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Kakao: Preissenkung auf Kosten der Produzenten

Foto: Chris Terry | Fairtrade

Köln (Fairtrade). Die Elfenbeinküste, einer der größten Kakaoproduzenten weltweit, hat 2019 einen fixen Aufpreis – das Living Income Differential – für Kakao eingeführt, um so zu besseren Einkommen von Kakaobäuerinnen und -bauern beizutragen. Was als beispielhafte Maßnahme galt, wurde nun durch eine drastische Senkung des Kakaopreises im Land um 25 Prozent konterkariert.

TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) kritisiert dies scharf. „Diese Preissenkung wird auf den Rücken der Kakaoproduzenten ausgetragen. Der Aufpreis war ein Hoffnungsschimmer, um endlich bessere Einkommen im Kakaoanbau zu erreichen. Nun müssen die Produzenten um ihre Zukunft bangen“, sagt Vorstandsvorsitzender Dieter Overath. „Wir fordern die Kakaoverarbeiter dazu auf, weiterhin den höheren Preis zu bezahlen. Die ivorische Behörden sollten zudem die Maßnahme zurücknehmen – zum Wohle der eigenen Landbevölkerung.“

Vielen Produzenten droht den Ruin

Medien un Experten zufolge steigt durch ein gezieltes Überangebot an Kakaobohnen in der Elfenbeinküste nach der derzeitigen Zwischenernte der Preisdruck. Die Lager an den Häfen füllen sich zunehmend mit Kakao. Die Elfenbeinküste sieht sich in dieser Situation gezwungen, den Kakaopreis zu senken.

Durch Fairtrade erhalten zertifizierten Kakaobäuerinnen und -bauern nach wie vor einen stabilen Mindestpreis. Somit halten sich die Auswirkungen der Preissenkung für jene Produzenten in Grenzen, die relevanten Mengen an Fairtrade-Kakao verkaufen. Sorge bereitet Overath vor allem jene Erzeuger, die noch nicht dem Fairtrade-System angeschlossen sind. „Sie bekommen viel weniger Geld für ihre Produkte, gleichzeitig werden sie mit steigenden Logistikkosten konfrontiert. Für viele Bäuerinnen und Bauern kann das den Ruin bedeuten.“

Das hätte weitgehende Folgen für das gesamte Land. Mit einem Anteil von rund 40 Prozent am Weltmarkt gehört die Elfenbeinküste neben Ghana zu den bedeutendsten kakaoproduzierenden Ländern der Welt. Jeder fünfte Ivorer lebt vom Kakao, der mit rund 15 Prozent zum Bruttosozialprodukt beiträgt. „Es ist Zeit, die Menschen in den Fokus zu rücken und zu erkennen, dass eine Preisspirale nach unten verheerende Folgen für Westafrika mit sich bringt“, betont Overath.

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