlimme Folgen haben.“ Dazu litten insbesondere Frauen und Kinder unter massiven Mängeln in der medizinischen Versorgung, so die Expertin weiter. Caritas international sei unter anderem im Bereich Mutter-Kind-Gesundheit tätig.

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AU für palästinensische UN-Mitgliedschaft

ADDIS ABEBA (KUNA). Die Afrikanische Union (AU) forderte am 15. Februar die Aufnahme des Staates Palästina als Vollmitglied in die Vereinten Nationen und die Ausrufung einer dringenden humanitären Waffenruhe im Sudan. Dies geht aus der Abschlusserklärung des Afrikanischen Gipfels hervor, der am 14. Februar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begann. Darin wird betont, dass die Aufnahme Palästinas als Vollmitglied in die UNO ein legitimes Recht des palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung und Beendigung der Besatzung ist. In der Erklärung wurden auch alle Versuche, das palästinensische Volk gewaltsam nach Ägypten oder Jordanien zu vertreiben, entschieden zurückgewiesen und als schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet.

HRW sieht Menschenrechte unter Druck

BANGKOK (KNA). In Süd- und Südostasien haben Einschränkungen der Menschenrechte und der Religionsfreiheit laut Human Rights Watch weithin zugenommen. Besonders Hongkong, China, Vietnam und Kambodscha hätten 2025 wachsende Repressionen und Menschenrechtsverletzungen erlebt, erklärten Vertreter am 5. Februar in Bangkok. Sie stellten dort das Asien-Kapitel ihres Jahresberichts vor. In Ländern wie Indien, Pakistan, Indonesien und China gerieten religiöse Minderheiten immer stärker unter Druck, hieß es. So unternehme Delhi nichts zu deren Schutz, sagte Meenakshi Ganguly, Repräsentantin von Human Rights Watch in Südasien. Mit Blick auf China erklärte Human Rights Watch in Bangkok, Tibeter, Uiguren und andere Gemeinschaften mit eigener Identität, darunter Mitglieder inoffizieller Kirchen, seien schwerster Unterdrückung ihrer Rechte ausgesetzt.

bangladesch yunus

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Sieg für Mitte-Rechts bei Präsidialwahlen

DHAKA (KNA). Die Bangladesh Nationalist Party (BNP) hat bei der Parlamentswahl am 12. Februar eine klare Mehrheit errungen. Laut dem vorläufigen Ergebnis errang die Mitte-Rechts-Partei zusammen mit ihren Partnern mindestens 212 von 299 Mandaten. Die lange als Favoritin gehandelte Partei Jamaat-e-Islami und ihre Verbündeten landeten abgeschlagen dahinter. Der BNP-Spitzenkandidat und designierte Premierminister Tarique Rahman rief seine Anhänger am 13. Februar auf, keine Siegesfeiern zu veranstalten. Stattdessen sollten sie in den Moscheen für das Wohlergehen der Nation beten. Ex-Premierministerin Sheikh Hasina hatte im Sommer 2024 vergeblich versucht, Proteste gegen ihre Regierung von Polizei und Schlägertrupps ihrer inzwischen verbotenen Partei Awami-Liga niederschlagen zu lassen. Mehr als 1.000 Demonstranten wurden damals laut UN-Angaben getötet. Eine Übergangsregierung unter Leitung von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus übernahm die Macht.

Dodik will enger mit Israel kooperieren

BANJA LUKA (IZ). Der bosnisch-serbische Führer Milorad Dodik hat Israel einen mehrtägigen Besuch abgestattet. In Jerusalem traf der wegen sezessionistischer Politik international kritisierte Nationalist unter anderem Präsident Herzog und Ministerpräsident Netanjahu. Kritiker in Bosnien werfen Dodik vor, den Besuch zur Stärkung seiner separatistischen Agenda zu nutzen.

Grenze migration

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HRW über „Stimmung gegen Migranten“

BRÜSSEL (IZ). Human Rights Watch warnt vor einer verschlechterten Stimmung gegenüber Migranten in Europa und kritisiert eine „Normalisierung“ migrationsfeindlicher Rhetorik durch etablierte Parteien. Im EU-Kapitel des aktuellen World Report dokumentiert HRW, dass Regierungen Migration „um fast jeden Preis“ eindämmen wollen. Diese Politik verschärfe soziale Spannungen, fördere Rassismus und gefährde grundlegende Rechte von Geflüchteten und anderen Schutzsuchenden.

USA setzen Versuche von Einflussnahme fort

BRÜSSEL (IZ). Die US-Regierung intensiviert ihre Versuche, den politischen Diskurs in Europa zu beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Unterstaatssekretärin für öffentliche Diplomatie, Sarah Rogers, die im Dezember mehrere europäische Städte besuchte und sich mit einflussreichen Thinktanks traf. Laut Medienberichten sondierte sie dabei gemeinsam mit führenden Vertretern von Nigel Farages Reform UK den Einsatz spezieller Fördermittel, um „amerikanische Werte“ und eine MAGA-nahe Freiheitsrhetorik in Europa zu verankern.

