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Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 371: vom Iran-Krieg bis zur Relevanz des Sudan

Ausgabe 371

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Foto: Tomas Ragina/Shutterstock

Auslands-Kurzmeldungen Ausgabe 370: In dieser Ausgabe behandeln wir u.a. den Iran-Krieg, den Tod von Flüchtlingen sowie die Lage in Palästina.

Globale Krise: Guterres verlangt Hormus-Öffnung

NEW YORK (MEMO). UN-Generalsekretär Antonio Guterres forderte am 27. April laut Anadolu angesichts der ins Stocken geratenen Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran die Wiederöffnung der Straße von Hormus. „Ich appelliere an die Parteien: Öffnet die Straße. Lasst die Schiffe passieren. Keine Gebühren. Keine Diskriminierung. Lasst den Handel wieder laufen. Lasst die Weltwirtschaft atmen“, sagte Guterres bei einer hochrangigen Debatte des UN-Sicherheitsrats zur maritimen Sicherheit. Die Straße von Hormus – durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls und Flüssigerdgases fließt – ist seit Anfang März von erheblichen Störungen betroffen, nachdem die USA und Israel am 28. Februar eine gemeinsame Offensive gegen den Iran gestartet hatten. Der Krieg ist derzeit unterbrochen, und es laufen Bemühungen, ihn dauerhaft zu beenden. „Seit Anfang März hat die Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus die globale Energiesicherheit, die Nahrungsmittelversorgung und den Handel beeinträchtigt. Die Straße von Hormus ist einer der weltweit kritischsten maritimen Engpässe“, sagte Guterres. Eine sichere, ungehinderte Durchfahrt sei ein wirtschaftliches und humanitäres „Gebot“, sagte er und fügte hinzu: „Der wirtschaftliche Schock war unmittelbar – und jeder zahlt den Preis dafür.“ Er betonte, dass das Völkerrecht gewahrt werden müsse, einschließlich der durch das Seerecht garantierten Navigationsrechte. Er verwies auf die Resolution 2817 des UN-Sicherheitsrats und betonte, dass die sichere und ungehinderte Durchfahrt durch die Meerenge ein grundlegendes Prinzip sei.

Foto: Nick Brundle

Jerusalem: Schutz der heiligen Stätten gefordert

AMMAN (KNA). Mehrere arabische Länder haben Israel wiederholte Verstöße gegen den historischen und rechtlichen Status quo an muslimischen und christlichen heiligen Stätten in Jerusalem vorgeworfen. Die Stätten müssten geschützt und ihr Status gewahrt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Jordaniens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesiens, Pakistans, der Türkei, Saudi-Arabiens, Katars und Ägyptens vom 23. April. Unter anderem verurteilten die Unterzeichner das Verhalten radikaler jüdischer Israelis, die wiederholt und unter dem Schutz der dortigen Polizei in provokanter Weise auf das Gelände des Haram al-Scharif eindrangen und israelische Flaggen hissten. Dies sei eine nicht hinnehmbare Provokation gegenüber Muslimen weltweit und verletze die Heiligkeit Jerusalems.

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Rund 8.000 Menschen bei Flucht gestorben

GENF (KNA). Europa verzeichnete zuletzt einen Rückgang der Migration. Dabei haben sich die globalen Fluchtrouten nach UN-Angaben nur verschoben. Die Suche nach einer sicheren und gedeihlichen Existenz endet für viele mit dem Tod. Fast 8.000 Migranten sind im vergangenen Jahr tot oder vermisst gemeldet worden. Damit stieg die Zahl derer, die weltweit seit Beginn der Datenerfassung 2014 auf dem Weg zu einem besseren Bestimmungsort ums Leben kamen, auf über 82.000, wie die Internationale Organisation für Migration am 21. April mitteilte. Nach dem Rekord im Vorjahr mit knapp 9.000 Toten ist das ein leichter Rückgang. Zwar gehe in einigen Regionen die Zahl zurück; allerdings verlagerten sich nur die Migrationsrouten. Der „menschliche Preis für unsichere Migration“ steige weiter an, hieß es. „Weniger Bewegungen bedeuten nicht automatisch sicherere Reisen“, hieß es in der Mitteilung. Um Menschenleben zu retten, brauche es engere internationale Zusammenarbeit und dauerhafte Investitionen in evidenzbasierte Maßnahmen.

