
4 Fragen, die Sie stellen können, um die Zuverlässigkeit von Nachrichtenberichten und Beiträgen in sozialen Medien zum Krieg zwischen den USA und dem Iran zu beurteilen (The Conversation). In der […]
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4 Fragen, die Sie stellen können, um die Zuverlässigkeit von Nachrichtenberichten und Beiträgen in sozialen Medien zum Krieg zwischen den USA und dem Iran zu beurteilen (The Conversation). In der […]
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(The Conversation). Am Morgen, als die Angriffe begannen, schrieb der amerikanische Evangelist Franklin Graham auf X: „Betet für unser Militär bei der Operation gegen den Iran, für Präsident @realDonaldTrump und dafür, dass das iranische Volk von den Fesseln des Islam befreit wird.“ Mehr als 1.000 Zivilisten wurden seitdem getötet. Von André Gagné
In meinem Buch „American Evangelicals for Trump“ erkläre ich, wie eine der zeitgenössischen Interpretationen der „Endzeit“, der prämillennialistische Dispensationalismus, unter US-Evangelikalen nach wie vor großen Einfluss hat. Dispensationen werden als unterschiedliche Zeitabschnitte in der Geschichte angesehen, von denen man glaubt, dass sie von Gott bestimmt wurden, um die Angelegenheiten der Welt zu regieren und zu ordnen.
Diese Ideologie dient sowohl als Methode zur Auslegung der Bibel wie als Rahmen zum Verständnis ihrer Geschichte. Er lehrt, dass Christus vor der Endzeit wiederkehren und eine tausendjährige Herrschaft des Friedens und der Gerechtigkeit auf Erden einleiten wird, die gemeinhin als das Millennium bezeichnet wird.
Seit dem US-Angriff auf den Iran hat Greg Laurie, Gründer und Pastor der Harvest Christian Fellowship in Kalifornien, eine Reihe von Videos veröffentlicht, in denen er seine dispensationalistische Auslegung der aktuellen Events propagiert. Für ihn ist das nächste Ereignis auf „Gottes Kalender“ als die „Entrückung“ der Gemeinde bekannt, bei der „wiedergeborene“ Gläubige in den Himmel aufgenommen werden.
Foto: US-DoD/gemeinfrei
In manchen Auslegungen biblischer Prophezeiungen folgt auf sie die „Große Trübsal“, eine siebenjährige Zeit des Aufruhrs. Man glaubt, dass währenddessen das jüdische Volk seinen Tempel in Jerusalem wiederaufbauen wird, göttliche Gerichte die Erde heimsuchen werden und eine politische Figur namens Antichrist an die Macht gelangen wird.
Diese Zeit gipfelt bei dieser Weltanschauung in einer endgültigen Konfrontation zwischen Jesus und den vom Antichristen gegen Israel versammelten Völkern, genannt Armageddon. Danach soll Jesus sein tausendjähriges Reich von Jerusalem aus errichten, wobei die Nationen der Welt letztlich unter seine Herrschaft gebracht werden. Einige Evangelikale interpretieren den Konflikt von Iran und Israel durch dieselbe eschatologische oder „Endzeit-/Ende der Geschichte“-Brille.
Ihrer Auslegung zufolge werde der Iran in einigen prophetischen Auslegungen als eines der Länder identifiziert, die dazu bestimmt seien, eine Rolle in einem Konflikt zu spielen, der in Hesekiel 38–39 beschrieben wird und oft als die Schlacht von Gog und Magog bezeichnet wird.
Die evangelikale Influencerin Traci Coston bediente sich zudem einer numerologischen Wendung, um Darstellungen von Trump als neuen König Cyrus zu untermauern – eine Vorstellung, die von Lance Wallnau, einem einflussreichen Unternehmer aus der Pfingstbewegung, populär gemacht wurde.