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Wegen Genozid: Richter erlässt Haftbefehle

PARIS (IZ). Französische Ermittlungsrichter haben Haftbefehle gegen zwei französisch-israelische Aktivistinnen erlassen, denen „complicité de génocide“ vorgeworfen wird. Nili Kupfer-Naouri und Rachel Touitou sollen 2024 und 2025 an Grenzübergängen wie Kerem Schalom wiederholt Hilfstransporte in den Gazastreifen blockiert und öffentlich dazu aufgerufen haben, die Versorgung der Zivilbevölkerung zu verhindern. Die Haftbefehle gelten als weltweit erster Fall, in dem das gezielte Behindern humanitärer Hilfe als mögliche Beihilfe zum Völkermord geprüft wird.

Gericht hebt Verbot von „Palestine Action“ auf

LONDON (IZ). Das britische High Court hat am 13. Februar das Verbot der Gruppe „Palestine Action“ nach Anti-Terror-Gesetzen für „rechtswidrig“ erklärt. Dennoch bleibt das Verbot vorerst bestehen, da die Regierung Berufung einlegen will. Mitbegründerin Ammori sprach von einem „monumentalen Sieg“ für Grundrechte und Meinungsfreiheit, während sie das ursprüngliche Verbot als schwerwiegenden Angriff auf die freie Rede verurteilte. Die Einstufung erfolgte 2025 unter Innenministerin Cooper und stellte die Gruppe auf eine Stufe mit Al-Qaida und IS.

Foto: UN Photo / Jean-Marc Ferré, via flickr | Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Türk will Schritte gegen „aggressive Expansion“

GENF (KNA). Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen Türk hat zu Maßnahmen gegen die nach seinen Worten aggressive Ausweitung israelischer Siedlungen aufgerufen. Israel treibe eine rassistische Segregation voran, erklärte ein Sprecher am 6. Februar in Genf. Die völkerrechtswidrigen Siedlungsaktivitäten im Westjordanland müssten nach mehreren Urteilen des Internationalen Gerichtshofs aufhören, bestehende illegale Siedlungen seien zu räumen. Die Staatengemeinschaft solle „unverzüglich handeln“.

Neue Gewalt verschärft humanitäre Lage

ADEN (IZ/IOM). Neue Gewalt im Osten des Landes droht die fragile Machtbalance im Jemen zu verschieben: Erneute Kämpfe und Unsicherheit treiben seit Wochen Familien aus Hadramaut und angrenzenden Gebieten Richtung Ma’rib, eine der letzten Hochburgen der anerkannten Regierung und Knotenpunkt rivalisierender Milizen. Der plötzliche Zustrom Tausender Binnenvertriebener verschärft den Wettbewerb um Territorium, Ressourcen und externe Hilfsgelder und könnte lokale Absprachen zwischen Regierungskräften, mit Riad verbündeten Formationen und anderen bewaffneten Akteuren destabilisieren. Die IOM warnte, das anhaltende Machtvakuum und die unterfinanzierte Hilfe eröffneten Spielräume für weitere Eskalation.

Ägypten

Foto: Daniel Torok | Lizenz: gemeinfrei

Kasachstan will Stabilisierungstruppe entsenden

ASTANA (IZ). Kasachstan will sich laut Präsident Kassym-Jomart Tokajew aktiv an einer internationalen Stabilisierungstruppe für Gaza beteiligen. Geplant sind die Entsendung von Militär- und Sanitätseinheiten sowie Unterstützung beim Wiederaufbau von Infrastruktur, Schulen und Krankenhäusern. Zudem sollen 500 Stipendien für Palästinenser vergeben und humanitäre Hilfe, etwa in Form von Weizenlieferungen, geleistet werden.

Massive Verletzungen von Menschenrechten

GENF (IZ). Migranten und Flüchtlinge in Libyen sind laut einem neuen Bericht des UN-Menschenrechtsbüros systematischen und brutalen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, darunter Tötungen, Folter, sexualisierte Gewalt und Menschenhandel. Auf Grundlage von fast 100 Interviews beschreibt der Bericht ein ausbeuterisches, „normalisiertes“ System, in dem Betroffene entführt, willkürlich in Haftzentren gebracht und zur Sklavenarbeit, Prostitution und Zahlung von Lösegeld gezwungen werden. UN-Kommissar Türk sprach von einem „nie endenden Albtraum“ und forderte zusammen mit der UN-Mission in Libyen ein Ende gefährlicher Abfangaktionen. 

Künstliche Intelligenz KI

Foto: Supatman, Adobe Stock

Kommunen sammelten Daten von Muslimen

DEN HAAG (IZ). Zehn niederländische Kommunen haben jahrelang heimlich sensible Daten über muslimische Einwohner und Moscheegemeinden gesammelt und auswerten lassen – ohne Wissen der Betroffenen und ohne rechtliche Grundlage. Die Auftragsstudien enthielten Informationen zu religiösen Überzeugungen, politischen Ansichten, Familienstrukturen sowie Spannungen innerhalb von Moscheen und wurden teils mit Polizei und Sicherheitsbehörden geteilt. Die Datenschutzbehörde verhängte gegen die Städte – darunter Delft, Eindhoven, Tilburg und Zoetermeer – Bußgelder von insgesamt 250.000 Euro und sprach von einem schweren Verstoß gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung, der das Vertrauen vieler Muslime nachhaltig beschädigt habe.