Söldner

Foto: Telegram/Russian Union Of International Security Officers

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Moskau „nutzt“ Afrikaner als „Kanonenfutter“

KAIRO (IPS/IZ). Russland intensiviert die Rekrutierung afrikanischer Männer als Kanonenfutter im Ukraine-Krieg. Laut IPS-Analyse sind 1.417 Fälle dokumentiert, hauptsächlich aus Ägypten, Kamerun und Ghana; 22 Prozent (316) starben, oft nach nur sechs Monaten. Mit falschen Versprechen von Jobs als Sicherheitskräfte oder Handwerker werden sie nach Russland gelockt, zu russischsprachigen Verträgen gezwungen und mit minimaler Ausbildung an die Front geschickt. Diese Strategie knüpft an Putins Afrika-Politik an: Wagner-Nachfolger in Ländern wie Mali und Zentralafrika sichern Rohstoffe im Tausch gegen Söldner. Mittelsmänner wie Social-Media-Influencer und Schlepper profitieren; Jacob Zumas Tochter soll Südafrikaner angeworben haben. Mehrere Staaten handeln: Kenia holt Gefangene zurück, Ghana meldet 55 Tote und fordert Freilassungen, Südafrika verhaftet Netzwerke. Doch viele Regierungen schweigen aus Rücksicht auf Moskau. Zivile Hilfe gegen Armut ist gefordert.

Opfer lehnen Verlegung von Mörder Mladic ab

DEN HAAG (IZ). Opferverbände des Bosnienkriegs lehnen eine Verlegung des Kriegsverbrechers Ratko Mladić nach Serbien ab. Fünf Organisationen warnten IRMCT-Präsidentin Graciela Gatti Santana in einem Brief vor einer „schweren Ungerechtigkeit“ gegenüber den Opfernfamilien. Der 84-Jährige, seit 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Völkermordes in Srebrenica (über 8.000 Tote) und weiterer Verbrechen, erlitt vor wenigen Wochen einen Schlaganfall. In Serbien verehren viele Mladić als Helden. Die Entscheidung des Internationalen Mechanismus für Strafgerichtshöfe steht aus.

Foto: Mohammad Mojibur Rahman/IPS

Hunderte im letzten Jahr bei Flucht gestorben

GENF (KNA). Weiter machen sich Tausende Angehörige der muslimischen Minderheit in Myanmar auf die Flucht. Das vergangene Jahr war für sie das tödlichste seit Beginn der UN-Aufzeichnungen. Fast 900 Rohingya-Flüchtlinge sind nach UN-Angaben im vergangenen Jahr in der Andamanensee und im Golf von Bengalen gestorben oder verschollen. Dies war die höchste Zahl von Opfern seit Beginn der Aufzeichnungen über die Flucht auf dem Seeweg in Süd- und Südostasien, teilte der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR Babar Baloch mit. Trotz der hoher Risiken begeben sich weiterhin Tausende Rohingya-Flüchtlinge auf den Seeweg. Gründe sind anhaltende Konflikte, Verfolgung und fehlende Aussichten auf Staatsbürgerschaft. Die Boote, die oft überfüllt und seeuntüchtig sind, legen meist von Cox’s Bazar in Bangladesch oder vom Rakhaing-Staat in Myanmar ab.

Europarat rügt Deutschland bei Grundrechten

STRASSBURG (KNA/IZ). Der Schutz jüdischen Lebens und Israels vor Angriffen hat hier hohen Stellenwert. Aus Sicht des Menschenrechtskommissars des Europarats schränken deutsche Behörden dabei Grundrechte unverhältnismäßig ein. Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, hat sich besorgt über zunehmende Gewalt und Drohungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen in Deutschland geäußert. Zugleich bekundete er in einem am 22. April in Straßburg veröffentlichten Bericht Sorge angesichts einer aus seiner Sicht unangemessene Anwendung des Antisemitismus-Begriffs. Damit würde legitime Kritik eingeschränkt.