Trump machte sich solche Ansichten über sich selbst zunutze und teilte am 9. März auf seinem Truth-Social-Account eine Prophezeiung aus dem Jahr 2007 von Kim Clement, einem Musiker, Pastor und beliebten Propheten, der 2016 verstorben ist.
Unter einigen Trump-nahen Führern in neopfingstlichen und -charismatischen Kreisen wird der Konflikt mit dem Iran als geistlicher Kampf interpretiert. Sie betrachten das Weltgeschehen als Teil eines andauernden Kampfes zwischen göttlichen und dämonischen Mächten und glauben, dass die Gebete der Christen dazu beitragen, das, was sie als böse Mächte ansehen, zurückzudrängen.
Foto: rawf8, Shutterstock
Lou Engle, ein US-amerikanischer neo-charismatischer Prophet, schrieb einen Tag vor dem Angriff, dass sich im Jahr 2006 eine Gruppe von 70 Gläubigen in Boston zu einer 40 Tage und Nächte dauernden Gebetszeit versammelt habe.
Er bezog sich dabei auf die Prophezeiung aus Jeremia 49,34–38, in der das Gericht über Elam – eine antike Region im heutigen Süden des Iran – angekündigt wird. Unter Berufung auf diesen Text sagte er, die Gläubigen hätten gebetet, „Gott möge den Bogen des Islam zerbrechen und seinen Thron im Iran errichten“.
Das jüdische Purimfest, das am 2. und 3. März gefeiert wurde, wurde herangezogen, um den aktuellen Krieg als geistliche Auseinandersetzung zu erklären. Diese Sichtweise gründet sich darauf, dass einige dieser pro-Trump-Pfingstführer Beispiele für kosmische Kämpfe in biblischen Texten sehen.
Die Vorstellung von einem weltweiten Erwachen in der Endzeit ist nicht neu. Die frühen Pfingstler glaubten ursprünglich, sie lebten in dieser Phase und dass die Gabe der Zungenrede für die Mission gegeben worden sei. Ausgestattet mit der übernatürlichen Fähigkeit, nicht erlernte Sprachen zu sprechen, konnten sie nun in die ganze Welt hinausgehen und das Evangelium vor der Wiederkunft Christi verkünden.
Später vertrat die Bewegung aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, bekannt als New Order of the Latter Rain, eine Gruppe, die 1948 in North Battleford, Saskatchewan, eine Erweckung erlebte, eine ähnliche Sichtweise.
Foto: The White House | gemeinfrei
Ihre Ansichten hatten letztlich einen tiefgreifenden Einfluss auf die charismatische Bewegung weltweit. Die „New Order“ spaltete sich von den klassischen Pfingstlern in Kanada ab, da sie unter den Pfingstlern eine „geistliche Dürre“ empfanden und nun nach einer neuen geistlichen Erfahrung suchten.
Wenn US-Außenminister Marco Rubio sagt, dass das iranische Regime „Entscheidungen auf der Grundlage von Theologie trifft, und zwar ihrer eigenen, apokalyptischen Auslegung der Theologie“, und Kriegsminister Pete Hegseth erklärt, dass „verrückte Regime wie der Iran, die von prophetischen islamistischen Wahnvorstellungen besessen sind, keine Atomwaffen besitzen dürfen; das ist gesunder Menschenverstand“, dann stellt diese Rhetorik Teheran als ein Land dar, das in einzigartiger Weise von religiösem Extremismus getrieben wird.
Dennoch wurden trumpistisch-orientierte christliche Führer im Oval Office willkommen geheißen, um dem Präsidenten im Gebet die Hände aufzulegen, während Trump prophetische Botschaften über seinen Aufstieg zur politischen Macht verstärkt hat und seinen Anhängern damit signalisierte, dass seine Präsidentschaft göttlich vorherbestimmt sei.
Der Kontrast ist auffällig. Wenn religiöser Glaube die Politik von Rivalen prägt, wird er als gefährliche Theologie abgestempelt. Tritt er jedoch in Washington auf, wird er als göttliche Vorsehung dargestellt.