Erschütterndes Massaker mit über 160 Toten

ABUJA (KNA). Bei einem bewaffneten Angriff auf mehrere Dörfer im westnigerianischen Bundesstaat Kwara sind nach übereinstimmenden Angaben von Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen mehr als 160 Menschen getötet worden. Die Attacke ereignete sich den Angaben zufolge in der Region Kaiama. Die Regierung des Bundesstaates machte „terroristische Zellen“ für das Massaker verantwortlich. Nigerias Präsident Bola Tinubu beschuldigte die Terrororganisation Boko Haram, während andere politische Stimmen die Splittergruppe Lakurawa verdächtigen.

Proteste gegen Hijab-Verbot für Schulkinder

WIEN (KNA). In Wien haben am 13. Februar rund 200 Personen gegen ein geplantes Kopftuchverbot für Mädchen an Schulen demonstriert. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, um nach eigenen Worten das Recht auf Religionsfreiheit und Selbstbestimmung von Mädchen zu verteidigen. Sie sprachen von „Diskriminierung“. Das im Dezember vom Nationalrat beschlossene Kopftuchverbot soll für Schülerinnen unter 14 Jahren gelten und ab nächstem Schuljahr in Kraft treten.

eskalation pakistan

Foto: OrangeSalt, Shutterstock

Pakistan bombardierte Ziele in Afghanistan

ISLAMABAD (IZ). Pakistan hat am 22. Februar Luftangriffe auf Ziele im Osten und Südosten Afghanistans geflogen und dabei sieben „Terrorcamps“ der pakistanischen Taliban und des IS-Ablegers IS-Khorasan getroffen. Das sei eine Reaktion auf Selbstmordanschläge, die von afghanischem Boden aus geplant worden seien, erklärte Islamabad und sprach von rund 70 getöteten Kämpfern. Lokale Behörden berichten hingegen von Dutzenden getöteten und verletzten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, und kündigten eine „angemessene“ Antwort an.

Wirtschaft wächst weiter

RIAD (IZ). Die saudische Wirtschaft hat im vierten Quartal 2025 um 4,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt und damit das höchste Wachstum seit drei Jahren erzielt. Laut vorläufigen Daten der Statistikbehörde trieben vor allem ein Plus von 10,4 % im Ölsektor sowie ein Wachstum von rund 4 % in den nicht-ölbasierten Aktivitäten die Konjunktur an. 2025 stieg das reale Bruttoinlandsprodukt um 4,5 %, gestützt von höheren Fördermengen nach der schrittweisen Lockerung früherer OPEC+-Förderkürzungen. Die Regierung verweist zudem auf Fortschritte in der dritten Phase der Vision-2030-Strategie.

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Pakistan führt „offenen Krieg gegen Afghanistan“

eskalation pakistan

Pakistan wirft den Taliban vor, islamistischen Terrorgruppen Schutz zu gewähren, die im Grenzgebiet Anschläge verüben. Seit Monaten stocken die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den beiden Nachbarn.

Islamabad (KNA). Pakistans Luftwaffe hat afghanische Großstädte wie Kabul und Kandahar bombardiert und Berichten zufolge Militärstützpunkte, Kommandozentralen und Munitionsdepots zerstört. Die afghanische Taliban-Regierung bestätigte die Angriffe.

In beiden Ländern gab es überparteilich nationale Solidarität. In Pakistan bekundeten am Freitag Präsident Zardari, Premierminister Shehbaz Sharif und auch die oppositionelle PTI ihre Unterstützung des Militärs bei dem „offenen Krieg“ gegen Afghanistan zur Verteidigung der territorialen Integrität, wie pakistanische Medien berichteten.

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Afghanische Politiker verurteilten Pakistans Offensive „Ghazab lil-Haq“ (Gerechter Zorn) scharf. Ex-Präsident Hamid Karzai sagte dem Nachrichtenportal Pajhwok Afghan News, die Afghanen verteidigten ihr Land geeint und mutig.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul töteten die Streitkräfte des „Islamischen Emirats Afghanistan“ bei Vergeltungsschlägen gegen pakistanische Stellungen entlang der „Durand-Linie“ 55 pakistanische Soldaten. 15 Außenposten der pakistanischen Armee sollen eingenommen worden sein.

Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif beschuldigte unterdessen die Taliban, Afghanistan zu einer „Kolonie Indiens“ gemacht zu haben und als Stellvertreter für den Export von Terrorismus nach Pakistan zu fungieren.

Die Zusammenstöße brachten Berichten zufolge die Rückführung Tausender afghanischer Flüchtlinge zum Stocken, die am Grenzübergang Torkham auf die Rückkehr in ihr Land warteten. Berichten zufolge wurden sie in ein Auffanglager zurückgeschickt, da die Lage an der Grenze weiterhin instabil ist.

Hintergrund der seit Monaten eskalierenden Spannungen zwischen den beiden Ländern ist Pakistans Vorwurf, die Führung der militanten Gruppe „Tehreek-e-Taliban Pakistan“ (TTP) und viele ihrer Kämpfer seien in Afghanistan stationiert und griffen von dort aus immer wieder Pakistan an.

Die Führung in Kabul weist dies entschieden zurück und wirft ihrerseits Pakistan vor, Kämpfer der Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu beherbergen. Das dementiert wiederum Pakistan. Seit November stocken die von Katar und der Türkei vermittelten Waffenstillstandsverhandlungen. Seitdem haben Angriffe von Aufständischen auf Pakistan zugenommen.

