,

Taliban „hebeln“ laut Amnesty International Menschenrechte aus

Foto: John Smith, Shutterstock

BERLIN (Amnesty International). Die Taliban sind dabei, die Errungenschaften der vergangenen zwanzig Jahre im Bereich der Menschenrechte zu demontieren, so Amnesty International in einem am Montag veröffentlichten Briefing, in dem die Menschenrechtsorganisation zusammen mit der Internationalen Föderation für Menschenrechte und der Weltorganisation gegen Folter das Vorgehen der Taliban seit ihrer Eroberung von Kabul vor etwas mehr als fünf Wochen dokumentiert. 

Entgegen den wiederholten Beteuerungen der Taliban, die Rechte der Afghan_innen zu respektieren, enthält das Briefing „Afghanistan’s fall into the hands of the Taliban“ viele Menschenrechtsverletzungen, darunter Völkerrechtsverbrechen wie gezielte Tötungen von Zivilist_innen und sich ergebenden Soldaten sowie die Blockade humanitärer Hilfslieferungen im Panjshir-Tal. Auch die Rechte von Frauen, die Meinungsfreiheit und die Zivilgesellschaft wurden erneut eingeschränkt. 

Julia Duchrow, Stellvertreterin des Generalsekretärs von Amnesty International in Deutschland, sagt: „Angesichts des vorherrschenden Klimas der Angst in Afghanistan ist es jetzt umso vordringlicher, dass die Bundesregierung alles in ihrer Macht Stehende tut, um zahlreichen durch die Taliban gefährdeten Menschen, wie z.B. Menschenrechtsverteidiger_innen und Journalist_innen, Schutz in Deutschland zu ermöglichen. Sie muss die Betroffenen jetzt schnell über die vergangene Woche beschlossenen 2.600 Aufnahmezusagen informieren, sie bei der Ausreise aus Afghanistan unterstützen und sicherstellen, dass die Botschaften der Nachbarländer mit Hochdruck Visaverfahren durchführen und die Menschen von dort evakuiert werden können. Wir fordern von der Bundesregierung, sich auch über die Aufnahmezusagen hinaus in Zukunft für Personen einzusetzen, die im Visier der Taliban stehen.“