* Übersetzt und veröffentlicht im Rahmen einer CC-Lizenz.
(iz). Der ansonsten eher zurückhaltend auftretende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trat am 24. März anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Auswärtigen Amtes ungewohnt undiplomatisch auf.
Er bezeichnete den von den USA und Israel begonnenen Irankrieg als „Völkerrechtsbruch“. Dieser Krieg sei für ihn völkerrechtswidrig, daran gebe es wenig Zweifel. Darüber hinaus bezeichnete er ihn als „politisch verhängnisvollen Fehler“. Er sei vermeidbar und unnötig gewesen.
Foto: US-DoD/gemeinfrei
Die bisher als „präventiv“ und „begrenzt“ präsentierte Aggression gegen Teheran hat sich innerhalb eines Monats zu einem offenen Regionalkrieg entwickelt, der sich nach wie vor einer klaren Prämisse entzieht, jedoch einer fatalen Logik der Eskalation folgt.
Dazu passt, dass der US-Präsident seit Beginn der Angriffe am 28. Februar wiederholt von unterschiedlichen Absichten, der Dauer des Konflikts und einem Endszenario sprach.
Mal war der Krieg fast entschieden, in anderen Momenten sollte er noch mehrere Wochen anhalten. So widerrief er am Morgen des 23. März ein für diesen Tag angekündigtes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus.
Am 28. Februar 2026 begannen koordinierte Luft- und Raketenangriffe auf iranische Führungseinrichtungen, Kommandozentralen, die Luftabwehr sowie Nuklearanlagen. Bei den ersten Schlägen wurde Revolutionsführer Ali Khamenei getötet, viele Spitzenfunktionäre kamen ums Leben.
Die von Washington als „Epic Fury“ bezeichnete Operation begann, obwohl die indirekten Nuklearverhandlungen unter omanischer Vermittlung offiziell noch nicht gescheitert waren. Bereits am ersten Tag wurde dabei eine iranische Schule getroffen, bei der nach dortigen Angaben bis zu 180 Schülerinnen ums Leben kamen.
In den ersten Stunden antwortete der Iran mit massiven Salven auf Israel, US-Basen in der Region sowie auf Ziele in Nachbarstaaten. Ein Teil der Angriffe wurde abgefangen, es gab jedoch Tote, Verletzte und erhebliche Schäden an der Infrastruktur. Schnell weitete sich das Schlachtfeld aus.
Während Tel Aviv und Washington weitere Wellen gegen Raketenstellungen, Marineeinheiten im Golf und dortige Einrichtungen flogen, nahm Teheran gezielt Städte in Israel, Luftwaffenstützpunkte und logistische Knotenpunkte in der Region ins Visier.
Foto: Dan Scavino | Lizenz: gemeinfrei
Innerhalb einer Woche waren mehr als ein Dutzend Staaten betroffen, so durch Überflüge, Raketenabbrüche, Cyberangriffe und Störungen des zivilen Luft- und Schiffsverkehrs. In der Straße von Hormus und im Golf von Oman wurden iranische und US-Schiffe beschossen. Tanker meldeten Vorfälle und die ersten Handelsschiffe änderten ihre Routen oder stellten ihre Fahrten ein.
Parallel zum externen Krieg verschärft sich die innere Repression im Iran: Schon im Januar 2026 hatten Sicherheitskräfte die größten Proteste seit 1979 mit tausenden Toten niedergeschlagen. Nun nutzt die neue Führung unter Mojtaba Khamenei den Kriegszustand, um Oppositionelle, Journalisten und Aktivisten weiter zu verfolgen.
Die Intensität der Raketenangriffe seitens Teherans hat mittlerweile etwas abgenommen, doch der Konflikt ist nicht entschieden. Die US-israelische Koalition kontrolliert die Lufträume und Seewege nur teilweise.
