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Herausragende Frauen als Vorbilder nicht vergessen!

Ausgabe 334

Frauen Vorbilder
Foto: YouTube

Herausragende Frauen wie Gelehrte, Sufi-Meisterinnen und Herrscherinnen spielten in vielen Perioden der muslimischen Geschichte eine herausragende Rolle. 

Allerdings ging das Wissen über sie in Phasen des Verfalls beinahe vollständig verloren. Längst schon haben sich Gelehrte des Islam mit der Neuentdeckung ihrer Personen und ihres Werks gewidmet.

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März dieses Jahres veröffentlichte der Historiker Ali Al Olomi eine kurze Aufstellung einiger der vielen Frauen, die für die Weitergabe des Islam und der Herausbildung muslimischer Zivilisation wichtig waren:

Rufaida Al-Aslamija

Rufaida Al-Aslamija gilt als die erste Chirurgin der muslimischen Geschichte. Im 7. Jahrhundert operierte sie als Feldchirurgin die Verwundeten. Im Laufe der Zeit nahm sie Schüler an und lehrte sie die Heilkunst.

Umm Al-Darda

Umm Al-Darda war ebenfalls eine bekannte Lehrerin. Sie unterrichtete islamisches Recht im Damaskus des 7. Jahrhunderts. Dort wurde sie eine Lehrerin des umaijadischen Kalifen Abd Al-Malik. Die Forscherin Asma Sayeed schrieb in ihrem Buch, dass Umm Darda und der Kalif stundenlang vor dem Eingang des Felsendoms miteinander sprachen.

Amra bint Abdurrahman

Amra bint Abdurrahman kam in der gleichen Zeit zu Ruhm als Hadithgelehrtin und vertrauenswürdige Überlieferin von prophetischen Aussagen. Sie war ­zuerst Schülerin von ‘A’ischa und ihre ­Sekretärin. Sie war so gebildet, dass sie die Urteile anderer Richter korrigierte.

Hafsa bint Sirin

Hafsa bint Sirin war Zeitgenossin der beiden eben genannten Frauen. Sie lebte in Basra, wo sie Meisterschaft in den Hadithwissenschaften erwarb.

Fatima Al-Batajahija

Fatima Al-Batajahija reiste ein Jahrhundert später auf die Pilgerfahrt nach Mekka. Ihr Ruf als Lehrerin ging ihr voraus, sodass andere Pilger zu ihr strömten, um sie sprechen zu hören. Schließlich ließ sie sich in Medina nieder, wo sie in der Prophetenmoschee lehrte. Dabei ließ sie niemals das Grab des Gesandten Allahs aus ihren Augen.

Fatima Al-Samarqandi

Jahrhunderte später wurde Fatima Al-Samarqandi wegen ihrer legendären Beherrschung der Rechtswissenschaft Beraterin von Nur ad-Din. Er war ein Herrscher im 12. Jahrhundert, der die Muslime gegen die Kreuzfahrer organisierte. Sie war seine Lehrerin sowie Beraterin in Sachen Religion und Recht.

Eine Frau (links) im spanischen Sevilla nimmt vor Zeugen
den Islam an. (Foto: Fundación Mezquita de Sevilla)

Diese Frauen waren nicht nur Gelehrte im Sinne eines intellektuellen Interesses, sondern wichtige Wissensvermittlerinnen. Sie waren Teil von Netzwerken des Lernens und gaben das Gelernte an andere weiter. Frauen waren nicht nur in den Bereichen Recht und Lehre tätig, sondern auch in vielen anderen des geistigen Lebens. Viele beschäftigten sich mit den Wissenschaften und sogar mit militärischer Strategie.

Lubna von Cordoba

Lubna von Cordoba war nicht nur in Mathematik, sondern auch in Grammatik, Poesie, Literatur und Kalligraphie bewandert. Sie erregte die Aufmerksamkeit des Kalifen al-Hakim II. und wurde seine Sekretärin sowie Chefbibliothekarin. Sie begann ihr Leben als Sklavin, erlangte aber eine Ausbildung und ihre Freiheit. Sie sammelte und verwaltete eine der größten Bibliotheken der Welt mit rund 400 000 Büchern. Sie akkumulierte nicht nur, sondern transkribierte, schrieb und kommentierte einige der großen Werke der Philosophie, Mathematik und Wissenschaft.

Biji Munajjima

Jahrhunderte später und tausende Kilometer entfernt in Afghanistan war Biji Munajjima eine berühmte Mystikerin und Gelehrte, die ihr religiöses Wissen mit ihrer Beherrschung der Astralwissenschaften verband. Sie war versiert in persischer und indischer Mathematik, Astronomie und Astrologie.

Amina, die Königin der Zazzu

Im 16. Jahrhundert war Amina, die Königin der Zazzu in Westafrika, eine legendäre Kriegerin und Gelehrte. Schon als Thronfolgerin erwarb sie sich einen hervorragenden Ruf als Kämpferin und erweiterte nach der Thronbesteigung ihr Territorium. Über den Krieg hinaus war es ihr Studium der Militärtaktik und ­Architektur, das ihren Ruf festigte. Sie ­errichtete berühmte befestigte Städte und Mauern, die später nach ihr benannt ­wurden.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die reiche Geschichte der weiblichen Intellektuellen, Gelehrten und Denker der ­islamischen Welt.