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Die 2.500 Kilometer lange Durand-Linie war 1893 zwischen dem britischen Diplomaten Mortimer Durand und dem Emir von Afghanistan als internationale Grenze zwischen dem Emirat Afghanistan und Britisch-Indien festgelegt worden.

Nach der Gründung Pakistans 1947 übernahm der neue Staat diese Grenze, während Afghanistan sie nicht akzeptierte. Die Grenze teilt das Stammesgebiet der Paschtunen. Die Paschtunen sind die größte ethnische Gruppe in Afghanistan und eine Minderheit in Pakistan.

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 366: von Klimapolitik bis zu Muslimen in den USA

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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 366: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. die Religionen und die Kriege, humanitäre Lage in Afghanistan bis zu Plänen für Gaza.

Klima: COP30 endet mit Minimalkonsens

BÉLEM (KNA). Die erste UN-Klimakonferenz in Amazonien hat nicht die erhofften Beschlüsse zum Ausstieg aus fossiler Energie und zur Begrenzung der Entwaldung gebracht. Doch ein totales Scheitern konnte verhindert werden. Sie dauerte einen Tag länger als geplant, erreichte aber weniger, als viele gehofft hatten: Am 22. November ist im brasilianischen Belém die COP30-Klimakonferenz der UN zu Ende gegangen. Insgesamt 29 Dokumente wurden zum Abschluss unterzeichnet, darunter eines, das die Rechte indigener Völker anerkennt. Aber auf den von Gastgeber Brasilien vorangetriebenen Fahrplan zum Ausstieg aus fossiler Energie und zu dem Ende der Entwaldung konnte man sich nicht einigen. So fuhren viele der Zehntausenden Delegierten enttäuscht nach Hause. Laut brasilianischen Medien gab es eine Zweiteilung: hier ca. 80 Staaten, die unbedingt einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Gas und Öl festlegen wollten, allen voran die EU. Dort rund 70, die das auf keinen Fall möchten. Unter den Gegnern waren so mächtige Staaten wie Saudi-Arabien, China, Indien und Russland sowie afrikanische Länder.

Foto: Roman Yanushevsky, Shutterstock

Rom: Religionen in einer Welt voller Krieg

ROM (IPS). Im Schatten des römischen Kolosseums – einst ein Denkmal imperialer Gewalt – versammelten sich am 4. November religiöse Führer aus aller Welt für drei Tage, um eine Botschaft zu verkünden, die sowohl uralt als auch dringlich erschien: Frieden muss wieder zur heiligen Pflicht der Menschheit werden. Anlass war „Dare Peace“, das Internationale Treffen für den Frieden: Religionen und Kulturen im Dialog, veranstaltet von der Gemeinschaft Sant’Egidio. Drei Tage lang diskutierten Priester, Rabbiner, Imame, Mönche und Gelehrte darüber, was es bedeutet, den Glauben in einer Zeit zu bewahren, die von Angst, Nationalismus und Krieg geprägt ist. Das Treffen endete mit einer Zeremonie unter Vorsitz von Papst Leo XIV., die gleichermaßen Gebetsgottesdienst und politisches Statement war.

Weltsozialgipfel in Katar: Zeit zum Handeln

DOHA (IPS). Katar war vom 4. bis 6. November Gastgeber des Zweiten Weltgipfels für soziale Entwicklung. Über Plenarsitzungen und Rundtischgespräche hinaus wurden in mehr als 250 „Lösungssitzungen” praktische Wege aufgezeigt, um universelle Rechte auf Nahrung, Wohnraum, menschenwürdige Arbeit, sozialen Schutz oder soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit, Pflegesysteme und andere öffentliche Dienstleistungen, internationale Arbeitsnormen sowie die Bekämpfung von Armut und Ungleichheit voranzubringen. Der Gipfel endete mit einer Erklärung.

Foto: Shutterstock

Die OIC will Kinderrechte schützen

JEDDAH (KUNA). Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) erklärte am 18. November, dass sie sich weiterhin für die Förderung und den Schutz der Rechte, des Wohlergehens und der Entwicklung von Kindern in allen Mitgliedstaaten und darüber hinaus einsetzen wolle. In einer Erklärung zum Weltkindertag sagte sie, dass die Wahrung des Rechts jedes Kindes auf Bildung, Gesundheitsversorgung, Schutz und ein Leben frei von Gewalt, Ausbeutung und Vernachlässigung eine gemeinsame moralische und humanitäre Pflicht sei. Die OIC betonte, dass Investitionen in das Wohlergehen von Kindern für den Aufbau friedlicher, inklusiver und widerstandsfähiger Gesellschaften unerlässlich seien.

Warnungen der UNO vor humanitären Engpässen

GENF (KNA/IZ). In Afghanistan droht im Winter laut UN-Angaben ein eklatanter Mangel an Unterstützung. Erstmals seit Jahrzehnten könne man wegen extremer Finanzierungsengpässe keine nennenswerte Hilfe leisten, teilte das Welternährungsprogramm WFP am 12. November mit. Von veranschlagten 492 Mio. Euro für die nächsten sechs Monate seien nur 8 % finanziert. Zugleich erlebe das Land einen Anstieg akuter Unterernährung wie nie zuvor. In dem von Taliban regierten Staat ist ein Großteil der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen. Viele leiden Hunger. Erschwert wird die Situation durch 2,4 Mio. Flüchtlinge, die seit Jahresbeginn aus Pakistan und dem Iran zurückgekehrt sind.