Foto: Avash Media//Wikimedia Commons | Lizenz: cc BY 4.0
Das Raketenarsenal des Irans ist geschwächt, aber nicht ausgeschaltet, und die Führungsstruktur des Regimes hat sich unter neuem Oberhaupt stabilisiert. Währenddessen droht jeder weitere eskalierende Schritt, wie die Zerstörung von Infrastruktur – etwa Entsalzungsanlagen, Wasser- und Elektrizitätswerke –, den Konflikt zu entgrenzen und zu verschärfen.
Trump ist sich bewusst, dass der Krieg im Land und bei Verbündeten auf Ablehnung stößt und die Weltwirtschaft destabilisiert. Am 16. März stiegen die Ölpreise auf über 87,59 Euro pro Barrel.
Netanjahu hingegen will ihn nicht beenden, ohne dem Iran eine entscheidende Niederlage zuzufügen, die zumindest dessen Atom- und Raketenprogramme beendet.

US-Muslime in einem politischen Klima, in dem Trumpismus, Kulturkampf und offen artikulierter Rassismus die Schlagzeilen bestimmen. (iz). Doch gerät eine nüchterne Tatsache schnell aus dem Blick: Die muslimische Minderheit in […]
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Unesco – Herausforderungen nehmen zu, nicht ab. Seit 80 Jahren ist die UN-Organisation eine globale Stimme für Kultur und Bildung. (KNA). Der Kölner Dom, die Klosterinsel Reichenau und die Pyramiden […]
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Spanischsprachige Muslime in den Vereinigten Staaten verzeichnen seit Jahren steigende Zahlen. Auch sie haben mit Vorurteilen zu kämpfen. (Islamic Horizons). In der US-Präsidentschaftsdebatte vom 10. September 2024 lieferten sich die […]
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Köln (IRD). Die Eskalation der Bombardierungen, die drastischen Kürzungen der humanitären Hilfe und internationale Sanktionen drohen, die Situation zu verschlimmern und die Fortschritte der letzten Jahre im Kampf gegen die Unterernährung von Kindern zunichte zu machen. Ein Arzt und ein Landwirt aus Zuhrah berichten.
Fachkräfte von Islamic Relief im Bereich Gesundheit und Ernährung im Jemen berichten, dass die Zahl der unterernährten Kinder zunimmt, so dass die Gesundheitszentren mehr Patienten aufnehmen, als sie aufnehmen können, und dass einige Kinder an Hunger sterben. Mehr als 55 Prozent der jemenitischen Kinder unter fünf Jahren leiden Berichten zufolge inzwischen an schwerer Unterernährung.
Tariq Hadi Mohammed, 36, ist Arzt in einem von Islamic Relief unterstützten Gesundheitszentrum und einer Klinik für therapeutische Ernährung im abgelegenen Bezirk Zuhrah, etwa 200 Kilometer nordwestlich der jemenitischen Hauptstadt Sana’a. Er berichtet, dass in diesem Gebiet bereits Kinder verhungert sind.
„Wir stellen jetzt eine Zunahme der Unterernährung bei Kindern fest und jeden Tag kommen mehr Fälle in der Station an. Die Unterernährung ist weit verbreitet, da die Lebensbedingungen schwieriger geworden sind.“
„Eines Tages fanden Dorfbewohner ein junges Mädchen, das wegen schwerer Unterernährung fast im Koma lag. Sie brachten sie in die Gesundheitsstation, ihr Körper war geschwollen und ihr Zustand kritisch. Wir begannen sofort mit der Behandlung und es ging ihr besser. Später wurde auch ihre jüngere Schwester gebracht … leider war es da schon zu spät. Sie war nur noch Haut und Knochen und ihr Körper war zu schwach, um sich zu erholen. Sie verstarb. Als ich ihren Zustand sah, musste ich weinen“, schildert Mohammed.
