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Zeit für Stimmungsmacher: Die permanente
Krisenstimmung gefährdet die seelische Gesundheit

Ausgabe 319

Foto: Tim, Adobe Stock

(iz). Die qur’anische Aussage, wonach keine Seele mit mehr belastet wird, als sie tragen kann, gehört zu tröstenden Einsichten dieser Zeit. Der tägliche Blick in die Medien und eine Berichterstattung, die auf negative Meldungen fokussiert ist, führt den Konsumenten immer wieder an die Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit.

Immer mehr Menschen werden von unseren aktuellen Krisen negativ gestimmt, sorgen sich um ihre ökonomische Existenz oder befürchten die Spaltung der Gesellschaft. Phänomene wie Angst, Einsamkeit oder Depression sind inzwischen verbreitete Krankheitsbilder in einer verunsicherten Gesellschaft.

Auf dieser Grundlage ist es eine wichtige Aufgabe der Glaubensgemeinschaften, nach innen und außen optimistisch aufzutreten. Die Botschaft ist klar: Die Lage des Menschen ist immer ernst, aber niemals hoffnungslos. Zu den wichtigsten Aufgaben unserer Gemeinschaften und Moscheen gehört, das soziale Band zwischen uns zu stärken. Unser Weltbild bestimmen dabei nicht nur die neuen erhabenen Objekte der Ideologie, sei es Sicherheit, Klima oder Gesundheit, sondern eben auch das Vertrauen auf den Schöpfer.

Das heißt nicht, die zahlreichen Probleme einfach zu ignorieren, sondern das eigene Wissen um die seelische Gesundheit des Menschen einzubringen. „Der Geist formt den Körper“, heißt es bereits bei Schiller. Es ist ein Zeichen besonnener Politik, dass sie die Angst der Bevölkerung nicht ausnutzt, sondern ihren Optimismus stärkt.

Neben den langfristigen Herausforderungen der Klimaerwärmung und der Bewältigung der Pandemie tritt das Problem der Inflation, das in den nächsten Jahren geeignet ist die deutsche Gesellschaft weiter zu spalten. Die bestehende Kluft zwischen Arm und Reich wird durch die Geldentwertung weiter verstärkt werden. Man ahnt nur, was es für die Dynamik der gesellschaftlichen Konflikte bedeuten würde, wenn sich dieser Trend weiter fortsetzt.

Die anstehenden Debatten um Menschenwürde, Gerechtigkeitsfragen oder die Bewahrung der Schöpfung berühren die Kernkompetenzen der islamischen Gemeinschaft. Die Orientierung der Muslime war es immer, den Mittelweg zu suchen und die Extreme zu meiden. Die Idee einer solidarischen Gesellschaft, die sich um einen Konsens bemüht und nur im Extremfall Menschen ausgrenzt, sollte das Leitbild für unsere gesellschaftlichen Bemühungen sein. Dabei ist es, wie zum Beispiel die aktuelle Debatte um die Impflicht zeigt, ein Unterschied, ob sich sogenannte Verweigerer auf ihr Gewissen oder auf eine abwegige Ideologie berufen.