Foto: Jasmin Merand, Adobe Stock

GfbV: Radikaler Kurswechsel nötig

GÖTTINGEN (GfbV). Vor dem EU-Afrika-Gipfel am 24. und 25. November forderte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) von der EU den längst überfälligen Bruch mit neokolonialen Strukturen: „Europas Politik muss endlich auf Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten beruhen – nicht auf Ausbeutung und Doppelmoral. Europa muss aufhören, seine politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Krisen auf den Globalen Süden abzuwälzen. Afrikanische Gesellschaften zahlen den Preis für unseren Wohlstand“, kritisiert Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit der GfbV.

IGMG: Muslime nicht kriminalisieren

KÖLN/PARIS (IZ). Die IGMG kritisierte in einer Pressemitteilung die Kriminalisierung von muslimischen Bürgern in Frankreich nach der Veröffentlichung einer neuen Studie. Generalsekretär Mete sah darin eine Gefahr für den öffentlichen Frieden und forderte eine vorurteilsfreie Behandlung. Begriffe wie „Islamismus“ würden unscharf und pauschal verwendet, religiöse Praxis werde als potenziell radikal dargestellt. Die Studie verschärfe gesellschaftliche Spannungen und fördere Vorurteile gegen muslimische Bürger.​

gewalt kurzmeldungen Muslimfeindlichkeit

Foto: imago images, ZUMA Press Wire

Angriffe auf Muslime in letzten Monaten gestiegen

LONDON (IZ). In Großbritannien ist laut der Nachrichtenagentur Anadolu Agency die Zahl der Angriffe auf Moscheen in den letzten drei Monaten stark gestiegen. Sie bezog sich dabei auf eine Studie des British Muslim Trust (BMT). Mindestens 27 Attacken wurden seit Ende Juli verzeichnet, häufig unter Verwendung von nationalen oder christlichen Symbolen. Diese reichen von Vandalismus bis zu Brandstiftung und werden zunehmend als Ausdruck antimuslimischer Hetze interpretiert. Der BMT fordert staatliche Maßnahmen zur besseren Absicherung von Moscheen.

Verletzte bei Anschlag auf Moschee einer Schule

JAKARTA (KNA). Nach dem Terroranschlag auf die Moschee einer Schule in der indonesischen Hauptstadt hat eine Antiterroreinheit der Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Die Behörden riefen am 8. November die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und die Ergebnisse der Untersuchungen abzuwarten. Ein Behördensprecher warnte laut Medienberichten zudem davor, Gerüchte zu verbreiten. Beim Freitagsgebet war es in der Moschee zu zwei Detonationen gekommen. Nach Berichten kamen dabei 55 Menschen zu Schaden.

Ostjerusalem: Warnung vor Vertreibungen

JERUSALEM (KNA). Israelische Friedensorganisationen warnen vor der Gefahr einer Massenvertreibung und systematischen Enteignung von Palästinensern in Jerusalem. Zuvor hatten drei palästinensische Familien aus dem Ostjerusalemer Stadtteil Silwan ihre Häuser wegen Zwangsräumungen verlassen müssen. Die Zwangsräumung vom 9. November sei „ein schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht“, so die Organisation Ir Amim (Stadt der Völker) am Folgetag. Die Menschenrechtler setzen sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern ein. Peace Now sprach von „einem Verbrechen gegen eine schutzbedürftige Bevölkerung unter Besatzung“.

Foto: Montecruz Photos, via flickr | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Amman kritisiert Ausbau von Siedlungen

AMMAN (KUNA). Das Außenministerium hat die Ankündigung der israelischen Regierung verurteilt, neue Ausschreibungen für den Bau von 356 Wohneinheiten in einer der illegalen Siedlungen im besetzten Westjordanland zu veröffentlichen. Es erklärte, dass dieser Schritt eine Festigung der Besatzung und einen eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und das humanitäre Völkerrecht darstelle.

Suche nach verunglückten Rohingya beendet

KUALA LUMPUR (IZ). Malaysia stellte am 17. November eine Such- und Rettungsaktion ein, nachdem mindestens 29 Todesfälle auf einem Boot mit Rohingya bestätigt worden waren, das in der Nähe der Seegrenze zu Thailand gekentert war. Die staatliche Nachrichtenagentur Bernama teilte mit, dass die Aktion abgebrochen wurde, nachdem die Behörden ein Gebiet von 1.745,88 Quadratmeilen abgesucht hatten. Die Rohingya, eine überwiegend muslimische Minderheit in Burma, sind Missbrauch, Diskriminierung und Staatenlosigkeit ausgesetzt und versuchen häufig, auf gefährlichen Seereisen ihrer Notlage zu entkommen.