„Dies ist ein abgelegenes Gebiet, in dem es kaum Gesundheitsdienste gibt und diese schwer zu erreichen sind. Die Station hat eine Kapazität für 8.000 Menschen, aber unter den derzeitigen Umständen versorgen wir etwa 12.000, darunter sowohl Einheimische als auch vertriebene Familien. Wir behandeln viele Kinder, aber auch unterernährte schwangere Frauen und stillende Mütter“, berichtet der Arzt.
Zehn Jahre Krieg haben die Infrastruktur und die Wirtschaft des Jemen zerstört und Millionen von Menschen daran gehindert, eine angemessene Lebensgrundlage zu finden, um ihre Familien zu unterstützen. Infolgedessen sind rund 19,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen und 17,1 Millionen Menschen haben Schwierigkeiten, sich ausreichend zu ernähren. Deshalb ist der Erhalt der Gesundheitsrichtungen und Ernährungszentren im Land so wichtig.
Islamic Relief unterstützt 185 Gesundheitszentren und Kliniken für therapeutische Ernährung in fünf Gouvernements im Jemen, damit diese den vielen Familien, die sonst nirgendwo hingehen können, kostenlose Behandlungen anbieten. Im vergangenen Jahr haben sie über 249.617 schutzbedürftige Menschen mit Nahrungsmitteln versorgt.
Hadi Ali Huessien Qadri, ein Landwirt im Bezirk Zuhrah, brachte kürzlich seine unterernährte Tochter in ein von Islamic Relief unterstütztes Zentrum, wo sie sich nach einer Behandlung erholte. Er sagt, er könne mit seiner Landwirtschaft nicht genug Geld verdienen, um seine Familie zu ernähren und zu unterstützen.
„Ich hatte kein Geld, um mich um sie zu kümmern und ihr und ihrer Mutter genug zu essen zu geben. Deshalb ist sie krank geworden. Auch die Kinder meiner Nachbarn sind unterernährt und alles nur, weil sie ihre Familien nicht ausreichend versorgen können. Sie haben nur eine Mahlzeit pro Tag. Das ist im ganzen Dorf so… die Situation hier ist sehr hart“, sagt der Landwirt.
„Zehn Jahre Krieg haben die jemenitische Wirtschaft verwüstet, die Infrastruktur des Landes zerstört und den Zugang zu Dienstleistungen der Grundversorgung erheblich erschwert. In diesem schwierigen Umfeld haben wir unermüdlich daran gearbeitet, das Leid zu lindern, den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern und die Hilfe so transparent und effektiv wie möglich zu gestalten. Ich bin sehr stolz auf die Arbeit des Islamic Relief-Teams im Jemen, das 2,56 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und anderen wichtigen Hilfsgütern unterstützt“, sagt Khan und fährt fort.
„Doch während Millionen von Menschen von der humanitären Hilfe profitieren, bleiben Millionen weitere zurück, die mit Hunger, Gewalt und Krankheiten konfrontiert sind. Die Menschen hier brauchen dringend Unterstützung, aber die Krise wird von der Welt weitgehend vergessen. Die humanitäre Hilfe hat im Laufe der Jahre viel Positives bewirkt, indem sie den Menschen zu Nahrung, Arbeit, Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und Bildung verholfen hat. Doch die jüngsten Entwicklungen bedeuten, dass viele dieser Errungenschaften nun wieder ins Gegenteil verkehrt werden.“
Islamic Relief fordert die internationale Gemeinschaft auf, die humanitäre Finanzierung der Hilfe für den Jemen zu erhöhen, auf eine diplomatische Lösung der aktuellen Eskalation zu drängen sowie sicherzustellen, dass die Sanktionen keine Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben und die wirtschaftliche Entwicklung im Land zu unterstützen.