Foto: ICJ

Prozess wirft ein Licht auf Rohingya-Genozid

JAKARTA (IPS/Z). Indonesien ermöglicht erstmals Genozidanklage gegen Myanmars Junta-Chef Min Aung Hlaing. Rohingya-Aktivistin Yasmin Ullah reichte am 13. April Klage beim Generalstaatsanwalt ein: Verantwortung für 2017-Massaker mit 24.000 Toten, Vergewaltigungen und Vertreibung von 700.000 Muslimen. Neue Strafgesetze erlauben universelle Gerichtsbarkeit für Völkerrechtsverbrechen. Der Putschist und neue Präsident steht unter ICC-Haftbefehl und vor IGH-Anhörungen (Gambia-Klage seit 2019). Ähnliche Fälle in Argentinien und Timor-Leste; Myanmar reagiert mit Diplomaten-Ausweisungen. Als UN-Menschenrechtsratspräsident 2026 kann Indonesien den Druck verstärken.

Trump: Blockade ist ein „sehr gutes Geschäft“

WASHINGTON (MEMO/IZ). US-Präsident Trump bezeichnete die Blockade der Straße von Hormus als „ein sehr gutes Geschäft“. Bei einer Lagebesprechung im Lageraum des Weißen Hauses erklärte er, die Sperrung iranischer Häfen und Ölexporte sei wirtschaftlich lukrativ. Die Meerenge, durch die ein Fünftel des Weltöls fließt, ist seit Februar 2026 umkämpft. Nach gescheiterten Verhandlungen in Islamabad ordnete Trump das Abfangen von Schiffen an – auch für Mautzahler an Teheran. Die Ölpreise stiegen danach auf über 100 Dollar.

jerusalem

Foto: Lila Torlin, Shutterstock

Aktivisten: mehr Siedler in Ost-Jerusalem

JERUSALEM (KNA/IZ). Im Ostjerusalemer palästinensischen Stadtviertel Scheich Jarrah soll eine strengreligiös-jüdische Religionsschule (Jeschiwa) gebaut werden. Die Organisation Ir Amim (Stadt der Völker) warnte am 23. April: „Sollte der Plan umgesetzt werden, würde dies die Präsenz von Siedlern im Viertel erheblich verstärken, Sicherheitsbedenken bei den palästinensischen Bewohnern schüren und den Charakter des Ortes weiter verändern“. Die NGO setzt sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern ein. Der Streit um Scheich Jarrah hält seit langem an.

Warnung vor „Feindseligkeit“ gegen Christen

ROM (IZ). Italien warnt vor wachsender Feindseligkeit gegenüber Christen nach israelischem Angriff auf eine Nonne in Jerusalem. Außenminister Antonio Tajani rief zu besserem Schutz in Israel, Gaza, Westjordanland und Südlibanon auf: „Ein Bild zunehmender Feindschaf zeichnet sich ab“. Der Vorfall passe in eine Serie von Einschränkungen. Regierungschefin Giorgia Meloni nannte es eine Beleidigung der Religionsfreiheit; der Tel Aviver Botschafter wurde einbestellt. Der Vatikan und die EU kritisierten Angriffe auf Klöster wie die Dormitio-Abtei.

Foto: IDF Spokesperson’s Unit, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Opferzahlen steigen auf 2.659 Kriegstote

BEIRUT (IZ). Die Zahl der Toten durch Angriffe während israelischer Operationen im Libanon sind auf 2.659 Opfer gestiegen, meldet das dortige Gesundheitsministerium. 7.863 wurden seit März verletzt. Und mehr als eine Million Vertriebene und Milliardenschäden belasten das Land. Trotz der US-iranischen-Waffenruhe halten die Kämpfe gegen die Hisbollah an. Bei jüngsten Luftangriffen im Südlibanon starben 12 Menschen, darunter ein Kind, 25 wurden verletzt. Die WHO dokumentierte mittlerweile 92 Angriffe auf Kliniken und Brückenzerstörungen, was Hilfen behindert.