Umbruch Syrien Rebellen Aleppo

Foto: pixabay.com, Michael Gaida | Lizenz: Pixabay

Anklage gegen ehemalige syrische Funktionäre

WIEN (IZ). Zwei ehemalige syrische Regimefunktionäre, ein Ex-Brigadegeneral und ein Ex-Oberstleutnant, die seit 2015 in Österreich leben, sind wegen schwerer Übergriffe auf festgenommene Zivilisten angeklagt. Laut der Wiener Staatsanwaltschaft umfassen die Vorwürfe Folter, schwerwiegende Körperverletzung und sexuelle Gewalt. 21 Opfer sind in dem Verfahren als Nebenkläger vertreten. Die neue syrische Regierung begrüßte die Aufarbeitung von Regimeverbrechen.​

Verfassungsänderung stärkt das Militär weiter

ISLAMABAD (KNA). Das pakistanische Parlament hat mit einer umfassenden Verfassungsänderung die politische Rolle des Militärs gestärkt sowie die Einführung eines von der Regierung ernannten Verfassungsgerichts beschlossen. In Zukunft wird es einen Oberkommandanten für alle drei Teilstreitkräfte der Armee geben. Das neue Verfassungsgericht steht über dem bisherigen Obersten Gerichtshof und schränkt damit dessen Befugnisse als bisherige letzte Instanz ein. Nach der Nationalversammlung stimmte am 13. November auch der Senat der Verfassungsänderung zu. Die oppositionelle PTI kritisierte die Verfassungsänderung als Abschaffung von Demokratie und der Unabhängigkeit der Justiz.

Vertreibungsphantasien Kurzmeldungen gaza

Foto: UNRWA, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 4.0

Internationale Truppe könnte „bald“ kommen

WASHINGTON (IZ). US-Präsident Trump sagte, dass eine von den USA koordinierte Stabilisierungstruppe für Gaza „bald vor Ort“ sein werde, und lobte den derzeitigen Waffenstillstand. „Es wird sehr bald soweit sein. Und Gaza läuft sehr gut“, sagte er am 6. November bei einem Gipfeltreffen im Weißen Haus mit den Präsidenten der zentralasiatischen Länder Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan und Tadschikistan. Trotz einer Reihe von Verstößen gegen die Waffenruhe durch Israel argumentierte er, dass „der Frieden in Gaza“ gut funktioniere und die Ruhe halte, und sagte, dass sie eng mit den Ländern der Region und ihren Verbündeten zusammenarbeiteten. Zu seiner Ankündigung, dass Kasachstan dem Abkommen zwischen Israel und mehrheitlich muslimischen Staaten beitreten werde, sagte der US-Präsident, er hoffe, dass andere zentralasiatische Nationen ebenfalls teilnehmen und beitragen würden, dem Prozess neue Impulse zu verleihen.

Die Rede ist von tausenden Amputationen

GAZA (KUNA). Behörden im Gazastreifen gaben am 11. November bekannt, dass während des Krieges 6.000 Amputationsfälle registriert wurden, die dringende langfristige Rehabilitation erfordern, wobei es an Einrichtungen, psychologischer Unterstützung und Hilfsmitteln mangelt, was das Leid noch verstärkt. Der Anteil der Kinder an der Gesamtzahl der Fälle wird auf 25 Prozent geschätzt, der Anteil der Frauen auf 12,7 Prozent.

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Foto: The White House | Lizenz: gemeinfrei

Trump kündigt einen neuen Riesendeal an

WASHINGTON (KUNA). US-Präsident Donald J. Trump erklärte, dass am 19. November Vereinbarungen und Verträge im Wert von 270 Mrd. USD zwischen Dutzenden US-Unternehmen und Saudi-Arabien unterzeichnet worden seien. In einer Rede vor dem US-Saudi-Investitionsforum, das in Washington in Anwesenheit des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman stattfand, sagte Präsident Trump zu seinem Gast: „Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie all diese Arbeitsplätze und großartigen Möglichkeiten nach Amerika gebracht und Amerika großen Wohlstand beschert haben.“

Weltbank spricht von Extremhitze bis 2030

KARATSCHI (IZ). Fast 90 % der Bevölkerung Südasiens werden bis 2030 von extremer Hitze bedroht sein, und ca. ein Viertel wird von schweren Überschwemmungen, warnt eine neue Studie der Weltbank. Der Bericht basiert auf Fallstudien aus Bangladesch, Indien und Pakistan und kommt zu dem Schluss, dass die Region aufgrund seiner hohen Bevölkerungsdichte, steigender Temperaturen und exponierten geografischen Lage eine der weltweit am stärksten vom Klima betroffenen Regionen ist.

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Foto: Emgage USA

Muslime erzielten Erfolge bei Sonderwahlen

NEW YORK (IZ). Der Sieg von Zohran Mamdani hat ihn auf den Weg gebracht, der erste muslimische Amerikaner zu werden, der die größte Stadt der USA und ihr Finanzzentrum leitet. Aber der 34-Jährige war bei weitem nicht der einzige Muslim, der in diesem Wahlzyklus außerhalb des Wahljahres ein lokales Amt gewonnen hat. Insgesamt sechs Muslime haben sich laut dem Council on American-Islamic Relations (CAIR) das höchste Amt in ihren Städten gesichert.

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Hunger, Tod, Vertreibung: Über welche Krisen wir nicht sprechen

afrika horn krise

Vergessene Krisen: 123 Millionen Menschen weltweit sind Zwangsvertriebene. Experten zufolge gibt es heute so viele bewaffnete Konflikte wie seit 1946 nicht mehr: 61 in 36 Ländern. Die meisten geschehen abseits der Weltöffentlichkeit.

Bonn (KNA, iz). Hunger im Gazastreifen, das Leid der entführten Geiseln, abgeworfene Hilfslieferungen, die ihr Ziel nie erreichen. Die Lage in Nahost beherrscht die Schlagzeilen. Andere Krisen und Konflikte indes werden medial verdrängt. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) nimmt einige davon in den Blick.