(IPS). Als einige der „autoritären und repressiven Regime“ der Welt zu Mitgliedern des UN-Menschenrechtsrats (HRC) gewählt wurden – darunter Kuba, China, Russland, Kasachstan und die Demokratische Republik Kongo (DRC) –, machte der US-Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher die berüchtigte Bemerkung:
„Die Insassen haben das Asyl übernommen, ich habe nicht vor, den Verrückten noch mehr amerikanische Steuergelder zum Spielen zu geben.“
Foto: Ludovic Courtès, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0
Diese Bemerkung weckte Erinnerungen an den preisgekrönten Hollywood-Klassiker „Einer flog über das Kuckucksnest“ aus dem Jahr 1975, in dem Jack Nicholson als rebellischer Patient in einer Nervenheilanstalt Chaos anrichtet und eine Gruppe protestierender Insassen anführt.
Anfang Februar beschlossen die USA, bildlich gesprochen, über das Nest zu fliegen – und sich aus dem in Genf ansässigen 47-köpfigen Menschenrechtsrat zurückzuziehen.
Dr. Simon Adams, Präsident und Leiter des Center for Victims of Torture, sagte gegenüber IPS, dass der Rat und alle UN-Gremien durch das aktive Engagement der USA besser und stärker würden.
„Jeder Staat, der sich aus dem Menschenrechtsrat zurückzieht, ermutigt nur die Diktatoren, Folterer und Menschenrechtsverletzer der Welt. In diesem Moment der Geschichte, in dem der Autoritarismus auf dem Vormarsch ist und die Menschenrechte in so vielen Teilen der Welt angegriffen werden, bleibt der Menschenrechtsrat unverzichtbar“, fügte er hinzu.
Botschafter ALA. Azeez, außenpolitischer Kommentator, der früher als ständiger UN-Vertreter Sri Lankas in Genf tätig war, sagte, dass der Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem UNHRC ein kontraproduktiver Schritt sei. Er schade sowohl den Interessen der USA als auch „der globalen Sache der Menschenrechte“.
Dieser Rückzug aus einer kritischen multilateralen Institution werde wahrscheinlich keine tiefgreifenden Veränderungen im Rat bewirken. Dies sei bei früheren Austritten nie der Fall gewesen und werde es auch dieses Mal nicht sein.
„Er nimmt den USA die Chance, sich konstruktiv mit Mitgliedern und Interessengruppen auszutauschen und so zur Stärkung des Multilateralismus im Bereich der Bürgerrechte beizutragen. Durch den Austritt verlieren die USA die Möglichkeit, die Diskussion zu beeinflussen, auf notwendige Reformen zu drängen und für ihre Werte einzutreten.
Der Multilateralismus im Bereich des Rechts, so argumentierte er, hänge vom Engagement und der Zusammenarbeit verschiedener Nationen ab; nicht von einem Staat oder einer kleinen Gruppe allein, so einflussreich sie sein mögen.
Dieser Rückzug komme einer Abdankung von der gemeinsamen Verantwortung für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte gleich. Er berge die Gefahr, ein geringeres Engagement der USA für sie zu signalisieren, das internationale Menschenrechtssystem zu untergraben und die Glaubwürdigkeit und moralische Autorität der USA auf der Weltbühne zu beschädigen, so Botschafter Azeez.
Selbst wenn strategische Überlegungen hinter dem Gedanken stehen mögen, sich aus multilateralen Gremien zurückzuziehen, ist die Ära der Unipolarität vorbei.
Foto: FDR Library, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0
Der Multilateralismus muss sich wieder behaupten und als vermittelnde Kraft zwischen konkurrierenden geopolitischen Interessen fungieren. „Die Bedeutung, sich weiterhin für multinationale Menschenrechtsbemühungen einzusetzen und von innen heraus sinnvolle Veränderungen voranzutreiben, kann nicht genug betont werden.“
Auf eine Frage bei der UN-Pressekonferenz am 4. Februar antwortete UN-Sprecher Stephane Dujarric: „Das ändert nichts an unserer Position zur Bedeutung des Menschenrechtsrats als Teil der gesamten Menschenrechtsarchitektur innerhalb der Vereinten Nationen.“
Amanda Klasing, Landesdirektorin bei Amnesty International USA, sagte, dass die Ankündigung, obwohl sie nicht einmal ordentliches Mitglied sind, nur der jüngste Schritt von Trump sei, um der Welt seine völlige und eklatante Missachtung der Menschenrechte und der internationalen Zusammenarbeit zu demonstrieren – selbst wenn dies die Interessen der USA schwächt.
