Ein Narrativ zerfällt. Im Nachgang wird die Operation Luxor dekonstruiert

(iz). „Ein nie dagewesener Schlag gegen ‘Islamisten’ in Österreich sollte die Operation Luxor sein. Stattdessen wird die Razzia wohl als beispielloser Missbrauch von Justiz und Sicherheitsbehörden in die Geschichte des Landes eingehen“, schrieb unser Gastautor Fabian Goldmann in der Augustausgabe dieser Zeitung über diese unrühmliche Großrazzia. Knapp zwei Jahre, nachdem Spezialeinheiten im ganzen Land die […]

03.02.2023 Ali Kocaman 2 Min. Lesezeit
kurzmeldungen Operation Luxor Österreich Wien

Der damalige Innenminister Nehammer ließ die Razzia am 09.11.2020 öffentlichkeitswirksam ablaufen. (Foto: APA-BMI)

(iz). „Ein nie dagewesener Schlag gegen ‘Islamisten’ in Österreich sollte die Operation Luxor sein. Stattdessen wird die Razzia wohl als beispielloser Missbrauch von Justiz und Sicherheitsbehörden in die Geschichte des Landes eingehen“, schrieb unser Gastautor Fabian Goldmann in der Augustausgabe dieser Zeitung über diese unrühmliche Großrazzia.

Knapp zwei Jahre, nachdem Spezialeinheiten im ganzen Land die Wohnungen und Geschäftsräume muslimischer Bürger stürmten, war schon klar: Bei Österreichs vermeintlich größtem Schlag gegen Islamisierung, Politischen Islam und Muslimbruderschaft handelte es sich bestenfalls um die größte Einschüchterungskampagne gegen gewöhnliche muslimische Bürger, die das Land je gesehen hat. Wobei der letzte Satz nicht ganz richtig ist. Denn glaubwürdige Hinweise, dass es sich bei Operation Luxor um eine Luftnummer handelte, gab es nicht erst im Rückblick.

Von Anfang an wiesen Journalisten, Juristen und andere Experten auf die dünne Begründung und fehlenden Beweise für die Aktion hin. Schon in der Anordnung suchte man vergeblich nach handfesten strafrechtlichen Vorwürfen, die die Aktion legitimierten und Bild einer weit verbreiteten terroristischen Bedrohung und islamistischen Unterwanderung der österreichischen Gesellschaft belegten.

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