Die große Krise im Sudan

Im Sudan wurde im April 2023 aus einem Kampf zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ein Krieg um die Vorherrschaft im Land. Auslöser war die geplante Eingliederung der RSF in das reguläre Militär.

Die Vorgeschichte aber ist viel älter: 2019 wurde Langzeitherrscher Omar al-Bashir gestürzt. Nach anfänglicher Hoffnung wuchsen wirtschaftliche Probleme und damit Unzufriedenheit. 2021 kam es zu einem Militärputsch. 2023 eskalierte die Gewalt.

krieg schlagzeilen

Foto: UNHCR | Ala Kheir

Die Folgen: Zwölf Millionen Menschen wurden seither laut UN-Angaben vertrieben. Vier Millionen suchten Schutz in Nachbarländern, die ebenfalls unter dem anhaltenden Bürgerkrieg leiden. Allein der Tschad nahm bisher 1,2 Millionen Menschen auf.

Mindestens 150.000 Menschen starben. Eine Hungersnot wurde schon im August 2024 in Teilen Nord-Darfurs bestätigt. Nach Schätzung des UN-Koordinierungsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA) werden in diesem Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe benötigt, doch bisher ist nicht einmal jeder vierte US-Dollar bereitgestellt.

Laut der Welthungerhilfe sind in Darfur neun Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im ganzen Land gebe es 30 Millionen Hilfsbedürftige. Im Januar sprach der damalige Papst Franziskus von der schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt.

Am Horn von Afrika

Über Somalia am Horn von Afrika, einen der fragilsten Staaten der Welt, wird schon lange kaum noch berichtet. Dabei gelang es der Terrormiliz Al-Shabaab im März, in der Stadt Beledweyne im Zentrum des Landes für 24 Stunden ein ganzes Hotel unter ihre Kontrolle zu bringen. 20 Menschen wurden ermordet.

Die Extremisten führen einen bewaffneten Kampf gegen die Regierungstruppen; dazu kommt politische Instabilität. Nach UN-Angaben sind fast vier Millionen Menschen vertrieben worden, etwa 4,4 Millionen leben in einer kritischen Ernährungssituation. Der Klimawandel und die daraus resultierenden Dürren und Überschwemmungen verschärfen den Konflikt.

Foto: UN Photo, via flickr | Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Mali und der Sahel

Seit dem Abzug der Bundeswehr hat auch das Interesse am Sahelstaat Mali merklich abgenommen. Dabei breitet sich die islamistische terroristische „Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime“ (JNIM) rasant in Richtung Süden und Westen aus und ist längst in den Nachbarländern – vor allem Burkina Faso und Niger – präsent.

Angst und Schrecken verbreitet aber auch die malische Armee, die mit der russischen Wagner-Miliz – heute Afrikakorps genannt – kooperiert. Die Vorwürfe von Menschenrechtlern: Im Anti-Terror-Kampf würden selbst unschuldige Zivilisten zu Terroristen erklärt, es komme zu Massakern mit Hunderten Toten. Eine unabhängige Berichterstattung aus der Region ist derzeit nicht möglich.

Komplett aus den hiesigen Nachrichten verschwunden ist Kamerun. Das passt zur Einschätzung des Norwegischen Flüchtlingsrats, der jährlich eine Liste vernachlässigter Vertreibungskrisen erstellt.

Die aktuelle Rangfolge führt erneut das Land in Zentralafrika an. Aufgrund mehrerer Krisen – Terroristen im Norden, im Südwesten ein Kampf zwischen Armee und nach Unabhängigkeit strebenden Milizen – gibt es mehr als 1,1 Millionen Binnenvertriebene.

Dass sich daran etwas ändert, ist unwahrscheinlich: Im Oktober will sich der 92 Jahre alte Langzeitherrscher Paul Biya zur Wiederwahl stellen.

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Screenshot: Arakan Army, YouTube

Vergessener Tod in Myanmar

In Asien spielt sich ebenfalls eine von der Weltöffentlichkeit wenig beachtete Krise ab: Seit einem Putsch im Februar 2021 ist das Militär an der Macht. Im darauf folgenden Bürgerkrieg starben Zehntausende Menschen. Hinzu kam vor einigen Monaten ein verheerendes Erdbeben mit Tausenden Toten.

Juntachef Min Aung Hlaing hat zwar für Ende des Jahres Wahlen angekündigt. Doch Beobachter sind skeptisch, ob dies tatsächlich zum Frieden führt: Der Juntachef selbst leitet die Wahlkommission. Überdies beschränkt ein Gesetz den freien Zugang zum Internet.

Afghanistan

Weitgehend ignoriert wird mittlerweile auch Afghanistan. Dabei gingen Bilder von dort vor vier Jahren um die Welt: Tausende Afghanen auf dem Rollfeld des Kabuler Flughafens mit der Hoffnung, das Land in letzter Minute vor der Machtübernahme der Taliban doch noch verlassen zu können.

An das Schicksal der afghanischen Zivilbevölkerung – vor allem die Rechte von Frauen und Mädchen wurden stark eingeschränkt – wird meist nur noch am Jahrestag (15. August) erinnert.