In der symbolischen Stadt Dearborn (Michigan) haben sich arabischstämmige und muslimische WählerInnen von den Demokraten abgewandt – und Trump gewählt. Dessen Anhänger sprechen erneut von einem „Muslim-Bann“. (iz). Es war […]
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Bonn/Washington (KNA/IZ). „Kamala Harris steht an der Seite Israels“ steht groß in einer Werbeanzeige, die zu einem Video weiterleitet, das die Aussage mit Zitaten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin bestätigen soll. „Heuchlerische Kamala Harris steht an der Seite Palästinas, nicht unseres Verbündeten Israels“ heißt es dagegen in einer weiteren Anzeige. Erstere wird vornehmlich bei arabischen und einigen muslimischen Bevölkerungsgruppen, letztere bei Juden in den USA geteilt. Von Niklas Hesselmann
Letztlich verantwortlich dafür ist Elon Musk. Der Tech-Milliardär verbreitet die Anzeigen auf seiner Online-Plattform X. Er, der den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump unterstützt, will so Stimmung gegen dessen Konkurrentin machen. Musk erhofft sich von einem Wahlsieg des Republikaners nicht zuletzt mehr Freiheit für seine wirtschaftlichen Aktivitäten. Bei einem Interview mit Trump bot er sich gar als Berater in der künftigen Regierung an.
Außerdem setzt er sich nach eigenen Angaben für mehr Meinungsfreiheit ein; seit der Übernahme vor zwei Jahren beobachten Kritiker indes eine Zunahme von „Fake News“ und irreführenden Inhalten.
Von Januar bis August etwa veröffentlichte Musk selbst mehr als 50 Postings zur US-Wahl, die laut der NGO „Center for Countering Digital Hate“ Falschinformationen enthielten. Erreicht habe er damit mehr als eine Milliarde Menschen. Die politische Einflussnahme durch Desinformation kommt demnach nicht nur aus dem Ausland, etwa durch Russland oder China, sie komme auch aus dem Inland.
Foto: Kavi Design, Shutterstock
Eine aktuelle Recherche des „Wall Street Journals“ lässt derweil die Frage aufkommen, wie stark der russische Einfluss auf Musk ist. Demnach bestand von Ende 2022 bis mindestens Anfang dieses Jahres ein direkter Kontakt zwischen Musk und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. In der Zeit habe es Unterhaltungen zu geopolitischen, geschäftlichen und persönlichen Themen gegeben. Der Kreml dementierte, Musk äußerte sich bislang nicht dazu.
Für Aufsehen sorgte der Unternehmer zudem mit der von ihm gegründeten Lobbygruppe „America PAC“, die versprach, täglich eine Million Dollar unter registrierten Wählern in besonders umkämpften Swing States zu verlosen. Um teilzunehmen, sollte man eine von Musk initiierte Petition für freie Meinungsäußerung und gegen Zensur unterzeichnen. Experten zweifeln jedoch, ob die Aktion legal ist. Es droht juristischer Ärger.
Immer wieder wird auch über den Einfluss von Stars aus dem Showgeschäft auf den Wahlkampf diskutiert. Während Trump im Vergleich zu Harris deutlich mehr Follower in sozialen Medien verzeichnen kann, bekommt die demokratische Kandidatin prominente Unterstützung etwa von Taylor Swift. Als die Sängerin im September ihre Fans aufrief, sich für die Wahl zu registrieren, kamen dem innerhalb kurzer Zeit Hunderttausende nach.