CNN: Bisher Angriffe auf 16 US-Militärbasen

ANKARA (IZ). Der Iran und seine Verbündeten haben im jüngsten militärischen Konflikt nicht weniger als 16 US-Basen in acht Ländern des Nahen Ostens angegriffen, wobei einige davon „praktisch unbrauchbar“ wurden, berichtete CNN am 1. Mai unter Berufung auf Quellen. Der Bericht stützte sich auf Dutzende von Satellitenbildern und Interviews mit ihnen aus den USA und den arabischen Golfstaaten, und die betroffenen Einrichtungen machen den „Großteil der US-Militärstützpunkte“ in der Region aus. „Es gab ein breites Spektrum an Einschätzungen“, sagte eine Quelle. „Von einer ziemlich dramatischen Sichtweise, wonach die gesamte Anlage zerstört ist und stillgelegt werden muss, bis hin zu Führungskräften, die sagen, dass es sich lohnt, diese Anlagen zu reparieren, da sie den USA einen strategischen Vorteil verschaffen.“

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Foto: Shutterstock

Terroranschlag auf Impfteam gegen Polio

ISLAMABAD (KNA). Pakistan ist einer der letzten Staaten weltweit, in denen Polio noch nicht ausgerottet ist. Die Regierung hatte dafür eine Impfkampagne gestartet. Für die Gesundheitshelfer ist die Arbeit aber brandgefährlich. Bei einem islamistischen Angriff auf ein Polioimpfteam sind am 13. April ein Polizist getötet und vier weitere verletzt worden. Pakistan ist eines der letzten Länder, in denen Kinderlähmung noch nicht verschwunden ist.

MSF-Vorwurf: Israel enthält Gaza Wasser vor

GENF (IZ). Ärzte ohne Grenzen (MSF) wirft Israel vor, Wasser als Waffe der Kollektivbestrafung in Gaza einzusetzen. Seit Oktober 2023 zerstörten israelische Streitkräfte fast 90 Prozent der Wasser- und Sanitärinfrastruktur – Entsalzungsanlagen, Bohrlöcher, Leitungen und Kanalisation –, heißt es in einem neuen MSF-Bericht. Mitarbeiter dokumentierten Schüsse auf markierte Wassertanklaster und Zerstörung lebenswichtiger Brunnen. Israelische Angriffe auf Wasserstellen töteten Zivilisten, darunter Kinder. Der Wasserentzug sei Teil eines Musters inhumaner Bedingungen, kritisiert die Organisation.

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Foto: Anas Mohammed, Shutterstock

Viele Opfer sind Frauen und Mädchen

NEW YORK (KNA). Über 38.000 Frauen und Mädchen sind laut einem aktuellen Bericht während des Krieges in Gaza getötet worden. Das entspreche 47 Todesopfern am Tag, heißt es in der am 17. April veröffentlichten Aufstellung von UN Women. Dabei sei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen, da weiterhin Menschen unter Trümmern vermutet würden. Hinzu kämen rund 11.000 Frauen und Mädchen, die durch Kriegshandlungen schwer verletzt wurden, viele mit lebenslangen Folgeschäden.

Wadephul: Sudankrieg geht die Welt an

BERLIN (KNA). Auf die Kriegsparteien im Sudan muss nach Ansicht von Außenminister Wadephul (CDU) internationaler Druck ausgeübt werden. „All jene, die Einfluss haben, das Morden und Sterben zu beenden, sind politisch und moralisch aufgefordert, diesen Einfluss auch auszuüben“, sagte er anlässlich der Geberkonferenz am 15. April in Berlin. Das gelte insbesondere für die Kräfte, die den einzelnen Kriegsparteien nahe stünden. „Der Krieg geht die Welt an“, so Wadephul weiter. Es müsse endlich eine Waffenruhe erreicht werden.

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