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Tipps & Tricks: Einführung in die afghanische Küche

afghan

Jenseits einer eher bedrückenden Gegenwart ist Afghanistan voller beeindruckender kultureller Traditionen. Dazu gehört auch seine Küche, die weit über die Landesgrenzen geschätzt wird. (iz). Gegenwärtig und insbesondere nach der Machtübernahme […]

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„Keinerlei Freiheit“: Caritas-Expertin über Frauen in Afghanistan

afghanistan frauen

Vor drei Jahren eroberten die Taliban Afghanistan im Handstreich zurück. Vor allem für Frauen fürchteten Menschenrechtler danach schwere Einschränkungen. Eine Expertin sagt nun: Es wird sogar noch schlimmer.

(KNA). Henrike Bittermann ist Afghanistan-Referentin bei Caritas international. Die katholische Hilfsorganisation ist seit Jahrzehnten mit humanitären, psychosozialen und medizinischen Projekten in Afghanistan aktiv. Drei Jahre nach der erneuten Taliban-Machtübernahme zeichnet sie ein drastisches Bild der Unterdrückung und des Schikanierens von Frauen. Hoffnung auf einen Wandel sieht sie derzeit nicht. Und das führe zu großer Verzweiflung und Angst.

Frage: Vor wenigen Tagen haben die Taliban – drei Jahre nach ihrer Machtübernahme – ein „Tugendgesetz“ zur „Prävention gegen das Laster“ veröffentlicht. Welche Folgen hat das neue Gesetz?

Henrike Bittermann: Wir dachten schon vorher, schlimmer kann es bei den Einschränkungen für Frauen nicht werden – aber es wurde schlimmer. Frauen müssen sich jetzt am ganzen Körper verschleiern. Der bislang übliche Hijab, bei dem das Gesicht offen bleiben dürfte, ist jetzt verboten. Frauen sollen in der Öffentlichkeit nicht mehr laut sprechen – manche Tugendwächter könnten das als vollständiges Sprechverbot auslegen. Frauen dürfen Männer nicht mehr anschauen. Und Frauen dürfen nur noch mit ihrem „Mahram“ – einem eng verwandten männlichen Aufpasser oder ihrem Ehemann – das Haus verlassen.

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Foto: UN Photo/Eric Kanalstein, www.unmultimedia.org/photo, via flickr

Frage: Was bleibt dann noch an Freiheiten?

Henrike Bittermann: Fast keine mehr. Der Alltag von Frauen findet zu 95 bis 99 Prozent nur noch im eigenen Haus statt. Über alle diese Vorschriften wacht die sogenannte Tugendpolizei. Diese Männer kontrollieren Frauen auf offener Straße und schikanieren sie. All das zielt darauf ab, Frauen Angst zu machen, damit sie nur noch zu Hause bleiben.

Frage: Wie kann eine Gesellschaft funktionieren, wenn die Hälfte der Menschen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen ist? Mädchen nur bis zur sechsten Klasse in die Schule gehen dürfen und Universitäten für Frauen Tabu sind?

Henrike Bittermann: Die Taliban sind so stark, dass sie ihre Regeln durchsetzen. Im Moment denken sie nicht an die langfristigen Folgen: Aber was wird künftig sein, wenn keine Ärztinnen oder Lehrerinnen mehr ausgebildet werden? Für Stellen, die nach islamischem Recht Männer gar nicht ausüben dürfen.

Frage: Könnten Frauen aus dem Land fliehen?

Henrike Bittermann: Kaum, es gibt überall im Land sehr scharfe Kontrollen und Checkpoints. Wenn überhaupt, können sich Frauen nur mit ihrem Mahram bewegen. Ich habe am Flughafen erlebt, wie alleinreisende Frauen nicht ins Flugzeug steigen durften. Und selbst wenn sie das Land mit ihrer Familie verlassen könnten – welche Perspektive hätten sie denn? Welches Land würde sie aufnehmen? Nicht nur Deutschland verschärft seine Migrationsgesetze.

Frage: Im Iran kam es nach Übergriffen der Tugendpolizei zu Massenprotesten – wäre das in Afghanistan auch denkbar?

Henrike Bittermann: Momentan auf keinen Fall! Die Taliban sind zu stark. Und es gab hier noch nie eine breite gesellschaftliche Bewegung gegen das Regime. Zwar wünschen sich natürlich auch viele Männer mehr Freiheiten für ihre Ehefrauen und für ihre Töchter. Sie hoffen, dass sie eine weiterführende Schule oder Universität besuchen können. Aber dass sie dafür auf die Straße gehen, in Widerstand gegen das Taliban-Regime, das ist, auch aus Angst, jenseits aller denkbaren Möglichkeiten.

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Journalisten-NGO ernüchtert über Hilfe für Afghanen

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Die Bundesregierung verfehlt ihre Ziele bei der Aufnahme bedrohter Afghanen deutlich. Angesichts des Sparkurses könnte das Programm auslaufen, obwohl noch Tausende auf Rettung warten. Reporter ohne Grenzen schlägt Alarm. (KNA). […]

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Drei Jahre nach Taliban-Rückkehr: Afghanistan krisengeschüttelt

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Niemand hatte geahnt, wie zügig die Taliban vor drei Jahren wieder die Macht in Afghanistan übernehmen konnten. Die Welt scheint sich damit abgefunden zu haben – das Land jedoch steht […]

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