Marketingforscher Raoul Kübler sieht aber einen wichtigen Unterschied: Während Swift nur eine einmalige Wahlempfehlung aussprach, unterstützt Musk kontinuierlich die Trump-Kampagne. „Daher würde ich die Rolle von Musk als deutlich dominanter und wahrscheinlich auch einflussreicher einschätzen als die einer Taylor Swift“, sagte Kübler der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
In einer über acht Jahre angelegten Studie fand der Forscher der Pariser ESSEC Business School mit Kollegen aus Boston und Münster Gründe, weshalb die diesjährige Wahl ähnlich ausgehen könnte wie 2016. Damals gewann Trump gegen Hillary Clinton, obwohl diese in den Umfragen vorne gelegen hatte.
In der kürzlich veröffentlichten Analyse untersuchten die Wissenschaftler mehr als 200 Millionen Postings im Zusammenhang mit den US-Wahlkämpfen seit 2016. Demnach vervierfachte sich die Anzahl von „Fake News“ von 2016 bis 2020; ein weiterer Anstieg werde vermutet. Im aktuellen Wahlkampf spielten etwa verbreitete Falschbehauptungen über Migranten und Hurrikan-Opfer Trump in die Karten.
Die Bedeutung von Social Media im Wahlkampf nehme weiter zu, so die Forscher. Flossen 2020 noch rund 14 Prozent des Werbebudgets in digitale Kanäle, liegt der Anteil im aktuellen Wahlkampf mit 30 Prozent mehr als doppelt so hoch.
Neben den offiziellen Ausgaben kommen die der sogenannten PACs (Political Action Committees) hinzu. Mit den Investitionen dieser Lobbygruppen wird das gesamte Social-Media-Budget laut Kübler auf über 650 Millionen Euro geschätzt. Dennoch hält die Studie fest, dass der Einfluss über die klassischen Medien nach wie vor nicht zu vernachlässigen sei.
Welche Themen auf die Agenda kommen, entscheide sich allerdings oft in den sozialen Medien. „Wer es schafft, Themen in die Online-Debatte zu bringen, schafft es auch, dass diese irgendwann in der Medienwelt auftauchen“, so Kübler. „Und die Medienwelt sorgt dann dafür, dass diese Themen auch wahlentscheidend werden.“ Es seien vor allen Dingen Desinformationskampagnen und Provokation, die zu Diskussionen auf Social Media führten und darüber sowie über Mundpropaganda klassische Medien beeinflussten.
Die Studie stellt große Unterschiede zwischen den Kandidaten heraus: Im Wahlkampf 2016 beispielsweise schaffte es Trump mit Hilfe seines Kampagnen-Teams, soziale Medien zu nutzen, um seine Medienpräsenz deutlich zu steigern.
Auch im diesjährigen Wahlkampf sei Trump in den Nachrichtenmedien überrepräsentiert – und das, obwohl sein Gesamtbudget für den Wahlkampf laut Wahlkommission mit aktuell über 375 Millionen US-Dollar deutlich geringer ist als die über 900 Millionen US-Dollar auf demokratischer Seite. Einzig zu Beginn der Kandidatur von Harris habe der mediale Fokus auf ihr und ihrem Vize-Kandidaten Tim Walz gelegen. Dies habe sich inzwischen geändert.
Es sei nebensächlich, ob die Kampagne gegen den anderen geführt werde oder die eigene Person in den Mittelpunkt rücke. „Das Wichtige ist, dass man Debatte schafft“, so Kübler: „Inhalt wird immer unwichtiger.“ Trumps Vorsprung in den sozialen Medien basiere auch darauf, dass er mit polarisierenden Themen immer wieder Diskussionen auslöse. „Dementsprechend glaube ich, dass Trump mit einem gewissen Vorteil in die Wahlnacht geht.“
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